Unbekanntes SMD-Bauteil, Plastik-Sicherung?

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Unbekanntes SMD-Bauteil, Plastik-Sicherung?
Suche nach: smd (5321) bauteil (9567) sicherung (16351)

    










BID = 1091581

BlackLight

Inventar

Beiträge: 4712
 

  


Hallo,

bei meinem zweiten, unbekannten Bauteil aus einer Pollin-Tüte bin ich heute nicht wirklich weiter gekommen.
Besteht aus einem Kunststoff-Körper in dem eine "FPC" steckt die an die Endkappen gelötet ist.
Außenmaße sind rund 4,4 mm x 2,6 mm (x 1,9 mm hoch), in zöllisch etwa 1710:





Der "Faden" müsste der Leiter von der "Flex-Folie" sein.

Dachte eigentlich, dass das Bauteil letztes mal 6 A ausgehalten hat.
Heute fing es irgendwo zwischen 1,5-2 A an zu stinken und das Bauteil wurde hochohmig.
Der gemessene Widerstand (4-Leiter-Messung) und die berechnete Verlustleistung vs. Strom eines zweiten Teils schauen so aus:


0,1 A 98 mΩ
0,5 A 106 mΩ
1,0 A 132 mΩ
1,0 A 133 mΩ (Zweite Messung ein paar Sekunden später)
Der 2A-DUT hatte mit 136 mΩ @ 1A einen sehr vergleichbaren Widerstand.

Kennt jemand die Bauteile oder weiß, ob es eher ein Widerstand oder eine Sicherung ist?
Ich hänge mich an dem Kunststoffkörper auf, kenne weder SMD-Sicherung noch -Widerstand die so aufgebaut sind. Ist auch nichts verklebt/gekapselt.
Letzteres würde eher zu einem "Sensor" passen, dafür finde ich aber die 0,1 Ω zu klein.

BID = 1091643

BlackLight

Inventar

Beiträge: 4712

 

  

Es ist sehr wahrscheinlich eine SCHURTER SUPRA®FUSE CLASSIC 3405.0918.11, Type SFC 125 V, 1 A. Datenblatt @Farnell
Vom optischen und den Abmessungen (4,5 mm x 2,6 mm x (h)1,9 mm) passt es perfekt.
Selbst die 0,14V-Spannungsabfall bei In (1A?) stehen im Datenblatt.
Als Footprint wird ca. 2512/2515 vorgeschlagen.


Danke an dieses Forum, denn ohne hätte ich die Sicherung nie so genau untersucht.
Anfangs dachte ich das wäre ein Widerstand oder eine Induktivität.
Hab eben mal beim Resteverwerter nach "SMD Sicherung" gesucht.
Der achte Treffer zeigt dieses (abgekündigte) Bauteil.








BID = 1091670

Ltof

Inventar



Beiträge: 8880
Wohnort: Hommingberg

Gern geschehen!

Hab mir das zwar angesehen, aber unqualifizierte Vermutungen unterlassen. Mir kam ein Shunt viertelwegs plausibel vor. Eine Induktivität wegen des Mäanders eher nicht.

_________________
„Schreibe nichts der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist.“
(Hanlon’s Razor)

BID = 1091677

BlackLight

Inventar

Beiträge: 4712


Zitat : Ltof hat am 19 Dez 2021 18:01 geschrieben :
[...] aber unqualifizierte Vermutungen unterlassen.
Danke. Wäre ja noch schöner wenn jemand meine Aufgaben klaut.

> Mir kam ein Shunt viertelwegs plausibel vor.
Dachte ich anfangs auch. Aber ein Shunt mit 0,1 Ω der nur 0,1 W bis 0,4 W aushält hat einen begrenzten Einsatzzweck.
Jetzt wo ich drüber nachdenke ist dieser stark stromabhängige Widerstand ein eindeutiges Zeichen, obwohl ich mich noch nicht großartig mit Schmelzsicherungen auseinandergesetzt habe.

> Eine Induktivität wegen des Mäanders eher nicht.
Jep, nach dem öffnen war das schnell vom Tisch.


Offtopic :
Schwarzer Kunststoff und Ferrit schauen auf den ersten Blick ähnlich aus. Nach dem Gewicht zu gehen ist bei einzelnen SMD-Teilen auch schwierig.
Von meinem AVR-Komponententester zum Beispiel weiß ich, dass der kleine, niederohmige Induktivitäten gerne mal als Widerstand erkennt.

Hab hier z.B. noch eine Kiste voll mit gegurteten Bauteilen stehen, die aus einem Leiter mit aufgeschobener Ferritperle bestehen.
Da muss ich messtechnisch auch mal schauen wie ich die genauer identifizieren kann.

