Hallo!
Ich habe hier ein Frequenznormal FN 7000 von ELV. Die Aufbereitung des DCF-Signals geschieht über ein Geradeausempfänger-Konzept. Danach werden die 77,5 kHz und der interne 10 MHz-Oszillator beide auf 2500 Hz heruntergeteilt und durch einen Phasenkomperator verglichen. Bei Abweichung, ändert sich die Regelspannung und der Oszillator wird mittels Kapazitätsdiaode nachgezogen. Dann gibt es noch eine Menge Teiler, die die 10 MHz erst auf 5, 2 und 1 MHz teilen und danach dekadisch bis 0.1 Hz herunterteilen und den Anschlußbuchsen zuführen. Die "Rastanzeige" wird über einen schmalen (85 mV) Fensterdiskriminator realisiert, der an die Regelspannung von dem VXO angeschlossen ist. Bei Rastung der PLL mit einer recht hohen Regelzeit (1-2 Minuten), befindet sich die Regelspannung genau auf der Hälfte der Betriebsspannung und für diesen Punkt ist die Rastanzeige auch eingestellt.
Das Gerät besteht aus sieben einzelnen Baugruppen:
1. Baugruppe: Antenne (Ferritstab, Schwingkreis, HF-Verstärker)
2. Baugruppe: Vorverstärker (TCA440, Quarzfilter, dann nochmal TCA440)
3. Baugruppe: Empfänger/Impulsformer (TCA440, Quarzfilter, dann nochmal TCA440, OPVs für Sinus-Rechteck-Umwandlung)
4. Baugruppe: Teiler für 2500 Hz + Phasenkomperator (TTL-CMOS)
5. Baugruppe: Regler + Regelspannungserzeugung
6. Baugruppe: VXO 10 MHz, gezogen mit Kapazitätsdiaode BB809
7. Baugruppe: Frequenzteiler und BNC-Anschlüsse
Die Probleme haben mit häufigem Ausrasten bis hin zum Nicht-Funktionieren gereicht. Das das Gerät recht alt ist, habe ich einen Neuabgleich versucht. Die Unterlagen (Bauanleitung) inkl. Schaltbilder und Abgleichanleitung liegen mir vor.
Das 77.5 kHz-Signal verlässt den Vorverstärker mit ungefähr 2 Vss und ca. 100 mV Restamplitudenmodulation. Die Regelzeiten für die AGC im Vorverstärker sind recht lang gewählt um die Amplitudenmodulation (100/25%) des Senders auszugleichen. Der Quarzfilter (77.5 kHz-Quarz) im VV ist ordentlich abgeglichen (Parallelkapazitäten). Es kommt ein sauberer Sinus hinten raus.
In der 3. Baugruppe gelangt das Signal über den Eingangskreis wieder an einen TCA440 und wird verstärkt (2.2 Vss, kaum Restamplitudenmodulation) und dem Quarzfilter zugeführt. Die Einfügedämpfung ist hier recht hoch, sodass nachfolgend wieder mit einem TCA440 verstärkt wird um nachfolgend ein Rechtecksignal zu formen.
Bis zum Quarzfilter sieht das Signal ordentlich aus, jedoch rastet die PLL nur kurz ein und dementsprechend viel Jitter hat der 10 MHz-Oszillator. Ich habe vor dem Quarzfilter und nach dem Quarzfilter mit dem Oszi gemessen (beide Kanäle gleichzeitig) und auf das Signal vor dem Filter getriggert. Am 2. Signal erkennt man eine Phasenverschiebung (T301/T302) und Phasenjitter, der sekündlich Auftritt. Die Restamplitudenmodulation des Signals vor dem Filter ist mit 1-2 mV jedoch sehr gering. Es könnte vom Einschwingvorgang des Quarzes kommen??
ELV kann/will mir nicht helfen, da sie selber keine Unterlagen mehr zu dem Gerät haben (Anfang-Mitte 80er). Deswegen habe ich den enstprechenden Schaltplan mal angehängt. Vielleicht hat einer von Euch Ideen? - Mir fällt auf, das beim Abgleich C11 voll eingedreht (40pf) ist, sodass die Amplitude maximal ist. Ich nehme einfach an, dass dies die Spannungsgegenkopplung sein soll, die aber bei mir die Hauptkopplung übernimmt

Mache ich diese Kopplung loser, so sinkt die Amplitude. - Meine Vermutung ist, dass der Quarz nicht mehr resonant ist.
Auch kommt mir diese Art der Filterkonstruktion unüblich vor. T301, T302, C311, C312 und zugehörige Widerstände bilden das Filter... Da der Jitter am 10 MHz-Ausgang bereits bis zu +/- 2-3 Hz beträgt, ist dieses ansonste schöne Gerät völlig nutzlos. Da ist der OCXO meines Zählers um 4 Zehnerpotenzen genauer.
Vielen Dank!
Sven
[ Diese Nachricht wurde geändert von: SvenL am 18 Aug 2008 18:27 ]