Leitungsverlegung in Ziegeldecke und Heraklithwänden

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Leitungsverlegung in Ziegeldecke und Heraklithwänden
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BID = 503641

Trumbaschl

Inventar



Beiträge: 7469
Wohnort: Wien
 

  


Mal eine Praxisfrage zu Baumaterialien mit denen ich noch keine praktische Erfahrung sammeln konnte...

In der Familie steht im Sommer ein großer Erweiterungsbau an, einschließlich Erneuerung der Decken und Aufstocken.

Die Decken sollen möglicherweise als Ziegelträgerdecken ausgeführt werden, also Spanntonträger mit eingehängten Hohlziegeln.
Bei der Erstinstallation ist klar, die Leitungen werden verrohrt in den Estrich eingelegt, nun stellt sich aber die Frage: was tun, wenn Leitungen nachinstalliert werden sollen?

Bleibt dann wohl nur, Putz ausreichend dick ausführen und YM oder YM-Steg im Putz verlegen... oder gibt es Alternativen?

Die nichttragenden Innenwände werden entweder als Holzständerwerk beplankt mit Heraklith-Holzfaserplatten und verputzt oder als aufgemauerte 7,5- oder 10cm-Heraklithplatten ausgeführt.

Wie würdet ihr in Ständerwänden Dosen setzen? Löcher vor dem Verputzen bohren und nach dem Verputzen Dosen setzen? Löcher nach dem Verputzen erst bohren und riskieren, daß der frische Putz ausbricht, vor allem, beim Schneiden von Doppeldosen-Ausschnitten mit der Stichsäge?

Und wie verlegt man in Massiv-Holzwoll-Wänden am besten Leitungen? Heraklith hält sich da in den Verarbeitungsvorschriften recht bedeckt.

Auf eine Schlitzfräse habe ich keinen Zugriff (da es sich quasi um einen Neubau handelt wäre zumindest mein stärkstes Argument gegen Fräsen, die Beschädigungsgefahr alter Leitungen, hinfällig, bleibt aber das Problem, daß Fräsen kaum im Einsatz sind (obwohl z.B. Wienerberger das Stemmen in ihren Hohlziegeln explizit verbietet).

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"Und dann kommen's zu ana Tür da steht oben "Eintritt verboten!" und da miaßn's eine!"

BID = 503666

shark1

Inventar



Beiträge: 4878
Wohnort: DACH

 

  

Hallo Trumbaschl

Zuerst zu den MNF:
Also bei uns kann man diese bei Honbach (VBG) leihen für 30€/Tag + Sauger 11€/Tag. Also einfach mal nachfragen, ob euer Honbach auch solche MNF verleiht.

Trägerdecken:
Einfach genügend Rohre in den Estrich packen. Nachinstallaton ist doch in fast allen Deckenwerkstoffen schlecht. Beton und Holz sind da keinen Schuh besser. Bei Trägerdecken könnte man noch versuchen, eine Leitung durch den Hohlraum zu schieben, aber das habe ich noch nicht getestet.

Alternative zu NYM oder NYIFY/NYIF in ausreichend dickem Putz:
AP-Kanal

Aber wenn man lange Zeit im Betonbau gearbeitet hat, in dem man nur 2mm Spachtelmasse aufträgt, stellt man sich solche Fragen garnicht mehr


Zu den Innenwänden:
Habe ich das richtig verstenden, dass du eventuell eine Voll-Heraklith-Wand baust?

1. Zur Hohlwandbauweise:

Ich würde soweit möglich mit einer (billigen) HWD-Löchsäge die Löcher vor dem Verputzen bohren und HWD einbauen. Auf diese Dosen würde ich dann Putzausgleichsringe schrauben, mit Putzdeckeln versehen und auf das Verputzen warten.

2. Vollwandbauweise:

Würde ich so machen wie eine normale Wand:
Mit der MNF schlitzen und UP-Dosen (soweit zulässig) im Heraklith mit Gips befestigen, diese kannst du dann glich auf die Putzhöhe bringen.

