Labornetzteil Rückspeisefest?

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Autor
Labornetzteil Rückspeisefest?
Suche nach: labornetzteil (958)

    







BID = 535713

photonic

Schreibmaschine



Beiträge: 1301
Wohnort: Zürich, Schweiz
 

  


Hallo Zusammen

Ich habe letzthin ein Labornetzteil aus dem Elektroschrott gefischt, ist zwar uralt und etwa 40 kg schwer, aber funktioniert einwandfrei. Es ist ein Linearnetzteil 0-40V / 0-20A.

Ich wollte es verwenden um wiedermal an meinen Brushlessmotorsteuerungen weiterzuarbeiten. Nun passiert es da aber gelegentlich dass signifikant Leistung ins Netzteil zurückgespiesen wird, vor allem beim Abbremsen des Motors. Das hat die PC-Netzteile die ich dafür bisher hergenommen habe regelmässig zum Abschalten gebracht.

Ich habe leider keinen Schaltplan des Netzteils, überlebt eine übliche Ausgangsstufe eines Linearnetzteils einen solchen Gebrauch auf Dauer?

BID = 535733

Ltof

Inventar



Beiträge: 9386
Wohnort: Hommingberg

 

  

Ich gehe mal davon aus, dass das kein 2-Quadranten-Netzteil ist, welches die Spannung auch bei Rückstrom konstant hält (dann müsste die Angabe des Ausgangsstromes auch negative Werte haben). Die Spannung geht dann hoch - eventuell bis in unzulässige Bereiche für die Endstufe oder andere Teile. Ich würde den Rückstrom über eine Schottky-Diode in die Siebung leiten. Falls die Regelung in dem Zustand allzusehr aus dem Tritt gerät, lässt sich die Überspannung mit einer weiteren Diode vom Ausgang fernhalten.

Gruß,
Ltof

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„Schreibe nichts der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist.“
(Hanlon’s Razor)

BID = 535734

perl

Ehrenmitglied



Beiträge: 11110,1
Wohnort: Rheinbach


Zitat :
Ich würde den Rückstrom über eine Schottky-Diode in die Siebung leiten.
Ob das hilft, hängt eben von der zurückgespeisten Energiemenge und dem Speichervermögen der Siebelkos ab.
Sicherer wäre wohl die Verwendung eines Leistungstransistors, der die Energie verheizt, wenn die Ausgangsspannung z.B. 1V über den Sollwert ansteigt. (Oder Rückstromdiode plus Shunttransistor, der die Spannung am Siebelko auf einen sicheren Wert limitiert.)


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Haftungsausschluß:



Bei obigem Beitrag handelt es sich um meine private Meinung.



Rechtsansprüche dürfen aus deren Anwendung nicht abgeleitet werden.



Besonders VDE0100; VDE0550/0551; VDE0700; VDE0711; VDE0860 beachten !

[ Diese Nachricht wurde geändert von: perl am 20 Jul 2008 15:14 ]

BID = 535736

Ltof

Inventar



Beiträge: 9386
Wohnort: Hommingberg


Zitat :
perl hat am 20 Jul 2008 15:10 geschrieben :

Ob das hilft, hängt eben von der zurückgespeisten Energiemenge und dem Speichervermögen der Siebelkos ab.

Das stimmt natürlich. Ich bin stillschweigend davon ausgegangen, dass die Energiemengen diese Simpellösung zulassen. Wissen kann ich das nicht.

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(Hanlon’s Razor)

BID = 535737

perl

Ehrenmitglied



Beiträge: 11110,1
Wohnort: Rheinbach

Die vorgeschlagene Rückstromdiode ist aber in jedem Fall de erste Wahl, denn die Längstransistoren können beim Inversbetrieb wegen der schlechten Kühlung und der ungünstigen Emittergeometrie beschädigt werden. Das muss nicht gleich beim ersten Mal katastrophal enden.


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BID = 535796

photonic

Schreibmaschine



Beiträge: 1301
Wohnort: Zürich, Schweiz

Danke für die Tipps!

Die rückgeführte Energie ist nicht allzu gross, es ist einfach die im Rotor steckende kinetische Energie plus ein wenig Schwungmasse. Um PC-Netzteile abzuschalten und in einem Fall bisher den 7805 Spannungsregler auf der Motortreiberelektronik zu zerstören reicht es aber leider.

