Netzwerk im Altbau, heutzutage einfach direkt im/unterPutz.

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Autor
Netzwerk im Altbau, heutzutage einfach direkt im/unterPutz.
Suche nach: netzwerk (1342) unterputz (467)

Problem gelöst    







BID = 566450

wome

Schreibmaschine



Beiträge: 1252
 

  


Wie im Betreff benannt stelle ich leicht genervt fest, dass meine Kollegen mittlerweile dazu übergehen, die Cat7-Leitungen für das Netzwerk direkt und ohne Leerrohr neben das NYM zu nageln, zuletzt gestern in einem 30er-Jahre-Altbau. Immerhin mit den Kunststoffteilen und nicht mit den Hakennägeln, die man hier immer noch für's NYM gerne verwendet.

Ist das jetzt gängige Praxis, hab'ich schon wieder was verpasst und bin daher zu teuer?

Gruß Wome

BID = 566485

Markues

Gelegenheitsposter

Beiträge: 51
Wohnort: Siegerland
Zur Homepage von Markues

 

  

Hi,

hier bei uns in der Gegend scheint es (leider) gängige Praxis zu sein Netzwerk- und andere Leitungen ohne Installationsrohr zu verlegen.
Ein Klassenkamerad hat eine Altbauwohnung renoviert und der Elektriker meinte, dass er die Netzwerkleitungen direkt in die Wand unter Putz legen soll. Obwohl in die Schlitze locker M25-Rohr gepasst hätte
Selbst in Neubauten werden Telekommunikations- und Datenleitungen ohne Rohr gelegt - so gesehen bei einer Kollegin Als ich sie darauf ansprach meinte Sie: Leerrohr? Was ist das??

Als ich von einem Elektriker NYA und Rohr beziehen wollte meinte dieser, dass man das nur bis zum 2. Weltkrieg so gemacht hätte.
Anscheinend ist man heute wesentlich fortschrittlicher und legt alles direkt in den Putz

Manchmal habe ich doch das Gefühl, dass Geiz immer noch geil ist

Gruß
Markus

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BID = 566494

Kabelkasper

Stammposter



Beiträge: 497
Wohnort: Niedersachsen

Ich denke, dass sollte man sauber abwägen. Es klingt zwar immer toll, wenn man alles vorrohrt. Aber der Installationsaufwand ist für mein Gefühl doch deutlich höher als ohne. Und da muss man sich ersnthaft fragen, welchen Vorteil man wirklich durch die Rohrinstallation hat. Ich habe auch gerade wieder einen Altbau mit Bergmannrohr. Eigentlich kann ich bis auf das Rohr zum Deckenauslass in jedem Zimmer kein einziges der bestehenden Rohre sinnvoll wiederverwenden, weil

erstens die vorhanden Steckdose und Schalter auf der falschen Höhe sitzen
zweitens statt vormals einem Stromkreis pro Wohnung jetzt zwei pro Zimmer installiert werden und daher oft zwei oder mehr Leitungen nebeneinander liegen, sollte dann jeweils ein Rohr liegen?
drittens soll ja erweitert werden (aktuell zwei Steckdosen pro Zimmer) in zwei pro Wand, einiges ist so verwinkelt, dass man ohne Zugdosen sowieso nichts einziehen könnte. Bei einer Unterputzinstallation mit durchverdrahtung in den Steckdosen käme ich gänzlich ohne Dosen aus.

Weshalb sollte ich hier Verrohren? Wie soll man den Mehrwert dem Kunden verkaufen. Ich könnte den Mehrwert hier auch ehrlich nicht benennen. Bei Erweiterungen muss man eigentlich immer irgendwo Dreck machen, außer man will aus einer Aus- eine Serienschaltung machen. Dem Fall kann man vorbereiten, indem man gleich NYM-J5x zum Schalter und zum Auslass legt. Ist billiger als die Verrohrung.

Ähnlich kann man dann auch mit der Verrohrung der Netzwerkleitungen argumentieren. Zu den Zeiten, als man noch eine einzige TV-Leitung in jede Wohnung gelegt hat, war das kein Problem, aber bei mindestens zwei Netzwerkleitungen pro Zimmer? Was soll das da noch? Wenn man dann alles verrohrt bleibt ja von den Wänden nichts mehr übrig.