MFG.
Shark1








BID = 503667

henniee

Schriftsteller



Beiträge: 888
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Serwas :)!
Innenwände mit Holzfaserdämmplatte dämmen??? Kommt mir grad irgendwie alles was komisch vor.. Oder dient die Platte "nur" als Putzträger?

[ Diese Nachricht wurde geändert von: henniee am 27 Feb 2008 11:28 ]

BID = 503697

Trumbaschl

Inventar



Beiträge: 7469
Wohnort: Wien


Zitat :
Beton und Holz sind da keinen Schuh besser

Beton sicher nicht, klassische Holz-Hohldecke sehr wohl. Dämmung soll nicht den gesamten Hohlraum zwischen den Balken ausfüllen, sondern es soll oberhalb der Beplankung ein Hohlraum verbleiben. In den kann man recht bequem Leitungen ziehen.

Ja, die Platten dienen bei den Innenwänden rein als mechanisch stabiler Putzträger. Ist eine reine Glaubensfrage - ich kann Gipsbauplatten jeder Art einfach nicht leiden. Wenn ich genügend alte Bretter übrig habe wird es auch die klassische Holzwand mit Latten, Rohr und Putz.

Die Vollwand aus 7,5 oder 10cm starken Platten wäre eine Alternative zu Gipsdielen o.ä. und kommt naheliegenderweise nur in Frage wenn eine massive Decke vorhanden ist - gemauerter Verbund auf einer Balkendecke kommt einfach nicht wirklich gut.

Befestigung mit Gips/Schnellzement scheint laut Verarbeitungsvorschrift zulässig zu sein.

Naja, mal abwarten. Wirklich entscheidend wird die Kostenschätzung vom Architekten... meiner laienhaften Blitz-Schätzung zufolge liegt derzeit wieder die Holzdecke vorn.

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BID = 503853

henniee

Schriftsteller



Beiträge: 888
Wohnort: Schmallenberg

Mich würde interessieren, welchen Putz Du nehmen willst - KZM?

Da es sich ja um nicht tragende Trennwände handelt, wäre hier evtl. auch Gasbeton in 11,5er interessant. Lässt sich einfach verarbeiten und Kanäle kannst Du sogar kratzen. Dieser hätte gegenüber den Holzfaserplatten wahrscheinlich einen besseren Stand und auch Schallschutztechnisch sollte die Gasbetonwand den Holzfaserplatten überlegen sein. (Halte das auch z.B. beim Einbau von Türen etc. für besser und würde das unabhängig von der Decke machen...)
Da es ein Architekt plant und überwacht scheinst Du ja ganz gut beraten.
Wenn Du einen KZM-Putz nimmst (ich hab da eine Abneigung gegenüber Gips rausinterpretiert ) dann schau mal, dass Du Schnellzement bekommst (ich hab letztens noch so ein "Spezialmörtel" zum setzen von Putzprofilen benutzt - ist günstig, nachjustierbar und bindet dennoch recht schnell ab.
Die Installationsrohre würde ich so früh wie möglich legen und dann nach dem Verputzen die Leitungen einziehen.

Halte uns mal auf dem Laufenden

Edit meint: Es gibt genügend "Billiganbieter" die MNF in der Bucht für 30 Eus zum Kauf anbieten - für dieses kleine Projekt sollte sowas fast schon ausreichen, wenn es nat. auch einfach nur "billig" ist.

[ Diese Nachricht wurde geändert von: henniee am 27 Feb 2008 20:37 ]

BID = 503991

Trumbaschl

Inventar



Beiträge: 7469
Wohnort: Wien

Über Gasbeton habe ich schon Berichte über gröbere Setzungsrisse gehört und (in kleinem Rahmen) auch schon selbst erlebt. Außerdem ist die Befestigung von Regalen, Bildern,... selbst mit vom Hersteller empfohlenen Dübeln eher ein Glücksspiel.

In Holzfaserplatten müßte man normale Spreizdübel nutzen können (werde ich noch einmal abklären) bzw. leichte Gegenstände gleich direkt in die Platten schrauben... vom Schallschutz dürften die Platten durch ihre größere Masse auch nicht schlecht sein.

