Altbau: Steckdosen ohne Schutzleiter

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Autor
Altbau: Steckdosen ohne Schutzleiter
Suche nach: schutzleiter (4242)

    










BID = 585400

Larimda

Gerade angekommen


Beiträge: 4
 

  


Hallo,

ich bin dabei in eine Altbau-Wohnung zu ziehen.
Seit dem 01.02 sind die Vormieter raus und so haben sich leider noch ein paar Probleme gezeigt.

Das größte davon sind die Steckdosen. Denn diese haben kein Schutzleiter.
Auch die "klassische Nullung" ist nicht vorhanden.
Da dies große Gefahren birgt habe ich schon meine Vermieterin informiert, die jetzt wiederum einen Elektriker beauftragt damit dieser das einmal überprüft.

Meine Frage ist nun, was wird der Elektriker feststellen wenn er die oben geschilderte Situation vorfindet?
Muss er das Sicherheitsrisiko beheben oder greift da schon der Bestandsschutz?
Eine klassische Nullung kann er ja wohl kaum dort vornehmen, da dies mittlerweile ja nicht mehr genehmigt ist.
Gehe ich also Richtig davon aus das alle Leitungen neu verlegt werden müssen?

Ich hoffe jemand der sich mit der Problematik auskennt kann mir hier einen Anhaltspunkt geben was der Elektriker feststellen müsste und wie gehandelt werden müsste.

Vielen Dank schon einmal im Voraus!

BID = 585404

wome

Schreibmaschine



Beiträge: 1252

 

  

Wo (welches Gebiet, Land)?
Hat die Wohnung eine Warmwasserheizung bekommen oder noch Einzelöfen?
Wann wurde die Anlage in etwa errichtet?

[ Diese Nachricht wurde geändert von: wome am  3 Feb 2009 14:48 ]








BID = 585405

GeorgS

Inventar



Beiträge: 6450

Hallo Larimda,
willkommen im Forum!
Da dein Post so "unglaublich" klingt, entschuldige
die Rückfrage: handelt es sich um Schuko-Steckdosen?
Schuko-Steckdosen ohne Verbindung des Schutzkontaktes
gehören zum "verbotendsten" wo gib, und das schon immer!
(da eine Sicherheitseinrichtung vorgetäuscht wird)
Gruß
Georg

_________________
Dimmen ist für die Dummen

BID = 585420

Larimda

Gerade angekommen


Beiträge: 4

Erstmal vielen Dank für eure Antworten :).

@wome
Die Wohnung befindet sich in Dortmund /NRW.
Warmwasser produziert eine Therme in der Küche.
Von wann die Anlangen sind kann ich nicht sagen.

@GeorgS
Die besagten Steckdosen sind keine Schuko-Steckdosen.
In allen anderen Räumen befinden sich allerdings welche.
Teilweise aber auch Aufputz. Ob bei diesen der Schutzkontakt angeschlossen ist, entzieht sich meiner Kenntnis.
Das wird dann wohl der Elektriker überprüfen.

Fakt ist natürlich das die besagten Steckdosen (sind übrigens im Wohnzimmer), da keine Schuko nicht abgesichert sind, und so nicht ohne Gefahr verwendbar sind.

BID = 585422

sam2

Urgestein



Beiträge: 35330
Wohnort: Franken (bairisch besetzte Zone)

Das stimmt so pauschal nicht!

Es handelt sich um sog. "Lichtstromsteckdosen" (zweipolig, abgedeckt, ohne Schutzleiter, 10/16A), welche ursprünglich mit der Schutzmaßnahme "Schutz durch nichtleitende Räume" ausgerüstet waren.

Das war so zulässig und wäre es (im unveränderten Bestand) auch heute noch, sofern die Voraussetzungen weiterhin eingehalten werden.

Wenn es im betreffenden Raum Fremdpotential gibt, also (metallische) Wasserleitung, Heizungsrohre/Heizkörper oder auch einen Antennenanschluß/Kabelanschluß, ist der nichtleitende Raum nicht mehr vorhanden. Auch Änderungen am Fußbodenbelag können dazu führen.

