Fehlersuche HAMEG 512-4

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Fehlersuche HAMEG 512-4
Suche nach: fehlersuche (3196) hameg (598)

    










BID = 1077084

slim_nesbitt

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Beiträge: 57
 

  


Hallo zusammen,

ich habe wieder Probleme mit meinem HAMEG 512-4, das ich 2004 für ein paar Euro erworben habe und damals mit Hilfe von perl und high_speed aus diesem Forum wiederbeleben konnte.

Schaltpläne zu diesem Modell finden sich hier:
https://www.sky-messtechnik.de/images/PDFs/HM512-4.pdf

Vor ein paar Wochen habe ich nach längerer Pause das Oszilloskop mal wieder benutzt. Dabei gab es Probleme mit der Triggerung des 2. Kanals. Die Automatik arbeitete nicht wie gewohnt. Ich habe dann auf der X-Platine 4 Tantalperlen des Schmidt-Triggers durchgemessen und nach dem wiederanlöten der Beinchen funktionierte plötzlich auch die automatische Triggerung des 2. Kanals wieder. Ich habe dann 4 neue Tantalkondensatoren bestellt und eingebaut.

Inzwischen hatte ich einen Philips-Funktionsgenerator mit Mängeln bei ebay erworben und instandgesetzt (Kontaktpreller, verbrannter Widerstand, Ein-/Ausschalter defekt und rissige bzw. spröde Schalterknöpfe).

Die Drehkondensatoren der Eingangsteiler des HAMEG waren offensichtlich irgendwann einmal wild rein- und rausgedreht worden, so dass ich mir dachte, ein Abgleich mit Hilfe des Funktionsgenerators könnte auch angesichts des Alters des Oszilloskops (47 Jahre) sinnvoll sein.
Das Oszilloskop stellte die Signale des FG gut dar, allerdings war der Strahl des 2. Kanals leicht unruhig (+- 1 mm vertikal). Das Ganze ging vielleicht 3 Wochen gut, bis gestern ein (neues?) Problem auftauchte:
Ohne Signal zeigen die beiden Kanäle eine periodische Y-Auslenkung, die manchmal wie "Strahlverstärkungen" und dann wieder wie "Halbwellen" aussieht (siehe Foto). Zeitablenkung stand dabei auf 5 ms/cm. Die Amplitudenschalter zeigen keine Wirkung. Horizontale und vertikale Strahlverschiebung funktioniert.

Ich habe heute die Bauteile einmal durch leichtes Klopfen geprüft und dabei reagierte beim Klopfen auf den Transistor T40 auf der NV-Platine das Gerät in der Form, dass sich die Y-Auslenkung etwas veränderte und der Strahlanfang sich ca. 8 cm horizontal nach rechts verschob. Ich habe diesen Transistor dann getauscht (BF258 gegen BF458) - ohne Veränderung.

Ich bin kein Elektroniker und würde mich freuen, wenn mir jemand von euch Hilfestellung geben könnte. Das Hameg ist zwar nicht mehr ganz neu (bin ich auch nicht mehr ...), aber ich möchte es gerne weiterhin nutzen, weiß aber momentan nicht, wo und wie ich den Fehler suchen soll (Gleichrichter-Dioden Netzteil? Die üblichen verdächtigen Tantalperlen?).


Gruß

Andreas






BID = 1077085

BlackLight

Inventar

Beiträge: 4350

 

  


Zitat :
Ohne Signal zeigen die beiden Kanäle [...]
Mit Kurzschluss am Eingang oder offen/hochohmig?


Zitat :
Zeitablenkung stand dabei auf 5 ms/cm.
Bei 2 div. sind das rund 10 ms Periode, also 100 Hz. Schaut mir zu sehr nach gleichgerichtete 50 Hz aus, deshalb obige Frage.








BID = 1077088

slim_nesbitt

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Beiträge: 57

Die Eingänge waren offen.

BID = 1077101

perl

Ehrenmitglied



Beiträge: 11110,1
Wohnort: Rheinbach


Zitat :
Ohne Signal zeigen die beiden Kanäle eine periodische Y-Auslenkung, die manchmal wie "Strahlverstärkungen" und dann wieder wie "Halbwellen" aussieht (siehe Foto). Zeitablenkung stand dabei auf 5 ms/cm.
Interessantes Bild.
Wenn die Zeitablenkung alle 10ms etwas rückwärts läuft, dürfte da ein erheblicher Netzbrumm (100Hz hinter dem Gleichrichter) eingekoppelt werden.
Ich tippe auf einen tauben Elko in der Stromversorgung.

Wenn du ein zweites Scope zur Hand hast, sollte sich der Fehler rasch finden lassen.
Sonst kannst du wahrscheinlich auch mit einem DMM im ACV-Bereich den Wechselspannungsanteil auf den Versorgungsgleichspannungen nachweisen.

Alternativ schaltet man einen definitiv guten Elko dem zu überprüfenden Kandidaten parallel. Gerät vor dem Herstellen der Verbindung stets ausschalten und den Ersatzkondensator entladen, sonst tötet der Aufladstromstoss evtl einen Längsregler.