Als Putz nehme ich je nach Preis und Arbeitssituation (reine Eigenleistung und Nachbarschaftshilfe oder Beauftragung einer Firma) Lehmputz oder reinen Kalkputz.

Schnellzement hätte ich sogar noch auf Lager, Gips mag ich halt zum Dosen setzen lieber weil er schneller aushärtet und man die Dosen nicht ewig festhalten muß.

Gipsputz scheidet zumindest für das untere Stockwerk grundsätzlich aus, da es sich um einen ehemaligen Stall handelt und ich Salzausblühungen befürchte. Kalkputz soll gegen die deutlich stabiler sein.

Außerdem vertritt mein Vater die Aussage, daß Gips ob der Radonbelastung bitte nur in homöopathischen Dosen eingesetzt werden möge (nicht meine Idee). Rigipsplatten scheiden aber auch aus anderen Gründen aus. Doppelte Beplankung käme zwar in der Stabilität vermutlich 25mm Heraklithplatten gleich, aber der hohle Klang beim Klopfen bleibt... und einfach das Gefühl, daß Rigips ein Billigbaustoff ist, gewürzt mit der beträchtlichen Gefahr, daß man bei Amateurspachtelung die Plattenfugen in seitlichem Licht ewig sieht.

Das Resultat soll einfach als weitgehender Neubau möglichst große Ähnlichkeit mit einem Gründerzeitbau haben, also kommen nur möglichst massive Baustoffe in Frage. Holzständerwerk mit Holzfaserplatten und Verputz habe ich ob der großen Ähnlichkeit mit verputzten Holzlattenwänden in Betracht gezogen.

Was die Leitungen anngeht wollte ich das auf die klassisch Österreichische machen - Leitungen gleich in die Rohre einziehen und in die Dosen Zeitungspapier, Zementsäcke o.ä. stopfen damit man sie nach dem Verputzen wiederfindet und nicht der ganze Verputz auf den Adern klebt. Putzdeckeln sind in Wien recht unbekannt außer bei den altmodischen Schalterdosen die den gleich fix mitgeliefert haben. Die haben dafür andere Nachteile... die Geräteschrauben greifen nur in einen drehbaren Plastikring statt in die Dose selbst, befestigt man eine Schukosteckdose nur mit Schrauben hat man sie spätestens nach ein paar Jahren samt dem Stecker in der Hand.

Hab grade einen Blick in die Bucht geworfen... eine Fräse ist in Österreich im Angebot und endet morgen, ist allerdings von Mr. Tool, Billigmarke die soweit ich weiß ausnahmslos in der Supermarktkette Hofer (Aldi) verkauft wird... nach meinen bisherigen Erlebnissen mit derartigen Geräten fürchte ich, daß die das Projekt gar nicht überlebt... andererseits könnte ich sie für das Bestandsmauerwerk im EG (höllisch hart) gut brauchen... und unsere Kreissäge vom gleichen Hersteller hat das Verlegen von Fischgrät-Massivparkett in 4 Zimmern klaglos überlebt. Mal sehen.

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BID = 504002

sam2

Urgestein



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Wohnort: Franken (bairisch besetzte Zone)

Für Vattern:
Seit der Gips überwiegend aus den Rückständen der Rauchgasreinigungsanlagen von Kohlkraftwerken stammt, ist es mit dessen Radonbelastung nicht mehr weit her...

BID = 504004

henniee

Schriftsteller



Beiträge: 888
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- da war sam schneller als ich, was die Radioaktivität anging..

Ich habe bei mir alle nicht tragende Trennwände und eine nicht tragende Außenwand aus Gasbeton in 11,5 und 17,5 gemauert. Von Setzungsrissen kann ich nichts berichten.