Daher:
Vermutlich ist die Situation nicht mehr zulässig, weil eine Etagenheizung nachgerüstet wurde.
Es gilt dann einerseits KEIN Bestandsschutz, andererseits darf auch nicht auf klassischer Nullung umgerüstet werden, selbst wenn diese in den übrigen Zimmern der Wohnung zulässigerweise vorhanden sein sollte (was noch zu prüfen wäre).

Folge:
Es müßte neue Leitungen verlegt werden. Zumindest für diesen Raum. Außerdem muß ein 30mA-Fehlerstromschutzschalter eingebaut werden für diese neu zu montierenden Schukosteckdosen.

Leider wird in solchen Fällen oft gegen die VDE-Bestimmungen verstoßen und stattdessen einfach auf klassische Nullung umgerüstet.
Das wäre von der Sicherheit her immer noch besser als die Beibehaltung des Ist-Zustands.
Allerdings sollte dabei unbedingt auch eine Erneuerung sämtlicher Klemmstellen erfolgen!!
Ansonsten holt man sich durch das TN-C-System zusätzliche Gefahren ins Haus...

_________________
"Das Gerät habe ich vor soundsoviel Jahren bei Ihnen gekauft! Immer ist es gegangen, immer. Aber seit gestern früh geht es plötzlich nicht mehr. Sagen Sie mal, DA STIMMT DOCH WAS NICHT???"

BID = 585424

Larimda

Gerade angekommen


Beiträge: 4

Ah Ok, nun bin ich schon etwas schlauer :).

Im entsprechenden Raum gibt es natürlich auch Heizkörper sowie Heizungsrohre.
Letzteren sind allerdings mehr oder weniger durch Plastik verdeckt. Das hat wohl aber eher optische Gründe.

Das der Bestandsschutz somit wahrscheinlich nicht mehr greift dachte ich mir schon. Wobei ich mir das nur aus dem Internet zusammen gelesen habe.
Dank euch weiß ich somit ungefähr was auf mich zukommt. Jetzt kann ich nur hoffen das der Elektriker sein Fach versteht und richtig entscheidet.

Vielen Dank euch allen

BID = 585442

GeorgS

Inventar



Beiträge: 6450

Hallo,
wurden denn diese Lichtstromsteckdosen mit
Schukosteckern benutzt (in jüngerer Zeit)?
Da die Schukostifte dicker sind, geht das nur
mit etwas "Gewalt".
In den 50ern gab es an Geräten und den
berüchtigten "Doppelsteckern" oft Stifte,
die nicht runden, sondern abgeflachten Querschnitt
hatten. Das sollte die Benutzung der alten Dosen
ermöglichen. Es graust mich noch heute.
Gruß
GeorgS


_________________
Dimmen ist für die Dummen

BID = 585445

sam2

Urgestein



Beiträge: 35330
Wohnort: Franken (bairisch besetzte Zone)

Da irrt Georg.

Seine Angaben beziehen sich einerseits auf 6A-Lichtstromsteckverbinder, der tatsächlich dünnere Stifte hatte. Es gab aber auch den 10A-Typ, der identischen Stiftdurchmesser und -Abstand wie Schukostecker aufweist.

Und andererseits auf das Einführen von zweipoligen Lichtstromsteckern in Schukosteckdosen. Das war technisch verhindert, denn es handelte sich dabei i.d.R. um Geräte der Schutzklasse 0, die nicht im selben Raum wie Geräte der Schutzklasse I betrieben werden dürfen.

Möglich und zulässig (weil nicht dieses Gefahrenpotential aufweisend) war aber eben der umgekehrte Fall, also der Anschluß von Geräten der Schutzklasse I (also mit Schukostecker) an Lichtstromsteckdosen (ohne Schutzkontakt).
Das System wurde sogar bewußt so konstruiert, daß Geräte mit Schukosteckern auch an Lichtstromsteckdosen angeschlossen werden können.

Geräte der Schutzklassen II und III dürfen hingegen in allen diesen Fällen betrieben werden, auch gemischt mit solchen der SK 0 oder I.


Abgeflachte Stifte sind mir nicht bekannt. Für den beschriebenen Zweck wären sie auch weder nötig noch tauglich gewesen.

