Miele Waschmaschine  W419 Softtronic

Ersatzteile und Reparaturtipps zum Fehler: Abpumpen sofort nach Start

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Waschmaschine Miele W419 Softtronic --- Abpumpen sofort nach Start
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Zardo

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Beiträge: 26
 

  


Geräteart : Waschmaschine
Defekt : Abpumpen sofort nach Start
Hersteller : Miele
Gerätetyp : W419 Softtronic
Typenschild Zeile 1 : 16852001.04
Typenschild Zeile 2 : M-Nr. 5492172
Kenntnis : Minimale Kenntnisse (Ohmsches Gesetz)
Messgeräte : Multimeter
______________________

Hallo,

wir haben eine Miele W419 Softtronic mit "Watercontrol-System" von ca. 2002, welche eher schwäbisch sparsam genutzt wurde. Vor ca. 2-3 Wochen hat sie zweimal nicht richtig gewaschen (Wäsche war irgendwie ziemlich trocken nach dem Waschen), was jeweils durch nochmaliges Waschen/gleiches Programm nochmal aktivieren behoben werden konnte. Dann kam es jedoch leider kurz darauf zum Totalversagen.

Folgende Symptome treten seitdem auf:

Bei Programmstart strömt wie sonst auch zunächst mit ordentlichem Rauschen Wasser ein. 5 Sekunden nach Programmstart hört dies abrupt auf, und die Laugenpumpe springt an, Einweichen/Vorwaschen blinkt frenetisch und gleichzeitig geht die Leuchte "Knitterschutz/Ende" an. Weiter passiert nichts.

Die meisten anderen Programme habe ich ausprobiert, Fehler tritt identisch auf. Eine blinkende Fehlermeldung (das beschriebene Blinken von Einweichen/Vorwaschen und zeitgleich die Leuchte "Knitterschutz/Ende") tritt sogar bereit nach einigen Sekunden spontan auf, wenn z.B. die Tür geschlossen wird, ein Programm zwar ausgewählt aber noch nicht mit dem Startknopf gestartet wurde, d.h. es ist noch gar kein Wasser eingeflossen, trotzdem kommt die seltsame Blinkmeldung.

Was habe ich bisher gemacht:

- Wasserhahn überprüft, war ganz offen
- Schlauchsieb Seite Wasserhahn überprüft, war nicht verstopft
- Waschmittelschublade überprüft, war ganz sauber
- Maschine vom Strom genommen, aus- und angeschaltet, Fehler tritt trotzdem immer wieder auf
Versucht, den Fehlercode zu löschen, durch langes Drücken der Starttaste beim Einschalten, "Knitterschutz/Ende" geht nach mehreren Sekunden aus, der Fehler tritt jedoch trotzdem wieder auf.
- Front demontiert, Heizung ausgemessen: kein Massefehler auf keinem der beiden Anschlüsse (gegen Erde), gemessener Widerstand entspricht etwa 2200 Watt Heizleistung bei 230 Volt. NTC ausgemessen, ca. 17 kOhm im kalten Zustand, auch hier kein Massefehler. Die Heizung selbst habe ich nicht ausgebaut, nur die Kontakte wurden abgezogen
- Motorkohlen ausgebaut und überprüft, waren symmetrisch, beim Durchmessen kein Massefehler, keine Brandspuren, Federn beiseits in Ordnung, ca. 1.5 cm Raum zwischen den ganz ausgefahrenen Kohlen, beim Drehen des Motors keine Abnutzungszeichen auf den sehr sauberen Schleifkontakten, kein Kohlestaub, kein Brandgeruch. Motorkohlen wieder eingebaut.
- Beim Versuch, den Schlauch zwischen Luftfalle und Unwuchtsensordose von selbiger abzuziehen, den Nippel der Unwuchtdose an seiner Wurzel abgerissen. Durchblasen des Schlauchs Richtung Luftfalle: durchgängig. Der Schlauch lies sich leider nicht zerstörungsfrei von der Luftfalle entfernen und musste aufgeschnitten werden.
- Luftfalle und Unwuchtdose demontiert. Luftfalle über Nacht in (zunächst noch) heisse Essiglösung eingelegt und am nächsten Tag Beläge ausgepült. Neuen Schlauch (5,5 mm Benzinschlauch mit 2 Schlauchklemmen) besorgt. Membran und Luftöffnung des Gewichts der Unwuchtdose kontrolliert. Nippelbasis der Unwuchtdose auf 5 mm aufgebohrt und Nippel mit Silikon-Montagekleber eingeklebt. Luftfalle mit Montagekleber in den Gummi des Bottichs eingeklebt. Nach Abhärten 5,5 mm Benzinschlauch zwischen Luftfalle und Unwuchtdose abgelängt und mit zwei kleinen Schlauchschellen montiert. Den anderen Schlauch zwischen Unwuchtdose und Drucksensor vom Drucksensor abgezogen und auf Dichtigkeit kontrolliert (Loch im Oberteil der Druckdose dabei mit Gummihandschuh zugehalten). Dicht, keine Risse.
- Drucksensor inspiziert. Keine erkennbaren Beschädigungen.
- Alles wieder zusammengebaut, oben beschriebener Fehler tritt unverändert weiterhin auf.