Auch ich bin kein Fan von Gips sei es Gipskarton oder Gipsputz einzig Gipsfaserplatte gefällt mir mehr und mehr..
Ich weiss nicht welche Hersteller sich bei euch etabliert haben, was Putzmörtel angeht. Bestelle Dir doch mal die "Putzbibel" hier:
http://www.weber-broutin.de/
schimpft sich weber guide, enthält aber viele Tips.
Ich würde evtl. zumindest im EG auf einen Kalk-Zementputz (KZM) ausweichen. Es gibt da wunderbare Leichtputze. Achte auf das "e-modul" was gewissermaßen die Rissfestigkeit wiedergibt.

Die Wand "trägt" ja in dem Falle nur sich selbst, daher würde ich (sofern keine Deckenhöhe von 12m) mir um Risse bei Gasbeton keine Sorgen machen. Da ist der Putz wie schon geschrieben wahrscheinlich eher das Problem....
Was die Optik angeht ist es wohl eher der Putz der hier entscheidet - schließlich lässt sich eine Holzständerwand verputzt von einer gemauerten wohl nicht unterscheiden.

Was die Dübel angeht - kann ich ebenfalls (leider) nicht bestätigen. Klar, der 08-15 Dübel alla "S" ist hier nicht das Mittel der Wahl, aber es gibt gute Dübel die auch ordentlichen Halt bieten - im Zweifelsfall setzte ich da frech einen Klebeanker

Noch kurz zu den Putzdeckeln: Die lohnen den geringen Preis wirklich. Besorg Dir zur Not den Kram in Deutschland - derjenige der verputzt wird es Dir danken - Du kannst sicher sein, dass auch alle Dosen wieder auftauchen. Denn diese roten "Fühler" sind wirklich praktisch - man kann mit der Kartätsche problemlos drüberziehen und sie richten sich wieder auf - bei Pappe bleibt man halt manchmal hängen...

Ich hatte vor allem in meiner Küche eher das Problem, dass der Gips zu schnell aushärtete bevor ich es ausrichten konnte. Abhilfe schaffte hier etwas Spiritus (naja - etwas ist gut - dank übrigens damals für die <!-- BBcode auto-mailto start --><a href="mailto:Tipps@all">Tipps@all</a><!-- BBCode auto-mailto end --> ). Aber seit ich diesen Putzprofilmörtel habe - der zwar teurer als Gips, dafür aber billiger als z.B. Schnellzement ist - will ich nichts anderes mehr. Vor allem hat man bei Mauerwerk im Zement/Kalkmörtel dann keine Gipsnester... finde ich verträglicher.

Ein bekannter Dachdecker hat solch eine Billigheimer MNF für eine Baustelle gekauft - und sie lebt noch heute. Dafür stirbt ein Makita Akkuschrauber oder eine VW-Transporterinnenverkleidung bei denen innerhalb von Stunden

[ Diese Nachricht wurde geändert von: henniee am 28 Feb 2008 10:47 ]

BID = 504006

Trumbaschl

Inventar



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Meinem Onkel bröseln von der Badewannenummauerung nach 10 Jahren die Fliesen runter... und bei uns hat eine auf eine massive Gewölbedecke gesetzte, 1,8m hohe (darüber liegt ein 2m breites, also über die volle Wandbreite gehendes, Oberlicht mit Fixverglasung) Mauer aus 7,5cm Gasbeton einen senkrecht von oben nach unten durchgehenden Haarriß, der nahezu unmittelbar nach dem Vermauern auftrat und seither (6 Jahre) nicht weiter aufgegangen ist.

Die Wand wurde von einem Heimwerker aus dem Bekanntenkreis mit Fliesenkleber grundgespachtelt und dann mit normaler Gips-Spachtelmasse feinbearbeitet...

Kalkzementputz neigt meiner Erfahrung nach noch mehr zu Ausblühungen als reiner Kalkputz, angeblich weil der Zement mit den Salzen in der Mauer reagiert.

Also nehmen wir wohl entweder Lehmputz mit Faserfüllung (sehr diffusionsoffen, und nach dem rein aus lehmigem Sand bestehenden Wiener Altbauputz kann mich nichts mehr schrecken) oder baustellengefertigten Kalkputz - großen Haufen Sand vom Lagerhaus und etliche Säcke Sumpfkalk. Den Kalkputz würden wir selbst bzw. mit der Hilfe eines Nachbarn machen, für den Lehmputz käme eine Firma mit Putzmaschine. Hängt auch vom Budget ab... nach der ersten Kostenschätzung hat mir schon der Preis für die Ziegel die Sprache verschlagen.