KK

BID = 566515

elo22

Schreibmaschine

Beiträge: 1410
Wohnort: Euskirchen
Zur Homepage von elo22


Zitat :
Kabelkasper hat am 23 Nov 2008 00:27 geschrieben :

Ähnlich kann man dann auch mit der Verrohrung der Netzwerkleitungen argumentieren.


nein.


Zitat :
Zu den Zeiten, als man noch eine einzige TV-Leitung in jede Wohnung gelegt hat, war das kein Problem, aber bei mindestens zwei Netzwerkleitungen pro Zimmer? Was soll das da noch? Wenn man dann alles verrohrt bleibt ja von den Wänden nichts mehr übrig.


Da gibt es überhaupt kein Vertun. Rohr muss nach DIN sein und gut. Egal ob vereinbart oder nicht.

Lutz



BID = 566517

wome

Schreibmaschine



Beiträge: 1252

Um es noch 'mal klar zu formulieren:
Auch ich lege NYM direkt unter/in den Putz, z.T. mit Reserveadern wie oben beschrieben. Für mich ist Rohr unter Putz in der Praxis gleich Einzeladerinstallation.

Aber: ich habe mal gelernt, dass Antennenleitungen, Telefon- und Netzwerk nur im Schutzrohr verlegt werden dürfen. Meine Frage lautet deshalb:

Was hat sich geändert, die Vorschrift, die Leitungen oder die Schmerzfreiheit der Kollegen und ihrer Kunden?

BID = 566530

sam2

Urgestein



Beiträge: 35321
Wohnort: Franken (bairisch besetzte Zone)

Wohl eher die Umstände.

Unverändert ist nach VDE ist für Fernmeldeleitungen kein Rohr nötig, aber die DIN möchte es gerne haben.
DIN-Anforderungen sind aber abdingbar.

Das bedeutet:
Wenn mit dem Kunden nichts anderes vereinbart, muß in Rohr verlegt werden.
Aber man kann durchaus werkvertraglich regeln, daß die Installation ohne Rohr erfolgen soll. Der AG ist dabei aber auf die nachteiligen Folgen aufmerksamzumachen!

In Neubauten kommt dabei häufig das Kostenargument zum Tragen, in Altbauten dagegen eher das Platzargument (Schlitze im erforderlichen Umfang nachträglich nur schwer herstellbar - Statik!).


Sehr wichtig beim direkten Verlegen ist die Verwendung nicht zu kleiner Isolierstoffschellen, die penible Einhaltung der Biegeradien, der Schutz der Leitungen gegen Einwirkungen anderer Gewerke (Fußtritte, Hammerschläge etc.).

Die trotzdem dabei vermehrt auftretenden Fehler bleiben oft erst einmal unbemerkt, weil im Privatbereich meist auf die Zertifizierungsmessung von Netzwerk- oder gar Koaxialleitungen verzichtet wird.
Erst wenn es dann später beim Umrüsten auf M-Bit-Technik nicht mehr funktioniert, kommt der große Jammer auf...

BID = 566545

Markues

Gelegenheitsposter

Beiträge: 51
Wohnort: Siegerland
Zur Homepage von Markues

Hi,

wenn Rohrverlegung aus statischen Gründen nicht möglich ist, dann würde ich auch auf Rohr verzichen - es blieb ja nichts anderes übrig Ok, Kosten sind auch ein Argument. Aber es geht ja in anderen Ländern (Österreich, Niederlande, Frankreich, Portugal....) auch. Deswegen wundert es mich, dass wir in Deutschland alles unter Putz legen. Dort ist Rohrverlegung absoluter Standard und Verlegung im Putz wird dort als "minderwertig und billig" angesehen.

Aber ich hatte vor 2 Jahren einen Fall, wo ein DSL-Anschluss ins Wohnzimmer verlegt werden sollte. Es ein ein 4-adriges Telefonkabel vorhanden. Das Telefon lief bis jetzt einwandfrei - der DSL-Anschluss jedoch nicht. Ständige Sync-Abbrüche. Am HÜP/APL der Telekom lief es jedoch einwandfrei mit top Werten. Grund war das defekte Telefonkabel, welches leider direkt unter Putz gelegt wurde. Es wurde dann über eine "Krüppellösung" über WLAN (mit Repeater usw.) realisiert.

