Hallo zusammen,
ich habe mir ein Haus aus YTong (365mm Außenwand und 115/150/175mm Innenwände) zusammen mit Fachleuten gebaut. Für das Haus habe ich mir anhand der Zeichnungen einen groben Plan zur Verlegung der Leitungen gemacht und hätte dazu gern einige Kommentare:
HA -> HV (Zähler) 5x16mm²
HV -> UV 5x16mm²
Abgesichert mit 63A (ich weiß, dass ich hier viel Reserven habe und höher absichern könnte).
Die HV wo auch der Zähler drin ist wird nach Stand der Technik mit Abdeckblenden (berührungssicher) ausgeführt. Die UV möchte ich nach Industriestandard mit entsprechenden Verdrahtungskanälen ausführen (da mir die normale Haustechnik zu unflexibel als auch zu unnötig teuer erscheint). Hier werden die Schrauben der Automaten und FI-Schalter sichtbar aber dennoch für Finger (nicht aber für Schraubendreher, o.ä. kleine Gegenstände) berührungssicher sein.
In die UV wird irgendwann noch eine Steuerung mit entsprechenden Relais integriert. Die Verkabelung zu den einzelnen Dosen, Schaltern und Lampen erfolgt größtenteils sternförmig von der UV. Derzeit komme ich auf 128 unterschiedliche Zuleitungen, wahlweise mit:
| Code : |
- Steckdosen................: 3x1.5mm² bzw. 5x1.5mm²
- Steckdosen (Küchenbereich): 3x2.5mm²
- Lichtschalter/Leuchten....: 5x1.5mm² bzw. 2x5x1.5mm²
- Herd......................: 5x4.0mm²
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Ich hoffe dies aber noch reduzieren zu können. Die Interaktion von Schaltern, Lampen (hier auch Steckdosen) wird also letztendlich in der UV durch die Verdrahtung bestimmt. Ziel ist derzeit auch alles mit über mehrere FI-Schalter abzusichern (1 FI-Schalter pro Raum, wobei Steckdose und Licht getrennt), also
Raum 1 Licht geht über FI von Raum 2
Raum 2 Licht geht über FI von Raum 3
...
Raum n Licht geht über FI von Raum 1
Ziel ist es, wenn ich in Raum 1 beim Bohren ein Kabel erwische, noch Licht im Raum habe, wenn es denn nicht blöderweise Das Kabel des Lichtschalters war
Ich habe einen Schalterblock in einem Raum bestehend aus 5 Schalterdosen:
| Code : |
********** ********** ********** ********** **********
* * * * * L1 * * L2 * * L3 *
* ***** ***** ***** ***** *
* 2x CAT6 * * 2x Koax * * 5x1,5mm² *
* ***** ***** ***** ***** *
* * * * * sw/bl/gg * * br/bl/gg * * gr/bl/gg *
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Also in die 1. Dose gehen 2 CAT6-Leitungen, in die 2. Dose gehen 2 Koax-Leitungen und in die 3. Dose eine NYM-Mantelleitung mit 5x1,5mm². Zwischen Dose 3 und 5 wurden die kleinen Kunststofftrennwände herausgebrochen. Die Leitungen werden im Estrich verlegt. Vom Estrich hoch zu den Dosen liegen die jeweiligen Kabel in einem Schutzschlauch.
Nun möchte ich mir vorbehalten Dose 3 mit L1, Dose 4 mit L2, Dose 5 mit L3 zu beschalten und für alle 3 Dosen den gleichen Null und den gleichen PE zu benutzen.
Jetzt zu meinen eigentlichen Fragen:
1. Wenn ich jede einzelne Dose mit voll belaste (also z.B. 3x10A = 30A) dürfte der Null doch wegen der Phasenverschiebung nicht überlastet sein, oder?
2. Da in jeder Schalterdose nur 1 Phase "blank" vorhanden ist, müsste dies doch nach den derzeitigen VDE-Richtlinien zulässig sein, oder?
3. Muss ich die Leitung mit einem 3pol-LS absichern, oder kann ich auch 3 einzelne LS verwenden?
4. Zur Absicherung von 1,5mm² verwende ich derzeit folgende Faustformel: bis ca. 8m Kabellänge mit 16A, bis 20m mit 10A. Kann mir hierzu jemand eine eindeutige Formel nennen, wo ich die Kabellänge und den Querschnitt eingebe und die größt-zulässige Absicherung erhalte? Ausgehend von Kupferkabel in Y-Tong-Mauerwerk verlegt.
Zur Thematik Belastung von L1,L2,L3 mit nur einem N hatte ich in den vergangenen Wochen mehrere Diskussionen mit Fachleuten, darunter 1 Elektromeister, 1 Techniker und letztendlich 1 Elektroingenieur. Der Meister war der Meinung, dass der N überlastet wird. Der Techniker war der Meinung das der Null ausreichen müsste - war sich aber nicht sicher (Bauchgefühl). Der Ingenieur war der Meinung, dass durch die Phasenverschiebung der Null ausreicht, konnte mir das aber nicht durch Literatur belegen.
Hierzu hätte ich auch gern mal eine klare Aussage unter Berücksichtigung des Wirkwiderstands, des induktiven Blindwiderstands und des kapazitiven Blindwiderstands.
Was ist nun physikalisch richtig (technisch möglich)?
Was ist lt. VDE zulässig (betrachte die VDE lediglich als hilfreiche Empfehlung)?
Ich war über die Aussagen der 3 Fachleute und auch über die unterschiedlichen Beiträge von vermeintlichen Fachleuten in diesem Forum geschockt, da ich annahm, dass dies für Fachleute unter die Rubrik 1x1 fällt.
Ich bin kein Elektriker, habe mir aber dennoch vorgenommen die Verlegung, Verdrahtung sowie Bestückung der Verteilungen selbst vorzunehmen. Für eine "normale" Standard-Hausverdrahtung findet man hierzu ja auch alle relevanten Sachen bei Wikipedia/Google und kann meiner Ansicht nach nicht viel falsch machen. Nach Fertigstellung werde ich auch bei allen Dosen mit den Schleifenwiderstand messen und die Auslösung des FI's sowie der LS testen (Gerät dazu ist vorhanden).
Danke für Eure Hilfe.
Erik
PS: Mir ist bewusst, dass meine E-Planung mit 128 Zuleitungen bei einer Wohnfläche von ca. 200m² evtl. mit Kanonen auf Spatzen geschossen ist, aber was drin ist ist drin und ich habe damit alle Möglichkeiten und nahezu unendlich viele Reserven, zumal das Material bereits vor einigen Jahren gekauft wurde und in rauen Mengen vorhanden ist