Das mit dem Gips ist wahr... der riecht ja inzwischen auch immer so säuerlich.

Für Arbeiten im Altbau liebe ich Gips ja heiß und innig... also zum verfüllen von Schlitzen usw, da man ohne nennenswerte Spachtelarbeiten oder mühsames Filzen eine perfekt glatte Oberfläche hat. Man braucht halt eine andere Arbeitstechnik... aber ich habe mittlerweile auch ein ganz schönes Tempo mit Gips entwickelt, das nur von Verputz im 10l-Gefäß oder mehr angerührt überboten wird. Übe ja schon seit 16 Jahren

Nur Rigipsplatten und flächiger Gipsputz sind mir einfach suspekt.

Putzdeckel kann ich an sich bei den Dosen gleich mitbestellen... das wäre nicht das Problem.

Meine Erfahrungen mit Mister Tool sind halt geteilt... 50/50. Kreissäge war super, Akkuschrauber von Anfang an Schrott.

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BID = 504009

henniee

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- Die Fehler mit dem Haarriss sind ganz klar - 7.5er halte ich für was schwach (11.5er gibt es übrigens mit Nut+ Feder was das Kleben wesentlich einfacher macht..) - aber das Problem ist bestimmt die "Verputztechnik".
Generell würde ich auf einem Zementuntergrund (in diesem Fall der Fliesenkleber) KEINEN Gipsputz in irgendeiner Form ausführen - von der Fliesenkleberaktion mal zu schweigen... machen aber hier auch viele...

Ich habe mit dem gewählten Putz (es waren immerhin 140 Säcke a 30KG...) keine Probleme, nicht einen einzigen Riss und die Verarbeiter waren völlig zufrieden und haben entsprechend ordentlich gearbeitet. Den Putz hab ich dann "frisch in frisch" mit Filzputz geputzt - Ergenis ist fast eine fertige Wand.

Wegen den Ausblühungen: Wenn das Mauerwerk salzbelastet ist (was ist es für Mauerwerk?) dann sieht es generell nicht so einfach aus. Ammoniak könnte da auch noch eine Rolle spielen. Im Zweifelsfall den Verarbeiter und den Hersteller des (falls es eine Fertigmischung ist) Produktes zu Rate ziehen.

Ich kann Dir nur dringend zu der Putzmaschine raten - denn da vertut man sich schnell in der Dimension und Menge - vom Komfort, dass es an die Wand "fliegt" mal zu schweigen... (Wieviel m² sind es eigentlich?). Denn Säcke in die Putzmaschine befördern ist eines - Fehlmischungen und den ganzen Tag schaufeln was anderes.

Ach und falls die Weberleute Dir den guide nicht senden wollen sag Bescheid - liegt hier im Fachhandel tonnenweise aus.

[ Diese Nachricht wurde geändert von: henniee am 28 Feb 2008 11:22 ]

BID = 504036

Trumbaschl

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Mehr ging auf gar keinen Fall, wir haben hier eine leider von der Vormieterin gegen den Willen des Hausbesitzers entfernte Wand aus 5cm(!) Gipsdielen ersetzt! Auf der einen Seite steht die Wand am Rahmen der Badezimmertür an, auf der anderen Seite sollte sie bündig mit dem Bestand sin... also waren 7,5cm eigentlich schon fast zu viel.

Die Hütte in Wien ist Billigbauweise Marke 1910 - alle nichttragenden Wände zu Wohnräumen aus 7,5cm Gipsdielen, die zu Nebenräumen (Küche, Bad, WC, Abstellraum) sogar nur 5cm... so dünne Gips-Schlacke-Dielen habe ich sonst noch nie gesehen, Standard war damals anscheinend 10 cm.