Gruß
Markus

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BID = 566566

francydt

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Beiträge: 1084
Wohnort: Mettmach Austria OÖ

Jo wir legen bei einer Hausinstallation immer nen FXP20 für Normalstromkreise wie Schuko und Licht. Für E-Herd wo entweder ein 5x2,5er reinkommt oder Einzeldrähte wird ein 25er Schlauch verwendet. Dafür machen wir keine getrennten Stromkreise für Licht und Schuko. Zumindest nicht bei einer normalen Hausinstalltion.

Bei Netzwerk, Telefonleitungen oder SAT lege ich auch immer nen FXP25. Kann ja sein das mal ein zweites oder drittes Kabel z.b. für Twintuner SAT oder für ne doppelte Netzwerkdose.

Reingeputzt wird bei uns rein gar nix. Bei ner Altbaurenovierung wo die alten Rohre drinnen sind und dießes verlängert werden muss wird einfach ein FXP 25 drübergestülpt. So kann man im nachhinein wieder was einziehen.

Was macht ihr, wenn mal ne Leitung angebohrt wird? Bei ner Installtion mit Schlauch ist es sehr wahrscheinlich das man wieder was nachziehen kann.

Geschrieben von einen Österreicher
mfg francy


[ Diese Nachricht wurde geändert von: francydt am 23 Nov 2008 13:25 ]

BID = 566648

Trumbaschl

Inventar



Beiträge: 7692
Wohnort: Wien

IMHO ist der einzige echte Unterschied zwischen Rohrinstallation und direkter Leitungsverlegung die Schlitzgröße. Der Preisunterschied liegt zu 99% am Marktvolumen - NYM ist in A teurer als in D, Flexschlauch und Einzeladern sind billiger. Wen die Arbeitszeit schreckt der nimmt Schlauch mit voreingezogenen Aderleitungen, in allen gängigen Querschnitten und Aderzahlen erhältlich.

Wie Francy schon angemerkt hat, wirklich ausspielen kann die Rohrinstallation ihre Stärken bei angebohrten Leitungen und "geheimnisvollen" Leitungsunterbrechungen. Das allerdings nur dann, wenn die Biegeradien und Längen halbwegs stimmen und nicht wie bei manchen Kollegen 5x10mm2 im FX40 über 20m und 2 Stockwerke mit 9 engen 90-Grad-Bögen verlegt wird. Auch plötzlich gewünschte Serien- oder Kreuzschaltungen sind wunderbar einfach nachrüstbar.

Als extremen Gegenpol hab ich vorgestern mal wieder eine Installation in Verlegeart C gesehen, mit 2x0,75er-Zwillingsleitung...

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"Und dann kommen's zu ana Tür da steht oben "Eintritt verboten!" und da miaßn's eine!"

BID = 566886

shark1

Inventar



Beiträge: 4878
Wohnort: DACH

Ich installiere auch immer mit Rohr, wer bei mir NYM im Neubau will und diese paar € nicht mehr ausgeben will, soll sich jemand suchen, der alles billig macht.
Im Altbau sieht es natürlich wieder anders aus, da muss man oft tricksen und da kommt NYM oft sehr gelegen.

Alergisch reagire ich aber auf NYM oder NYY in Beton bzw. Wellenrohr in Beton oder Estrich und dann das letzte Stück direkt UP.


BID = 567521

wome

Schreibmaschine



Beiträge: 1252

Sams Deutung wurde jetzt von einem Vertreter eines einschlägig bekannten Lieferanten bestätigt.

Es geht mir nicht darum, was sinnvoll ist. Im Preiskrieg unter uns Kollegen gibt es aber regelmäßig eine andere Perspektive: Kriegst du den Auftrag oder nicht? Und da zählt nur, was später keinen Ärger mit der Haftung machen kann, nicht was sinnvoll ist.

Leider.

Ich schließe das Thema.


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