- Die Widerstände der 4 Pins des Drucksensors (im eingebauten Zustand) gemessen, diese unterschieden sich deutlich, gemessen habe ich
-- zwischen Pin 1 und Pin 2: 670 Ohm
-- zwischen Pin 2 und Pin 3: 612 Ohm
-- zwischen Pin 3 und Pin 4: 620 Ohm
-- zwischen Pin 1 und Pin 4: 673 Ohm

- um die Widerstände nachzukalibrieren, habe ich 4 Trimmpotentiometer von 250 kOhm mit vor- und nachgeschaltetem 10 kOhm Widerstand jeweils parallel zu den Pins 1-2, 2-3, 3-4, 4-1 geschaltet. Es war jedoch mit dieser Schaltung nicht möglich, die grosse Diskrepanz zwischen den Widerständen zu neutralisieren, die beiden relativ hohen Widerstände von Pin 1-2 und 1-4 habe ich so zwar auf 650 Ohm herunterbekommen. Ein Testlauf brachte jedoch weiterhin den gleichen Fehler. Ein experimentelles Verstellen der Trimmpotis in allen möglichen Variationen (von ganz zu = 270 kOhm parallel zu ganz offen d.h. ca. 20 kOhm parallel), alle vier, nur jeweils eines, zwei davon usw. hat auch kein anderes Ergebnis zu Folge gehabt.

- Leichtes Saugen und Blasen (mit einer Plastik-Spitzflasche, bzw. via Schlauch mit dem Mund) am Drucksensor hat nur eine Widerstandsänderung von 1-2 Ohm gebracht.

- Eine Internetrecherche zu dem Vorgängertyp SPX3058D weisst einen Druckbereich von +- 0,5 Bar auf. Jemand hat sogar mit einem Arduino-Projekt eine Messreihe erstellt und solch einen Drucksensor mit Drücken von -0.9 Bar bis + 2 Bar belastet. Danach war allerdings den Sensor leicht dekalibriert... Da mit der Kraft der Lunge maximal +0,2 Bar geblasen werden kann, was 2 Meter Wassersäule entspräche, scheint es eher unwahrscheinlich, dass damit bereits der Drucksensor kaputt gehen kann. Evtl. könnte er aber dekalibiert werden. Vor allem weiss ich nicht, wieviel Druck ich mit der Spritzflasche, welche ich mit der Hand gedrückt hatte, auf den Sensor gegeben habe.

- Ich habe mich entschlossen, die Steuerplatine auszubauen und die Parallelschaltung meiner Trimmpotentiometer wieder zu entfernen.

- Ausserdem habe ich die Platine nach Leitungsbahnkorrosion untersucht. Zwei Leitungsbahnen sind korrodiert, eine kleine dünne oben links auf dem Bild und eine breite oben in der Mitte, allerdings ohne Auswirkung auf die Stromlleitung, ein Ohmscher Widerstand war in beiden Leitungen nicht messbar. Und diese Leitungsbahnen haben scheinbar auch gar keinen direkten Bezug zum Sensorschaltkreis.