Hm, Fläche... ich denke mal so um die 300m2 Wandfläche ganz grob geschätzt, dazu noch 70m2 Decken. Grundfläche liegt so bei knapp über 35m2 und das Haus hat 2 Stockwerke.

Wie die Belastung genau aussieht weiß ich auch nicht, der bestehende Kalkputz ist aber völlig verrottet. Erstens handelt es sich um eine Hanglage, es haben 2 Außenwände Erdberührung und sind/waren extrem feucht. Das soll durch eine hinterlüftete Isolierung aus Bitumen-Wellplatten behoben werden. Weiters ist das ein ehemaliger Schweinestall, Ammoniak und Harnstoff werden also mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Probleme bereiten.
Es handelt sich um Massivziegelmauerwerk mit Kalkmörtel aus dem jahr 1971 (der Stall war allerhöchstens 15 jahre als solcher in Benutzung und ist trotz seines geringen Alters ob unübersehbarer Baumängel akut einsturzgefährdet, das Mauerwerk ist solide, aber sämtliche Holzteile sind schwer unterdimensioniert, das Dach viel zu flach und die Decke hat bereits ein beachtliches Loch).

Im Haupthaus haben wir auch einen renovierten ehemaligen Stall in Hanglage in dem direkt mit Kalkputz geputzt wird, dort haben wir wunderschöne watteartige Ausblühungen 2cm dick im Sockelbereich und der Putz bröckelt gründlich.

Derjenige, der uns den Lehmputz verarbeiten soll riet zur flächigen Montage von Schilf-Dämmplatten aus heimischem Schilf. Ich frage mich nur, ob nicht erstens die (wenn auch dünne) Innendämmung problematisch ist und andererseits die Ausblühungen vielleicht das Schilf angreifen, so daß es hinter meinem Verputz fröhlich vermodert.

Der Architekt (Spezialist für Altbauten) empfiehlt Kalkputz direkt, der als Opferputz fungiert und notfalls mehrfach abgeschlagen und erneuert wird. Aber wer hat schon Lust, in 5 oder 10 Jahren die ganze Werkstatt samt Waschmaschine, Tiefkühler usw. auszuräumen um neu zu verputzen?
Der andere Stall wurde vor etwas über 11 Jahren renoviert wie beschrieben und ist jetzt reif für die Entsorgung (so richtig schlimm ist es in den letzten 3 Jahren geworden).

Wie gesagt, Putzmaschine ist eine Kostenfrage. Wenn das zu teuer sein sollte, wird eben Stückwerk gemacht und wochenendweise händisch Verputz gemischt... kenn das ja. Bei der Generalsanierung in Wien haben wir die im Dickbett geklebten Fliesen in Bad und Küche entfernt und dort neu verputzt, alles händisch gemischt... und als 16-jähriger hab ich in Handarbeit alleine einen ganzen Kellerraum mit ca. 15m2 Grundfläche verputzt.

Reizvoll ist die Vorstellung natürlich schon, daß die Hütte mit der Maschine in 1, 2 Tagen fix fertig verputzt wäre...

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BID = 504204

henniee

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Die Sache mit dem Opferputz war auch mein erster Gedanke...leider bleibt meist auch nichts anderes übrig. Schließlich war es früher ebenfalls so..
Was Du noch testen könntest wäre ein sog. Sanierputz. Diese sollen salzbelastbarer sein - aber natürlich lassen sich die Hersteller das entsprechend bezahlen, wird also wahrscheinlich ein Opferputz billiger sein.
Ich hab da noch immer diesen Thread im Ohr:
http://www.bau.de/forum/innenwaende/2.htm
...wohl ein Horror für Bauherr und Verarbeiter.

Wenn es nur im Sockelbereich auftritt tippe ich darauf, dass es bis zur ersten Sperrschicht "bröckelt" - kann das sein?
In diesem Falle wahrsch. simpel aufsteigende Feuchtigkeit, die halt bis zur Sperrschicht kommt...
Die Sache mit der "Hinterlüftung" mit Bitumenwellplatten ist hier unüblich - hier schweißt man es entweder ab mit Bitumenbahn, macht eine Bitumendickbeschichtung oder ähnliches. Luft wird - sofern es unten verfüllt ist - sowieso nicht zirkulieren...Ich denke eher das Wasser es so einfacher hat, direkt "in die Wand" zu laufen. Aber ich weiss ja nicht wie es mit dem Dachüberstand etc. aussieht.

