Hallo,
ich baute einen Gegentakt-Verstärker nach Schaltplan auf:
Daten laut Schaltplan P38StF, F-verändert ist der Plan, nach dem ich gegangen bin
(Den Namen der Firma habe ich gelassen wegen Copyright für den Verstärker, einscannen musste ich den Plan, damit man das Ganze untersuchen kann. Außerdem nehme ich an, dass diese Firma normalerweise keine Röhrenverstärker mehr baut).
Die Daten der angegebenen Drossel sind nicht ausreichend, unter Google habe ich nichts Entsprechendes gefunden.
Der Netztrafo ist ersetzt durch einen 231V/220V (Sek.) Steuertrafo, die Heizspannung wird über Lötkolbentrafo 220/ schaltbar von 5 bis 6,5 V ~ gegeben.
Wegen Verwendung des zusätzlichen Heiztrafos habe ich die Heizung vorsichtshalber nicht symmetriert über 100 Ohm pro Leitung an Masse.
Der Schalter hinter der Sekundärspannung des Netztrafos ist wie eingezeichnet, für eine Leitung, nicht doppelt, wie beim Netzschalter und wird betätigt, sobald die Röhren aufgeheizt sind, (Einschaltverzögerung nicht durch Relais).
Die Röhrensockel haben einen Mittelpin, (kleiner Zapfen). Diesen habe ich nicht mit Masse verbunden.
Der Schutzleiter ist mit dem Gehäuse verbunden, die Masse liegt am Schutzleiter an, weil ich nicht weiß, wie gut die Isolierung des Steuertrafos ist (Schutzklasse), zudem wird das Blechpaket sehr warm, trotz angegebenen 250VA. Dabei "surrt" der Trafo.
Ich verwendete keinen Selengleichrichter, der vermutlich für die Schaltung vorgesehen war, sondern einen modernen B500C1500 Brückengleichrichter. (So hohe Werte, "weil dieser gerade da war").
Die ersten beiden Kondensatoren im Netzteil haben jeweils 47 uF/350V und befinden sich baulich in einem Gehäuse. (eigentlich 3 x 47 uF, Al-Elko)
Den dritten Elko im Netzteil ersetzte ich durch einen 10 uF.
Die "Siebdrossel" diente vermutlich früher mal zur Frequenzanpassung eines Lautsprechers.
Gemessen:
Die Spannungen Ug und Ua (Leitung 1 und Leitung 2 vom Netzteil) liegen um ca. 300 V (Grenzspannung für die ECL86), letztens sogar ca. 320 V.
Fragen wegen zu hoher Spannung, Brumm und anderen Störgeräuschen u.a.:
A) Die Spannung ist zu hoch, zumal die Sekundärspannung des Netztrafos weniger beträgt, als im Original angegeben.
Liegt es am modernen Brückengleichrichter im Gegensatz zum alten Selenbrückengleichrichter oder an der verwendeten Drossel, durch zu niedrigem ohmschen Widerstand oder woran?
B) Der ohmsche Widerstand der Drossel ist vielleicht zu gering. Zudem habe ich keine Daten bezüglich der Induktivität, ebenso weiß ich nicht, ob sie einen Luftspalt hat,(Größe des Blechpaketes: ca. 50 x 60 x 22).
Wenn ich diese weglasse, wie berechne ich den zu ersetzenden (Last)widerstand?
C) Spannungsvervielfachung: An sich benötige ich (laut Plan, schlecht erkennbar, somit vermutlich) 280 V an Leitung 1, für Leitung 2 weiß ich es nicht.
Die nächste Frage ist daher, wegen fehlendem Trafo mit entsprechender Schutzklasse, ob ein anderer Trafo (aus Transistorverstärker) Sek. ca. 50 V mit Spannungsvervielfachung verwendbar wäre.
Wie gestalte ich ein solches Netzteil? Wie berechne ich dies (habe schon seit längerer Zeit "gegoogelt", aber bislang nichts Ausreichendes zu diesem Thema, allgemein Netzteil-Berechnung, gefunden.)
D) Beim Betreiben hatte ich zwischendurch Probleme mit Störgeräuschen, die an einer Sendersuche mit einem Radio oder Funkgerät erinnern. Woher könnten diese kommen?
E) Unter den Röhrensockeln befindet sich ein, in der Mitte liegender, Zapfen aus Metall (Sockelhülse). Dieser ist zur Abschirmung an Masse gedacht, wie ich gerade erfuhr. Das habe ich noch nicht gemacht, wobei die Frage ist, inwieweit dies Einfluß auf Störgeräusche und Brumm nehmen kann.
F) Die Heizungsdrähte sind verdrillt, Heizungssymmetrie (was das heißt, weiß ich nicht), 100 Ohm je Leitung der 6,3V~, ist nicht vorhanden, weil ich nicht weiß, ob ich, wegen zusätzlichem Lötkolbentrafo, dies machen darf. Stimmt das?
G) Sämtliche Leitungen sind nicht abgeschirmt, die Masse geht von einem Punkt (aus dem Netzteil) an den Schutzleiter zum Gehäuse wegen verwendetem Netztrafo. An diesem befindet sich je eine Direktverbindung zu den isoliert vom Gehäuse eingebauten Ein- und Ausgängen. Isoliert aufgebaut,für den Fall, dass ich es mal ändern sollte.
