Wichtiger Punkt!
Auf die Montage der Schüssel bin ich ebenfalls noch nicht eingegangen.
Zur Erdung:
Alle Hinweise die Längen und Querschnitte usw. betreffen gelten für Deutschland. Wie die Regelungen in anderen Ländern aussehen weiß ich nicht, dürften aber ähnlich sein. Bitte im Zweifel vor Ort informieren!
Für Antennen, die sich mehr als 2m unterhalb der Dachkante und weniger als 1,5m vom Gebäude oder Antennen die sich in Gebäuden befinden ist keine Erdung erforderlich. Das betrifft in der Regel alle Antennen die an der Hauswand montiert werden sowie terrestrische TV-Antennen auf dem Dachboden bzw. Zimmerantennen.
In allen anderen Fällen müssen die Antennen geerdet werden. Der Querschnitt der Erdungsleitung muß bei Kupferleitungen (isoliert oder Blank, Ein- oder mehrdrähtig, nicht feindrähtig) mindestens 16mm2 betragen, bei Alu (isoliert, nur in Innenräumen blank) mindestens 25mm. Die Leitung sollte auf dem kürzestem Weg mit einer Erdungsanlage verbunden werden. Als Erdungsleiter können auch Metalltreppen, Feuertreppen oder das Stahlskelett des Hauses genutzt werden.
Wasserleitungen (war mal erlaubt, mittlerweile aber teilweise aus Kunststoff daher verboten), Regenrinnen sowie der Schutz- und/oder Neutralleiter des 230V Netzes oder die Abschirmung eines Koaxkabels dürfen nicht als Erdungsleiter verwendet werden.
Angeschlossen wird der Erdleiter entweder an eine vorhandene Blitzschutzanlage, an das Erdungssystem des Gebäudes (Fundamenterder) oder an einen eigenen Erder.
Das ist entweder ein Banderder aus verzinktem Stahl nach DIN48801 (3,5mm x 30mm) 0,5 m tief im Boden verlegt und mindestens 3m lang, oder (was einfacher ist) ein Staberder von mindestens 1,5m Länge.
In der Praxix wird die Erdung leider gerne aus Kostengründen "vergessen". Meistens mit der Begründung "da ist noch nie was passiert". Ich kenne genügend Antennen die seit 40 Jahren (OK nicht ein und die gleiche Antenne) auf dem Dach stehen und wo noch nie etwas passiert ist.
Ich habe allerdings auch schon eine durch direkten Einschlag verwüstete Wohnung gesehen.
In diesem Fall ist der Blitz in eine ungenutzte (nicht geerdete und nicht angeschlossene) CB-Funkantenne eingeschlagen, die Spitze der Antenne befand sich (vor dem Einschlag) ca. 6m höher als der Dachfirst. Von dort ist der Blitz in die ebenfalls nicht geerdete Sat-Antenne des Kunden (das Standrohr war zu dem Zeitpunkt auch ca. mindestens 20 Jahren alt) übergesprungen. Um es kurz zu machen: Ein paar Dachpfannen kaputt, LNB-Innenleben verdampft, Kabel aus dem LNB rausgesprengt, Kabel nur noch Stückchenweise auf dem Dach vorhanden, schwarze Brandspur an der Hauswand entlang bis zum Fenster, Frontend vom Receiver verdampft, 2 Videorecorder mit teilweise verdampften Innenleben und BRandspuren zwischen den Gehäusen und ein teilweise Verdampftes TV-Gerät. Mehrere verbrannte Steckdosen in der Wohnung sowie durchgebrannte Leitungen in der Wand.
Die Wohnung wurde, nachdem besorgte Nachbarn die Polizei und Feuerwehr gerufen hatten, polizeilich geöffnet (der Mieter war nicht zu Hause). Der Schaden lag bei mehreren tausend Euro (bzw. damals DM), die Wohnung war einige Tage praktisch unbewohnbar (Wände aufstemmen usw.)
Zurück zum AUfbau der Antenne:
Das der Mast an dem die Schüssel montiert wird einen festen Halt haben sollte und nicht wackeln darf sollte klar sein, wird einem aber wohl spätestens bei Aufbau klar, wenn man merkt das es auf Millimeter ankommt. Eine alte Wäschestange o.ä. eignet sich daher nicht.
Die Montage sollte also schon an einer geeigneten Wandhalterung, mit einem stabilen Antennenstandrohr auf dem Dach oder, wie in diesem Fall im Garten, mit einer Standhalterung die durch Gehwegplatten beschwert wird, erfolgen. Bei letzterer darf es auch ruhig mehr als eine Gehwegplatte sein.
Es gibt eine Vielzahl weiterer Halterungen, auch für Balkongeländer etc. Wenn ich jetzt alle aufführe sprengt das wohl den Rahmen.
Natürlich kann man sowas auch selber bauen, lohnt sich aber meistens nicht.
Bei der Schüssel selbst merkt man beim AUfbau, spätestens aber nach den ersten Stürmen warum es teure und billige gibt. Billig ist hierbei meistens teurer weil kurzlebiger. Einige Billigschüsseln kann man aufgrund der vielen kleinen Teile kaum auf dem Dach aufbauen. Bei einigen ist die Masthalterung z.B. als Bügel ausgeführt, die Montage am Mast bei vorhandenen TV-Antennen am gleichen Mast ist praktisch unmöglich. Die erste Hand hält die Schüssel an den Mast, die zweite steckt den Bügel in den Plastikklotz an der Schüssel, die dritte Hand (fällt was auf?) schraubt die kleine Mutter auf das Gewinde am Bügel und mit der vierten Hand hält man sich fest... An Wandhalterungen ist das natürlich kein so großes Problem, auch bei den Billiganlagen gibt es gute und schlechte. Leider merkt man das meistens erst später.
Meine eigene Schüssel stammt aus einer Baumarktanlage und hängt seit 6 Jahren an der Hauswand. Ob sie da aber jemals wieder ohne Probleme abzubauen ist bleibt eine Frage...
Zum Thema Blitzschutz hab ich noch einen Link:
http://www.blitzschutz.com
Uploaded Image:
sat-standfuss.jpg
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[ Diese Nachricht wurde geändert von: Mr.Ed am 19 Mär 2003 21:44 ]