Evtl. gibt es in Deiner Nachbarschaft ein paar Neubauten - frag da doch mal nach einem Baugrundgutachten, wie die Wasserverhältnisse bei euch sind. (drückendes Wasser etc.).

Das mit dem Schilf würde ich nicht machen - du holst Dir am Ende genau aus den vermuteten Gründen noch mehr "Gammel" in die Hütte.

Ich würde da mal im o.g. Forum einen Thread aufmachen - zumal sich da wirklich auch viele Fachleute tummeln - einfach mal ein paar Meinungen einholen.

Am Ende ist ein Putz hier Mittel der Wahl - wegen der Feuchtigkeit und auch Belastung durch Salze halte ich die Lehmgeschichte für fraglich...

Bei uns kann man für 70 Eus am Tag eine PFT-G4 mieten, ich weiss nicht obs sowas bei Dir in der Nähe gibt und/oder ob Du die Maschine bedienen kannst - ist aber nicht schwer, die "putzt" auch nur mit Wasser

Viel Glück und starke Nerven jedenfalls von meiner Seite!

BID = 504269

Trumbaschl

Inventar



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Tja, ich wollte halt vorher ermitteln, ob es noch Alternativen gibt. Scheint aber so, daß es auf den Opferputz hinauslaufen wird.

Die Wellpappemethode ist hier auch hochgradig unüblich, die Idee dahinter ist, daß aufsteigende Feuchtigkeit nach außen verdunsten kann und nicht in den Innenraum geht wie bei einer dichten Bitumenschicht auf dem Mauerwerk. Wir reden beim alten Gebäude ja von min. 90 Jahre altem Mauerwerk, vermutlich komplett ohne Horizontalsperre.

Ansonsten bin ich der Meinung, daß der Abschluß oben z.B. mit einer Verblechung abgedichtet gehört (mit einem Lüftungsspalt), da sonst wie du richtig bemerkst Regenwasser richtig schön in den Spalt eindringen kann.

Tatsache ist: trocken ist die Wand mit Hangberührung im Altbestand seit die Vorbesitzerin diese Isolierung machen hat lassen.
Auf einer Seite des halben Neubaus ist sie auch bereits ausgeführt, da im Sommer dort ohnehin Grabungsarbeiten für eine Stützmauer im Garten stattgefunden haben.
Die Mauer scheint seither ebenfalls trocken zu sein (vorher sah man am Außenputz, wie sich bei Regen das Wasser bis fast unter das Dach hochgesaugt hat).

Der erwähnte Stall hat vermutlich auch keinerlei Horizontalisolierung... an den Hangseiten ist der Betonsockel ca. 1m über OKFF hochgezogen und bis knapp über besagten Sockel bröckelt es auch. Teilweise gehen die Ausblühungen aber auch bis knapp unter die Decke.

Der alte Putz kommt komplett herunter und dann heißt es hoffen.

Lehmputz wird nachgesagt er sei extrem feuchtigkeitsregulierend, da hätte ich Hoffnung, daß er Feuchtigkeit nach außen abgibt und nicht in der Mauer speichert. Er wird z.B. vom Hersteller explizit für Badezimmer empfohlen, da es nicht zur "Nebelbildung" kommen soll.

Die Schilfmatte scheidet aus, einerseits wegen Gammelgefahr, anderseits weil ich dann erst recht wieder nichts brauchbar an den Wänden befestigen kann. Das ist eine Werkstatt, folglich soll da eine AP-Elektroinstallation hin, die will ich ordentlich andübeln können.