Eine Verminderung von Störgeräuschen gab es anscheinend hörbar nicht, bei Überbrückung mit durch Kondensator gebrücktem Widerstand.
Eine Triode (Vorstufen) befindet sich baulich mit je einer Pentode in einer Röhre bei der ECL86.
Ich baute alles ins Gehäuse, nicht die Röhren, Übertrager, Netztrafo und die Elkos oben drauf, wie man bei anderen verstärkern sehen kann.
Sämtliche Bauteile befinden sich auf der Seite der Platine, auf welchem die Röhrensockel aufgelötet sind, was ich wegen der Wärmestrahlung beim nächsten Mal verhindern möchte.
Die beiden Kanale (Links und Rechts) stehen sich gegenüber. Die Röhren sind seitlich befestigt, die Platinen versetzt, so dass sich die Röhren versetzt gegenüberstehen und die "vorderen Zapfen" nebeneinanderliegen in ca. 2 cm und 3 cm Abstand.
Die verwendeten Potentiometer haben eine Kunststoffachse, sind mit mit dem Metallrahmen am Chassis befestigt. Eine Isolierung ergab keine Besserung.
Die Masse ist nicht sternförmig auf einen Punkt verlegt, sondern geht vom Netzteil direkt nach Schaltplan an den dort verzeichneten nächsten Punkt und dort in etwa weiter nach Plan. Tests mit Krokoklemmen an bestimmten Punkten nach Netzteilmasse ergaben anscheinend keine hörbare Besserung.
Die spannungsführenden Kabel zum rechten Kanal liegen unterhalb der Platine der Potentiometer. Vielleicht sollte ich hier eine Schirmung der Kabel durch ein Blech vornehmen.
Die Potentiometer für die Lautstärkeeinstellung haben inzwischen jeweils ca. 2 mm Spiel an den Achsen, ich musste sie anscheinend zunächst einschleifen und mit Kontakt 60 einsprühen, obwohl sie gerade gekauft waren.
(Hinweis: Die Störgeräusche (Pfeifen, Quieken) verstummten beim Bewegen des gesamten Chassis, welches aus mehreren Teilen zusammengestzt ist. (Das Chassis (Gehäuse) diente zuvor für einen Transistorverstärker)).
H)Dabei meine nächste Frage: Ich habe sehr viele ungebrauchte 50kOhm log Potis, vermutlich besserer Qualität. Auch einige weitere Unbenutzte. Dazu noch welche, bei denen man beim Drehen ein leichtes Klicken hört, die aus einem Transistorverstärker stammen. Nun ist die Frage: Wie berechne ich das Ganze, wenn ich Potis mit weit geringerem ohmschen Widerstand einsetze?
Der große Elko vom Netzteil, der die ersten beiden Elkos "vereint", ist auf einer Plexiglasscheibe zur Seite stehend montiert und befindet sich mit dem Ende des Zylinders ca. 4 cm weit entfernt von der Rückseite der ersten Platine ("Linker" Kanal).
Die Übertrager sind die "originalen" Übertrager, welche zum Schaltplan (siehe Anlage) "gehören". (Eisenkern: Breite x Höhe: 65 mm, Tiefe: 27 mm, anscheinend M-Bleche)
Bei Berechnung mit 5 Ohm Lastimpedanz mit einem Programmm aus dem Internet "www (Punkt) mcamafia.de/tubes/keksdose/rechnung.htm":
P1 an P2:
Ü: 65,5
Lp:84,25H
Zp:21451,25Ohm
Fu:40,52Hz
Rx:75079,38Ohm
Cx:59,79nF
P1 an M:
Ü:26,2
Lp:19,32H
Zp:3432,2Ohm
Fu:28,28Hz
Rx:12012,7Ohm
Cx:535,42nF
P1 und M: 183 Ohm
P2 und M: 210 Ohm
P1 und P2: 393 Ohm
Ich probierte Röhren verschiedener Hersteller aus.
Über Klirrfaktor etc. kann ich keine Angaben machen.
Die Güte der Glättung im Netzteil kann ich zur Zeit nicht messen:
Meßgeräte: Multimeter Peaktech 1050, zwei Oszilloskope, eines davon: PM 3240 von Philips, 5mV/Div bis 2V/Div, 2 Eingänge: jeweils 1 MOhm, 15 pF, das andere ist aus der ehemaligen UdSSR (Analogspeicher), jedoch keine Tastköpfe mit geeignetem Spannungsteiler ("Geldfrage")
I) Daher meine nächste Frage: Wie berechne ich Spannungsteiler für Oszilloskope? (Wie ich las, werden dort auch Kondensatoren gebraucht.)
(Vielleicht sollte ich mal Fotos des Verstärkers machen, was sich wegen fehlender Digitalkamera z.Zt. nicht machen lässt.)
Der Sound ist nicht schlecht, finde ich.
Jedoch muß ich zuvor bestimmte Einstellungen mittels eines vorgeschaltetem Equalizers machen, gerade in den mittleren Frequenzen. Für wirklich tiefe Bässe nicht geeignet.
J) Daher nun erstmal meine letzte Frage:
In wieweit ist der verwendete Ausgangsübertrager an den Ausgabefrequenzen zu den Lautsprechern, vor allem an der Höhe der minimalen Frequenz beteiligt, unabhängig der Schaltung.
Grüße von
wheel