Aber erst einmal kommen die MLCC mit vermutlich pF-Werten dran. Bald sollten zwei SMD-Klemmen aus CN dafür ankommen.
Sobald das läuft wäre auch eine Modifikation für die DC-Bias-Messung interessant...

Ich hätte besser keine Inventarliste für meine Bauteile anlegen sollen.
Benötigt mehr Zeit als ich erwartet habe.

BID = 1091686

perl

Ehrenmitglied



Beiträge: 11110,1
Wohnort: Rheinbach


Zitat :
Schwarzer Kunststoff und Ferrit schauen auf den ersten Blick ähnlich aus.
Aber Kunststoff ist nicht magnetisch.
Bei vielen Bauteilen sind allerdings die Kontakte ferromagnetisch.
Entweder weil die Beinchen/Kappen aus verzinntem Stahl sind, oder weil sich unter der Vergoldung (auch bei Platinen) eine dünne Nickelschicht befindet, welches ebenfalls vom Magneten angezogen wird.


Zitat :
Von meinem AVR-Komponententester zum Beispiel weiß ich, dass der kleine, niederohmige Induktivitäten gerne mal als Widerstand erkennt.
Was soll er auch sonst tun, wenn schon die Zuleitungen zum Bauteil mehr Induktivität haben, als der Prüfling.
Wenn der Tester zu jedem Bauteil auch die parasitären R,C,L anzeigte, wären viele Bastler wohl überfordert.
Es gibt aber wohlfeile Instrumente, die dies können. Suche nach "nanoVNA".


Zitat :
Bauteilen stehen, die aus einem Leiter mit aufgeschobener Ferritperle bestehen.
Da muss ich messtechnisch auch mal schauen wie ich die genauer identifizieren
Das werden Dämpfungsperlen sein um hochfrequente Ströme zu blockieren.
Nennenswerten Gleichstromwiderstand haben die nicht, im Prinzip sind es mit hohen Verlusten behaftete Induktivitäten.
Bei relativ niedrigen Frequenzen bis zu einigen MHz benehmen sie sich wie Induktivitäten mit vllt 600nH, aber der Anstieg der Impedanz mit der Frequenz wird bei höheren Frequenzen durch die steigenden Verluste begrenzt, so dass sie etwa ab dem UKW-Bereich hauptsächlich als Wirkwiderstand mit einigen hundert Ohm wirken.



Zitat :
Ich hätte besser keine Inventarliste für meine Bauteile anlegen sollen.
Bei gekauften Bauteilen, zu denen es auch Datenblätter gibt, ist das durchaus sinnvoll.
Bei unbeschriftetem Hühnerfutter lohnt sich selbst eine Messung nur seltenst.


[ Diese Nachricht wurde geändert von: perl am 19 Dez 2021 23:27 ]

BID = 1091692

BlackLight

Inventar

Beiträge: 4712


Zitat : perl hat am 19 Dez 2021 23:25 geschrieben :
Was soll er auch sonst tun, wenn schon die Zuleitungen zum Bauteil mehr Induktivität haben, als der Prüfling.
Wenn der Tester zu jedem Bauteil auch die parasitären R,C,L anzeigte, wären viele Bastler wohl überfordert.
Da muss ich Dir Recht geben. Wäre für den Großteil der Nutzer nicht interessant.
Ich könnte so bei "großen" Widerständen einfacher entscheiden ob es Kohle- oder Drahtwiderstände sind.

Aber wenn man vor jeder Messung eine "VNA-Kalibrierung" durchführen muss, kann man gleich einen VNA nutzen.


Zitat :
Es gibt aber wohlfeile Instrumente, die dies können. Suche nach "nanoVNA".


Hab schon einen.
Mir fehlen aber noch Adapter von SMA oder U-FL/UMCC auf SMD/THT. Muss mir da mal was anlegen.

Habe früher auch höchstens mal kurz S21, S11 und S22 bestimmt. Das Smith-Diagramm muss ich erst noch verstehen.
Ich will erst einmal "Gehen" lernen, dann kommt das "Laufen" dran.



Zitat :
Das werden Dämpfungsperlen sein um hochfrequente Ströme zu blockieren.
Nennenswerten Gleichstromwiderstand haben die nicht, im Prinzip sind es mit hohen Verlusten behaftete Induktivitäten.
Bei relativ niedrigen Frequenzen bis zu einigen MHz benehmen sie sich wie Induktivitäten mit vllt 600nH, aber der Anstieg der Impedanz mit der Frequenz wird bei höheren Frequenzen durch die steigenden Verluste begrenzt, so dass sie etwa ab dem UKW-Bereich hauptsächlich als Wirkwiderstand mit einigen hundert Ohm wirken.
Danke für die ausführliche Beschreibung. Werde es mir merken. Sind über 1000 Stück und will die ungerne wegwerfen.