Was es aber gab, waren Stifte mit je zwei segmentierten Ausschnitten. Diese dienten aber i.d.R. der Unterscheidung unterschiedlicher Spannungsebenen (z.B. Steckdosen mit 127V und solchen mit 220V im selben Haushalt/Gebäude).
Fotos hierzu hab ich schon vor längere Zeit hier ins Forum gestellt. Bisher kenne ich diese aber ausschließlich in Schuko-Ausführung. Ich besitze derartige Stecker und Steckdosen, was mit fehlt, sind Kupplungen. Ob es in dieser Art starre Mehrfachstecker gab, was ich zu bezweifeln.

Aber über derartige Fundsachen freut sich unsere hysterische Rubrik und ggf. meine gleichnamige Sammlung.

[ Diese Nachricht wurde geändert von: sam2 am  3 Feb 2009 17:25 ]

BID = 585473

GeorgS

Inventar



Beiträge: 6450

Hallo Sam2,

Zitat :
waren Stifte mit je zwei segmentierten Ausschnitten

so etwas ähnliches meinte ich, mir fiel nichts besseres ein
als "abgeflacht". Ich meine noch so einen Schuko-"Doppelstecker"
mit solchen Stiften zu besitzen, wenn ich den wieder finde,
denke ich an dich.
Mit "Doppelstecker" meine ich diese T-Verzweigungen,
die damals so genannt wurden, an Steckdosenleisten
kann ich mich für die Zeit nicht erinnern.
Gruß
georg

_________________
Dimmen ist für die Dummen

BID = 585529

henryunsen

Gesprächig



Beiträge: 196
Wohnort: Hameln Ortsteil Unsen

Ich erinnere mich aus meiner frühen Jugend:
Diese Schucostecker mit den profilierten Stiften stammen aus der Zeit vor 1945 m.W. und waren "Tarif"-Stecker. Damals gab es unterschiedliche Tarife für Licht, Wärme und Kraft. Licht war am teuersten und hatte runde Stifte, die paßten also nur in Steckdosen mit kreisrunden Löchern. Kraft war billiger und hatte einseitig ausgenommene Stifte, die paßten dann in die Kraft-Steckdossen und in die rundlöcherigen Licht-dto. Wärme hatte zweifach ausgenommene Stifte, war am billigsten und in diese Steckdosen gingen nur die entsprechenden Stecker, damit auch niemand mit der Handlampe (-Leuchte natürlich) den verbilligten Wärmestrom nahm.
Ich habe nach 1950 noch solche Steckdosen (Wärme...) gegen moderne ausgetauscht. Die Sache mit den zweierlei Spannungen kann eigentlich nicht sein, denn wie gesagt, ist das System in einer Richtung kompatibel...
Gruß vom Pensionär.
htm

BID = 585537

ego

Inventar



Beiträge: 3093
Wohnort: Köln


Offtopic :
Warum war der in der Leistung/somit nötigen vorhaltung genügsamste "Lichtstrom" der teuerste? Sollte es nicht eher umgedreht sein? Oder dachte man damals schon "in Menge"?


[ Diese Nachricht wurde geändert von: ego am  3 Feb 2009 22:18 ]

BID = 585540

sam2

Urgestein



Beiträge: 35330
Wohnort: Franken (bairisch besetzte Zone)

Das ist sehr interessant zu hören.
Wenngleich es für mich etwas verwunderlich klingt, denn es fehlt völlig die Manipulationssicherheit! Das Stricken einer steckbaren Tarifspar-Verlängerungsleitung wäre ne Sache von Minuten...

Für die Tarifunterscheidung kenne ich die Verwendung nachgeschalteter verplombter Zwischenzähler mit Schweranlauf (sog. "Bügelzähler") mit Differenzberechnung.

Aber die Verwendung für unterschiedliche Spannungen ist nachgewiesen. Es wurde dabei hierorts die zweiseitig profilierte Version für 220V und die runde für 127V verwendet. Damit konnte man zwar Stecker in Dosen niedrigerer Nennspannung einführen, jedoch nicht in die höherer. Dies entspricht insoweit exakt den VDE-Bestimmungen und ist auch praxisgerecht.