P.S.:
Zitat :
Ich habe heute die Bauteile einmal durch leichtes Klopfen geprüft und dabei reagierte beim Klopfen auf den Transistor T40 auf der NV-Platine das Gerät in der Form, dass sich die Y-Auslenkung etwas veränderte und der Strahlanfang sich ca. 8 cm horizontal nach rechts verschob.
Ich tippe auf eine kalte Lötstelle. Der verdächtigte Transistor befindet sich wohl nur zufällig an einer Stelle, wo er beim Klopfen besonders effizient eine mechanische Verbiegung der Platine bewirkt.
Besonders verdächtig sind Lötstellen von schweren oder grossen Teilen.
Also einfach mal alles nachlöten *).
Vielleicht beseitigt das Nachlöten auch das Problem mit dem Siebkondensator, der vllt gar nicht taub ist, sondern einfach keinen Kontakt mehr hat.

*) Beim Nachlöten nicht nur das alte Lot aufschmelzen, sondern auch etwas Lötdraht verwenden, weil der Flußmittel enthält, das wieder metallisch blanke Oberflächen erzeugt.



[ Diese Nachricht wurde geändert von: perl am 20 Jan 2021  6:59 ]

BID = 1077110

slim_nesbitt

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Beiträge: 57

Danke für die Hinweise.

Ich werde die Kondensatoren auf der NV-Platine prüfen.
Ich habe bereits die Lötstellen um den Kondensator (mit zusätzlichem Lot) nachgelötet, als ich ihn ersetzt habe. Eine Lötstelle mit sehr wenig Lot war dabei. Werde jetzt die anderen Lötstellen auch nachlöten.

Ich melde mich danach wieder...

BID = 1077162

slim_nesbitt

Gelegenheitsposter



Beiträge: 57

Ich habe jetzt die NV-Platine nachgelötet und von altem und neuem Flußmittel gereinigt.
Das Strahlbild hat sich geringfügig nach dem Löten verändert. Der 1. Kanal zeigt jetzt periodisch einen kleinen Kreis - wie eine "Rolle rückwärts" und der Amplitudenfeinregler des getriggerten Kanals muss etwas nach rechts aufgedreht werden, sonst erscheinen die beiden Strahlen nicht.

Bis auf die beiden Folienkondensatoren mit 47nF links neben dem Transistor T90 und oberhalb zwischen dem 2. und 3. ELKO sowie den 70pF Kondensator rechts vom IC90 (ich konnte die Anschlußbeine bei diesen nicht erreichen) habe ich außerdem alle anderen Kondensatoren der NV-Platine mit parallel geschalteten und funktionierenden Exemplaren im Betrieb überprüft.
Leider kein Unterschied...


Gruß

Andreas

BID = 1077194

BlackLight

Inventar

Beiträge: 4350


Zitat : slim_nesbitt hat am 19 Jan 2021 22:50 geschrieben :
Die Eingänge waren offen.
Was zeigt das Oszi denn an, wenn man die Eingänge z.B. mit 50 Ohm terminiert und 5 mV/cm bzw. 5 mV/div für beide Kanäle auswählt?

BID = 1077209

slim_nesbitt

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Beiträge: 57

Mit einem entsprechendem 50 Ohm Abschlußwiderstand ist das Signalbild zwar ruhiger und gleichmäßiger, aber es verändert sich nicht grundsätzlich. Auf Einstellung 5 mV/cm hat es eine Y-Auslenkung von etwa 3 - 6 mm, abhängig vom Kanal. Beim Hochschalten der Amplitudenregler wird die Signalhöhe zwar zuerst geringer, aber verändert sich dann in der Folge nicht mehr. Das Foto wurde aufgenommen bei 5 mV/cm Amplitude und 5 ms/cm Zeitablenkung.





[ Diese Nachricht wurde geändert von: slim_nesbitt am 23 Jan 2021 13:26 ]

[ Diese Nachricht wurde geändert von: slim_nesbitt am 23 Jan 2021 13:28 ]

BID = 1077234

perl

Ehrenmitglied



Beiträge: 11110,1
Wohnort: Rheinbach


Zitat :
Mit einem entsprechendem 50 Ohm Abschlußwiderstand ist das Signalbild zwar ruhiger und gleichmäßiger, aber es verändert sich nicht grundsätzlich
War auch nicht zu erwarten.

Warum machst du nicht einfach, was ich dir oben geraten habe, nämlich die Brummspannung auf den diversen Versorgungsgleichspannungen des X-Verstärkers zu kontrollieren?

BID = 1077288

slim_nesbitt

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Beiträge: 57

...weil du mir auch diesen Tipp gegeben hast: "Alternativ schaltet man einen definitiv guten Elko dem zu überprüfenden Kandidaten parallel."
Das habe ich gemacht.