BID = 1091839

BlackLight

Inventar

Beiträge: 4712


Zitat : perl hat am 19 Dez 2021 23:25 geschrieben :
[...] Dämpfungsperlen [...]
Bei relativ niedrigen Frequenzen bis zu einigen MHz benehmen sie sich wie Induktivitäten mit vllt 600nH, aber der Anstieg der Impedanz mit der Frequenz wird bei höheren Frequenzen durch die steigenden Verluste begrenzt, so dass sie etwa ab dem UKW-Bereich hauptsächlich als Wirkwiderstand mit einigen hundert Ohm wirken.
Respekt perl! Der nanoVNA sagt rund 700 nH (max) und ein |Z| von 70 Ohm ab ca. 150 MHz.






Zitat :
Mir fehlen aber noch Adapter von SMA oder U-FL/UMCC auf SMD/THT.
Oder man kauft Adapter von SMA auf BNC.
BNC-Kram sollte man da haben:



Ja die gezeigte Brücke und die zwei Kohle-Widerstände mit 100 Ohm hab ich zur "Kalibrierung" genutzt.

BID = 1092124

BlackLight

Inventar

Beiträge: 4712

Kapere diesen Fred mal für etwas unbeschriftetes Hühnerfutter und mache mit unbekannten MLCCs weiter.


Zitat : perl hat am 19 Dez 2021 23:25 geschrieben :
> [...] Inventarliste [...]
Bei gekauften Bauteilen, zu denen es auch Datenblätter gibt, ist das durchaus sinnvoll.
Bei unbeschriftetem Hühnerfutter lohnt sich selbst eine Messung nur seltenst.
Ja, aus wirtschaftlicher Sicht oder "Vertrauen" in die Bauteile lohnt es sich eigentlich nicht.
Wenn ich aber meterweise MLCCs (z.B. 1650x 75 nF 1206, 1500x 24 pF 0805 oder 950x 3,3 nF 0402) rumliegen habe reizt es mich schon etwas herauszufinden was es sein könnte. Manchmal kann ich auch geizig sein. Und dumm sterben will ich auch nicht.

Würde gerne etwas Erfahrung auf dem Gebiet sammeln, um z.B. stich­pro­ben­ar­tig "kritische" Bauteile überprüfen zu können.
Egal ob die jetzt von einem Distributor kommen oder vom Bestücker eingekauft wurden. Fehler oder Ausfälle kommen immer mal vor.

Offtopic :
Mir ist schon passiert, dass anstelle von 0603 kurzerhand MLCCs in 0805 bestückt wurden. Gab sowohl 1µF/25V/X7R(0603) als auch 1µF/100V/X7S(0805) auf der Platine. Die hat ein Einkäufer vermutlich zusammengefasst. Ich sehe es da inzwischen wie ein Russe.


Die SMD-Klemmen sind angekommen und konnte nun den DC-Bias-Effekt von unbekannten MLCCs messen:


Beim 0805 mit 33 nF musste ich ab 40 VDC abbrechen.

Fürs erste hab ich einen ganz einfachen Aufbau mit zwei in Reihe geschalteten Kondensatoren und einem Kapazitäts-DMM gewählt:


Bei den 3,3 nF musste ich R1 von 100 kΩ auf 10 MΩ erhöhen, sonst wurde eine Kapazität deutlich größer als Cx/2 gemessen.
Vermute das liegt an der Ausgangskapazität am Einfluss vom Widerstand + Netzteil (Riden RD6006).

Als Nächstes sollte ich ein paar bekannte X7R, C0G und Y5V MLCCs mit bekannter Nennspannung betrachten.
Wenn mir dann noch langweilig ist, kann ich mich mit meinem pF-Meter an sub 300 pF MLCCs wagen oder ich probiere es direkt am VNA aus.


Offtopic :
Wen das Thema DC-Bias mehr interessiert, hatte ich schon diese Präsentation verlinkt?
http://www.electrical-integrity.com.....k.pdf
DC and AC Bias Dependence of Capacitors
Istvan Novak, Kendrick Barry Williams, Jason R. Miller, Gustavo Blando, Nathaniel Shannon
DesignCon 2011 13-TH2, February 3, 2011



[ Diese Nachricht wurde geändert von: BlackLight am 30 Dez 2021 23:07 ]


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