Einseitig profilierte Steckerstifte sind mir dagegen noch nie begegnet, weder in Natura noch in irgendwelchen alten Unterlagen (und davon hab ich einige).

Richtig ist, daß die Verwendung bereits vor 1945 stattfand (eine mir persönlich bekannte Anlage, zu der auch noch teilweise Belege vorhanden sind, ist z.B. in den Jahren 1937 bis 1939 errichtet worden).

BID = 585543

sam2

Urgestein



Beiträge: 35330
Wohnort: Franken (bairisch besetzte Zone)

@ ego

Doch, diese Tarifstruktur traf zu!

Einmal dachte man "in Menge" (wollte also die Erzeugungs- und Übertragungskapazitäten bestmöglich ausnutzen).
Andererseits war es schlicht eine Frage der Konkurrenzlage!

Bei Beleuchtung war Strom einfach DAS begehrte Mittel der Wahl, außerdem der Verbrauch moderat. Also konnte man einen relativ hohen Preis erzielen. Alternativen nur Gas, Petroleum, Kerzen.

Bei Kraft lautete die Alternative Muskelkraft (Mensch oder Tier), Dampfmaschine, Verbrennungsmotor, Wasserrad oder (für kleine Leistungen in Haushalten) Wassermotor, etc. Die war schon billiger zu haben, auch der Verbrauch höher. Demnach konnte Strom nur zu niedrigerem Preis einen größeren Marktanteil erreichen.

Ganz heftig bei der Wärme. Hoher Verbrauch, billige Alternativen (Kohle, Holz). Daher wäre der Komfort des elektrischen Systems sehr teuer erkauft. Deswegen gabs ganz billigen Strom zum Heizen, Kochen, Bügeln, etc.

Auch spielte dabei der Tages-Lastgang ne große Rolle.
Wenn fast nur Beleuchtung benutzt wird, ist tagsüber der Verbrauch nur ganz gering, die Spitze fällt in die Abend- und Morgenstunden.
Um die Lasttäler zu füllen, gab es dann eben Anreize, tagsüber andere Verbraucher (eben motorischen und heiztechnische) zu betreiben.
Teilweise wurden seitens der EVU auch Zuschüsse für die Anschaffung solcher Geräte bezahlt!

Alles nichts neues. Die Deckungsbeitragsrechnung beherrschten die Altvorderen schon sehr gut. Ich hab oft den Eindruck, sogar deutlich besser als viele der Mähnähtscher von heute...

BID = 585641

GeorgS

Inventar



Beiträge: 6450

Hallo,
eine Ergänzung zu sam2s Post: es gab in den
50ern fast noch keine Pumpspeicherwerke, aber
es gab die großen Braunkohlekraftwerke im Rheinland.
(Die müssen durchlaufen, einen Muldenrost kann man nicht
abstellen)
Damals bis in die 70er war die große Zeit des
"Nachtstroms für Jedermann". Dann nahm die
Genehmigungsfreude der EVUs allmählich ab.
(am längsten dauerte nat. das im Bereich RWE)
Stilblüte:
Um 1970 schaffte ein Dorfbürgermeiser hier
in der Südpfalz große Widerstände an und
verkochte zu bestimmten Zeiten Strom, weil
das zu billigerem Strom ingesamt für das Dorfnetz
führte.
:=)
Gruß
Georg

_________________
Dimmen ist für die Dummen

BID = 585656

Trumbaschl

Inventar



Beiträge: 7460
Wohnort: Wien


Zitat :
Es gab aber auch den 10A-Typ, der identischen Stiftdurchmesser und -Abstand wie Schukostecker aufweist.

Beziehungsweise hatten in Österreich die späteren 6A-Typen (60er- und 70erjahre) trotzdem große Öffnungen und wurden mit 10A abgesichert... offizielle 10A-Typen gab es soweit ich mich erinnern kann nie, obwohl Lichtstromsteckdosen bis weit in die 70erjahre produziert wurden.

_________________
"Und dann kommen's zu ana Tür da steht oben "Eintritt verboten!" und da miaßn's eine!"


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