Ich habe mal einen Blick ins Netzteil geworfen, was ich durch die Kühlungsgitter erkennen konnte. Evtl. gibt es sogar schon so eine Rückstromdiode, ich habe mitten im Gehäuse eine einsame Einpressdiode gesehen, bin aber noch nicht sicher wozu die wirklich ist. Die Siebung scheint auch üppig ausgelegt, so dass sie die Energie verkraften können sollten. Aber so eine Rücktromdiode nützt meiner Meinung nach erst wenn die Spannung am Ausgang höher wird als die Spannung an den Siebelkos. Und die liegt bei moderater Last bei über 50V...

Wenn ich nochmals darüber nachdenke werde ich sowieso nicht darum herumkommen eine "Verheizschaltung" zu bauen, die die Spannung auf einen sicheren Wert begrenzt, weil meine Treiberelektronik bei 50 V schon lange Rauchzeichen gibt.

BID = 535808

Ltof

Inventar



Beiträge: 9386
Wohnort: Hommingberg

Dann mach parallel zum Ausgang eine "Power-Z-Diode" etwas oberhalb der üblichen Betriebsspannungen. Da keine besondere Präzision erforderlich ist, tut es eine Darlington-Stufe, eine Z-Diode und ein Widerstand.

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BID = 535834

photonic

Schreibmaschine



Beiträge: 1301
Wohnort: Zürich, Schweiz

Die Lösung tönt sehr vernünftig und sollte das Leben aller beteiligten Bauelemente schützen. Ich werde so etwas bauen.

Vielen Dank!

BID = 535852

GeorgS

Inventar



Beiträge: 6440

Hallo,
für diese Fälle wäre ein Shunt-Regler
bestens geeignet.
Gruß
Georg

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BID = 535854

Ltof

Inventar



Beiträge: 9386
Wohnort: Hommingberg


Zitat :
GeorgS hat am 20 Jul 2008 21:33 geschrieben :

...für diese Fälle wäre ein Shunt-Regler...

Genau das ist die verstärkte Z-Diode.

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BID = 535903

GeorgS

Inventar



Beiträge: 6440

Eine an einen Längsregler angeflanschte
Z-Diode ist kein Shuntregler.
Georg


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BID = 535904

Ltof

Inventar



Beiträge: 9386
Wohnort: Hommingberg




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BID = 535953

GeorgS

Inventar



Beiträge: 6440

Hallo Ltof,
ich kenne die "amplified Diode". Zur Sicherheit, damit
wir nicht aneinander vorbei reden, anbei eine Prinzipskizze
was ich mit Shunt-Regler meine.
Die hatten (und haben noch) ihre Anwendung vor allem
in Reglern für Hochspannung (z. B. in den alten Farbfernsehern
mit PD500). Aber auch mit Transistoren realisiert in Oszilloskopen.
Für Labornetzteile hat man die naturgemäß kaum eingesetzt.
Für die Zwecke von photonic könnte er auch sein
Labornetzteil einfach mit einem Widerstand belasten.
So dimensioniert, daß in dem Widerstand ein Strom fließt, der etwas
höher ist als der zu erwartende Rückspeisestrom.
Gruß
Georg


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[ Diese Nachricht wurde geändert von: GeorgS am 21 Jul 2008 14:07 ]

BID = 535974

Ltof

Inventar



Beiträge: 9386
Wohnort: Hommingberg

@Georg
Erkläre mal, wieso die stromverstärkte Z-Diode kein Shuntregler sein soll.

@Photonic
Falls die Rückströme ganz besonders steil ansteigen, ist die Schaltung u.U. zu langsam. Dann empfiehlt sich zusätzlich eine Suppressordiode oder ein Varistor.

Gruß,
Ltof

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BID = 536148

photonic

Schreibmaschine



Beiträge: 1301
Wohnort: Zürich, Schweiz

Ein sehr steiler Anstieg tritt nicht auf da die Spannungsversorgung direkt an der Ansteuerelektronik mit einem low-ESR Elko stabilisiert ist der die Sache etwas abpuffert. Da sollte die Power Z-Diode gut mithalten können. Ohne diesen Elko ergäbe sich aus der Elektronik innert kürzester Frist ein Rauchgenerator.

Eine Supressordiode ist aber bestimmt eine gute Idee, die wollte ich eigentlich schon auf die Schaltung integrieren, wenn ich dann mal ein neues Layout entwickle. Ich war doch unangenehm überrascht wie schnell sich bei grossen Strömen hohe Spannungsspitzen entwickeln die mir schon die eine odere andere Ansteuerung zerstört haben.


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