Da hier nun leider keine Erfahrungen gepostet wurden, sah ich mich gezwungen, im heroischen Selbstversuch Erfahrungswerte zu sammeln...
Da das Gerät inkl. Ladegerät, ein paar Bohrern, Bits und Köfferchen für kundenfreundliche 87,39€ (zzgl. Getränkesteuer) zu haben war, dachte ich mir: "Da machste nicht viel kaputt" und habe das Gerätchen mitgenommen.
Erster Minuspukt: Ladezeit 180min bei leerem Akku. Da der Akku im Auslieferungszustand "vorgeladen" ist, hat die Erstladung etwa halbsolange gedauert.
Zweiter Minuspunkt: man braucht spezielle Bohrer (SDS-Quick oder 6kant-Bitaufnahme mit Kugelrille), der grösste lieferbare Bohrer hat einen Durchmesser von 10mm. Zudem gibt es nur "kurze" Bohrer mit ca. 100mm nutzbarer Länge. Das ist z.B. beim Durchbohren durch einen Leitungeführungskanal etwas knapp. Hier wäre eine grössere Vielfalt wünschenswert. Überhaupt ist das angebotene bzw. verfügbare Zubehör recht knapp ausgefallen und zudem recht teuer.
Praxistest:
Mit vollem Akku ("Akku voll" wird freundlicherweise mittels grüner LED signalisiert) erstmal ein paar Schrauben in diverse Werkstoffe. Drehmoment ist ausreichend vorhanden, jedoch ist die Kraft nur schwer dosierbar und das Mistding läuft etwas nach. So wurde eine selbstbohrende Blechtreibschraube trotz vermeintlich rechtzeitigem Loslassens des Gasschalters mit der Nachlaufkraft sauber durch ein Kunststoffprofil hindurch in das darunterliegende Blech gezogen
Für derartige Filigranarbeiten brauche ich wohl etwas mehr Übung bzw. Chirurgenbesteck namens IXO oder dgl.
Gut, zweite Disziplin, Beton.
In meinem "Testhaus" gibt es schönen, gut abgelagerten (und somit wirklich harten) Beton aus den 1960er Jahren. Mit dem 10er Bohrer war der Arbeitsfortschritt gemächlich aber dennoch überraschend gut. Die kleineren Bohrerdurchmesser waren logischerweise besser bzw. schneller in den Werkstoff einzubringen. Serienbefestigungen mache ich dann zwar doch lieber mit der Hilti, für Hier und Da mal ein Löchelein jedoch durchaus ausreichend
Zur Abwechslung etwas Holz und Stahl durchbohrt. Dabei habe ich keine nenneswerten Probleme gehabt, ausser vielleicht die etwas gemächliche (bohrhammertypische) Drehzahl - aber sonst tiptop.
Zu guter Letzt dann noch Mauerwerk (Lochziegel und Klinker). Auch hier, ähnlich wie bei Beton, ordentlicher Arbeitsfortschritt, bei 6er Bohrer kaum Grund zu Meckern.
Nach etwa 50 Bohrungen (habe gleich mal ein paar Meter BR-Kanal montiert) war dann allerdings Schluss mit dem Akku. Jetzt heisst es erstmal drei Stunden laden, wenngleich man laut Beschreibung prinzipiell auch nach jeder Bohrung gleich nachladen könnte. Angeblich stört ein solches Verhalten den Li-Ion-Akku nicht...
Fazit: Für den Heimgebrauch ist der Uneo sicherlich gut geeignet und durch das niedrige Gewicht von 1,1kg wirklich auch für zarte Frauenhände geeignet. Etwas nervig ist die lange Ladezeit und das quasi mit Gold aufzuwiegende Bohrersytem. Ein simpler 6er Betonbohrer kostet doch mal so etwa 5€ - das liegt nahe bei Hilti, deren Bohrer im Gegensatz zu den Bosch über jeden Zweifel erhaben sind.
Gerade in Beton ist der Kleinbohrhammer einer handelsüblichen Schlagbohrmaschine deutlich überlegen.
Was der Dauerbetrieb zeigen wird, werde ich bei passender Gelegenheit nachreichen, zunächst bin ich sehr positiv überrascht, wobei ich den Listenpreis von 149,99€ für etwas überzogen halte.
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Gruß aus Nürnberg,
Lightyear
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[ Diese Nachricht wurde geändert von: Lightyear am 2 Dez 2008 17:54 ]