Ich weiß nicht, ob ich jetzt richtig vorgegangen bin. Ich habe jedenfalls die im Schaltplan angegebenen Spannungen der X-Endstufe auf der Z-Platine gemessen - als V- und V~. Die Spannungen stimmten größtenteils mit den angegebenen Werten überein und hatten auch keine AC-Anteile, bis auf die + 130 V zwischen den 15K-Widerständen und den Transistoren T70 und T72. Hier habe ich 147 V-/46 V~ bzw. 125 V-/46 V~ gemessen (siehe Foto).

Wie soll ich weiter vorgehen?






BID = 1077354

perl

Ehrenmitglied



Beiträge: 11110,1
Wohnort: Rheinbach


Zitat :
Die Spannungen stimmten größtenteils mit den angegebenen Werten überein und hatten auch keine AC-Anteile,
Ok.
Am Ausgang des X-Verstärkers muss ja eine Wechselspannung sein, wenn die Ablenkung läuft.

Die Schleifchen sagen mir, dass sowohl der X- wie auch der Y-Verstärker von der Brummspannung betroffen sind, diese also aus einer gemeinsamen Quelle stammt.
Lediglich die Zeitkonstanten sind verschieden, bzw. die Brummspannungen sind phasenverschoben, wofür unterschiedliche Filterkondensatoren auf den Platinen ursächlich sein werden.

Deshalb würde ich mir die +30V und -15V Versorgungen mal genauer ansehen. Achte dort mal auf die Brummspannungen, die an den beiden 470µF Elkos direkt hinter den Gleichrichtern, also noch vor den Regelschaltungen, anliegen.
Ich vermute, dass einer dieser beiden Elkos taub ist, oder dass einer der Längstransistoren defekt ist.
In letzterem Fall dürfte aber auch die betreffende Ausgangsspannung deutlich zu hoch sein.

BID = 1077395

slim_nesbitt

Gelegenheitsposter



Beiträge: 57

Ich habe die Spannungen auf der NV-Platine durchgemessen.
Die -15 V sind vorhanden, ohne AC-Anteile. Im Falle der +30 V habe ich +27 V und 0,4 V Wechselspannung gemessen.
An den beiden 470 uF Elkos habe ich einmal 0,73 V~ und beim anderen 0,46 V~ gemessen (siehe Foto).
Die Kondensatoren habe ich dann nacheinander ausgelötet, in einem kleinen Komponententester geprüft und einen Elko gleicher Kapazität aber höherer Spannung versuchsweise anstelle des originalen Elkos eingesetzt. Ergebnis: Die beiden Elkos sind in Ordnung.

Welche Transistoren meinst du mit den "Längstransistoren"? Wo muss ich die Ausgangsspannung messen?
Auf dem Schaltplan sind 3 Transistoren T91 - 93 vom Typ 2N5293 eingezeichnet, die ich auf der NV-Platine allerdings nicht entdecken kann (ev. Bestandteil des IC90?). Des Weiteren der T90 (tatsächlich ein BF258 statt BF257), den ich schon zuvor gegen einen BF458 ausgetauscht hatte. Bleiben noch die Transistoren T94, T95 und T96...





BID = 1077431

Onra

Schreibmaschine



Beiträge: 2388


Zitat :
slim_nesbitt hat am 26 Jan 2021 15:57 geschrieben :


Auf dem Schaltplan sind 3 Transistoren T91 - 93 vom Typ 2N5293 eingezeichnet, die ich auf der NV-Platine allerdings nicht entdecken kann (ev. Bestandteil des IC90?).


Unten links auf dem Bestückungsplan sind die drei Leistungstransistoren sichtbar.

Onra

BID = 1077433

slim_nesbitt

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Beiträge: 57

....

DANKE für den Tipp!

Andreas

BID = 1077439

perl

Ehrenmitglied



Beiträge: 11110,1
Wohnort: Rheinbach


Zitat :
Im Falle der +30 V habe ich +27 V und 0,4 V Wechselspannung gemessen.
Die Brummspannung ist zu hoch und die Gleichspannung zu niedrig.
Evtl. ist die +30V Versorgung überlastet, weil auf einer der davon versorgten Schaltungen ein (fast) Kurzschluss existiert.

Den Laststrom der +30V Versorgung bestimmst du am einfachsten, indem du den Spannungsabfall an dem 1,5 Ohm Emitterwiderstand von T92 misst und das ohmsche Gesetz anwendest. Sobald hier ca. 600mV überschritten werden (ca. 400mA), liegt eine Überlastung vor, und die Strombegrenzung setzt ein.
Schau auch mal, ob T92 schon hinüber ist (C-E-Kurzschluss).

Tantal-Elkos fallen gerne mit Kurzschluss aus, und gewöhnlich raucht dann auch der zugehörige Vorwiderstand.
Der 1µF 35V Elko in der Y-Endstufe zwischen T62 und T63 könnte solch ein Kandidat sein, aber bestimmt sind noch mehr davon an anderen Stellen der Schaltung versteckt.

Im Übrigen vermisse ich das Schaltbild der Y-Leiterplatte mit den Eingangsstufen. Auch dort können solch faule Teile vorhanden sein.


[ Diese Nachricht wurde geändert von: perl am 27 Jan 2021  3:49 ]


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