- Den Drucksensor habe ich ausgelötet, um die Widerstände im ausgelöteten Zustand messen zu können.

-- zwischen PIN 1-2: 640 Ohm
-- zwischen PIN 1-3: 430 Ohm
-- zwischen PIN 1-4: 692 Ohm
-- zwischen PIN 2-3: 630 Ohm
-- zwischen PIN 2-4: 1031 Ohm
-- zwischen PIN 3-4: 690 Ohm

Es kann auch sein, dass die mühsame Auslöterei dem Sensor nicht sonderlich gut getan hat.

Ein vorsichtiges Beblasen des Sensors im ausgebauten Zustand ändert die Widerstände kaum, im Bereich von ca. 1-2 Ohm. Saugen hatte einen etwas stärkeren Effekt: 1-3 Ohm.

Die genaue Bezeichnung des Drucksensors ist: Motorola-Logo, SPX3068D, K021423.
In Richtung Platine hat der Sensor ein kleines Luftloch für den atmosphärischen Druck, wahrscheinlich steht das D für "differential pressure sensor", also Differenzdrucksensor.

Nach einer Vielzahl Versuche, den eigentlichen Drucksensor im Sensor zu fotographieren, ist dies im ausgebauten Zustand schliesslich gelungen. Ein Loch oder Riss des (Silikonmembran?)Sensors ist nicht erkennbar. Allerdings ist eine der vier Ecken auf der Druckseite leicht unregelmässig, sieht fast aus als wäre dort ein Mikroriss. Der eigentliche Sensor besteht aus einer Art Bilderrahmen, welche von vier metallisch glänzenden Rähmchen gebildet wird, die an den Ecken jeweils durch kleine Quadrate (wohl die Leitungsverbindungen zu den Pins) ergänzt werden, diese umranden einer quadratische dunkel schimmernde Fläche in der Mitte, hält man eine Lichtquelle an die andere Seite des Sensors und beleuchtet somit das kleine Quadrat in der Mitte, leuchtet dieses semi-transparent mit einem Rotton (im Gegensatz zu dem metallischem Rahmen, der nicht transparent ist).

Eine Recherche im Internet zu ähnlichen Drucksensoren (Vorgänger SPX3058D oder moderne analoge Varianten) ergab eine Pin-Belegung von
Pin 1: Ground
Pin 2: Vout+
Pin 3: Vs
Pin 4: Vout-

D.h. der Drucksensor stellt eine Differenzspannung zwischen Pin 2 und Pin 4 bereit, welche mehr oder weniger linear auf einen anliegenden Differenzdruck reagiert. Unklar ist, wie empfindlich der SPX3068D ist, d.h. wieviele mv/kPa zu erwarten sind.

Hier ein Link auf eine Seite, welche den Vorgänger SPX3058D als Arduino-Projekt vorstellt: Barometer

Hier ein Link auf einen recht ähnlichen Drucksensor: https://www.nxp.com/docs/en/data-sheet/MPX2010.pdf

Falls man den SPX3068D nicht mehr bekommt, müsste man einen vierpoligen analogen Sensor mit möglichst gleicher Empfindlichkeit (mV/kPa) anpassen.

Hat jemand Tipps, wo man evtl. gebrauchte SPX3068D Sensoren, evtl. aus der Entsorgung bekommen könnte? Also um die mal durchzumessen...

















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driver_2

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Hallo,

bitte die Seriennummer richtig angeben, ich kann aus den Gerätedaten keine Seriennummer ##/######## herauslesen, Danke.

Den Roman habe ich mir nicht durchgelesen, da das Drucksensor Problem uralt ist und einfach zu lösen: Die Elektronik an

JH Schulte in Geseke senden oder zu https://repartly.de/, letzteres sind Miele-Junxxs.

Für das Gerät kommt die EDPL 106B oder EDPL 126B Steuerelektronik in Betracht, je nach Seriennummer, für 365€ netto oder 340€ netto bei Miele.

Viel Erfolg.

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