Der letzte Neubau in der näheren Umgebung war vor mindestens 35 Jahren... das unmittelbare Nachbarhaus ist von 1964. Außerdem hat keines der Häuser eine derart exponierte Hanglage wie wir. Aus dem alten Nachbarhaus (vor dem Neubau 1964) gibt es aber die Aussage, daß beim "Bett von der Oma" (O-Ton Nachbarin) alle paar Jahre die Füße verlängert werden mußten weil sie unten abgefault waren... die Gegend scheint also massive Probleme zu haben.

Vom alten Fußboden vor der Renovierung 1996-98 habe ich ein solides Stück im Stall gefunden, von unten völlig morsch. Bei der Renovierung wurde ausgekoffert, Rollschotter eingebracht um kapillaren Wassertransport zu verhindern und darüber ein neuer Fußboden verlegt, an der Rückwand (die direkten Wasserangriff durch fehlende Dachrinne hatte) ist er schon wieder in 2 Zimmern morsch...

Fassen wir mal kurz zusammen, wie der Bauzustand des hier besprochenen Nebengebäudes ist.

Fundament und im Hangbereich Sockel aus Beton, mit einseitiger Schalung in den ausgehobenen Graben geschüttet (also erdberührt gegossener Ortbeton). Da dürfte irgendwo eine Palette Zement vom LKW gefallen sein. Das Fundament selbst dürfte beidseitig erdberührt sein.

Darüber Voll- oder Lochziegelmauerwerk mit Kalkmörtel und Kalkputz, extrem hart wo er nicht durch Ausblühungen/Feuchtigkeit beschädigt ist.

Deckenkonstruktion des EG: Balken, darüber 20mm "starke" ungehobelte Bretter, Sehr schlechte Holzqualität, Balken biegen sich extrem durch obwohl die Decke nur ihr Eigengewicht trägt und die Balken für die Spannweite ausreichend erscheinen (solange keinerlei Belastung von oben vorhanden ist). Bretter sind stellenweise schwer wassergeschädigt, es klafft ein ca. 25x80cm großes Loch. Irgendwann kracht wohl der Topf runter, den jemand zum Auffangen von Wasser oben hingestellt hat...
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Zustand der Wand:
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Dachboden: an der höchsten Stelle des Pultdachs ca. 1,5m hoch, an der tiefsten 20cm. Kein Zugang (außer einer außen angelehnten Leiter). Inhalt: leere Düngersäcke, eine Handvoll alte Bretter, 10 zerbrochene Dachziegel, 2 oder 3 zerbrochene Fensterscheiben. Die Mauern gehen von einsteinstark auf halbsteinstark zurück.

Dach: Pultdach mit viel zu geringer Dachneigung und heillos unterdimensionierten Sparren. Bauholz war teilweise unübersehbar gebraucht und hat teilweise Brandspuren... Dachlatten sind teilweise morsch.
Unzählige Ziegel waren zerbrochen bzw. zerbröselten völlig, nach 15 Lecks habe ich beim ersten Regen aufgehört zu zählen. Wir haben dann um die 50 Ziegel ausgetauscht, seither ist das Dach halbwegs dicht. Es ist aber in einem Zustand, daß sich der Dachdecker geweigert hat, es auch nur von oben zu besichtigen, geschweige denn daran zu arbeiten.

Kurz, die Hütte ist so billig wie nur irgendwie möglich zusammengeklopft worden.

Kurzer historischer Abriß: die Vor-Vorbesitzer waren einfachste Bauern, deren Sohn 1971 zum Priester geweiht wurde. Vorher wurde das ganze Haus auf den Kopf gestellt. Ein Teil des Haupthauses bekam ein Eternitdach, der neue Stall wurde gebaut und alle Holzteile (innen wie außen) mit ockergelbem (*grusel*) Kunstharzlack gestrichen. Außerdem wurde jede sichtbare Wandfläche hellblau gestrichen (mittlerweile fast komplett zu weiß gebleicht).
Das was hier im Bild weiß erscheint war mal blau...
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Hier sieht man im Hintergrund den Dachboden unseres Patienten und erkennt auch recht gut die Hanglage.

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Trinitrotoluol soll helfen...

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Trumbaschl

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Abbruch haben wir schon erwogen und wieder verworfen...

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