| Autor |
|
Koppelkondensator im Audioverstärker |
|
|
|
|
BID = 1134456
Maik38Gur Gesprächig
  
Beiträge: 113 Wohnort: Offenbach
|
|
Hallo,
in vielen verfügbaren Schaltplänen sieht man am Audioeingang einen Kondensator. Benannt als Koppelkondensator dient er dazu, evt. vorhandene Gleichspannungen am Eingang rauszufiltern. Dazu mal eine Beispielschaltung, aber es gibt unzählige ähnliche Schaltungen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Vorve.....r.GIF
Die Funktion dieses C an sich ist mir klar. Unklar ist mir, warum man das überhaupt macht, wenn doch sofort nach dem Kondensator eine Gleichspannung als Offset wieder drübergelegt wird. In besagtem Beispiel ist am Eingang der 10µF Kondensator. Die beiden R 47kOhm und 10kOhm bilden an ihrem Knotenpunkt einen Spannungsteiler mit der Folge, dass da gleich wieder ein DC-Offset drauf liegt. Diese Funktion an sich ist mir auch klar. Aber wozu dann erst der Koppelkondensator? Letztlich würden sich ohne den C schlimmstenfalls 2 DC addieren. Wie ist das zu verstehen?
Oder geht es auch darum, die Schaltung von rechts nach links zu lesen und den Eingang durch eben diesen 10µ von genau diesem DC-Offset aus dem Knotenpunkt der beiden R frei zu halten? Irgendwie lese ich Schaltungen tendenziell immer von links nach rechts. Ist das möglicherweise falsch und einseitig - und wäre eine Erklärung für den hier aufgeführten Koppelkondensator?
Maik
[ Diese Nachricht wurde geändert von: Maik38Gur am 17 Feb 2026 18:58 ] |
|
BID = 1134459
Offroad GTI Urgestein
     
Beiträge: 12841 Wohnort: Cottbus
|
|
Zitat :
| | Letztlich würden sich ohne den C schlimmstenfalls 2 DC addieren. | Ja, womit die ganze Dimensionierung der Verstärkerstufe fürn Ar....m wäre
Zitat :
| | und den Eingang durch eben diesen 10µ von genau diesem DC-Offset aus dem Knotenpunkt der beiden R frei zu halten? | Sowohl als auch.
_________________
Theoretisch gibt es zwischen Theorie und Praxis keinen Unterschied. Praktisch gibt es ihn aber. |
|
BID = 1134460
Murray Inventar
     
Beiträge: 5274
|
Über die Widerstände am Transistor wird doch dessen Arbeitspunkt eingestellt. Würde nun von "links" zusätzlich eine Spannung kommen stimmt das doch nicht mehr und der würde einseitig in die Begrenzung, würde verzerren, Klirrfaktor steigt.
Hatte das glaube damals bei meinem Technics-Verstärker. Hatte da auf einem Eingang die NF vom Videorekorder-Scart.
Und das war total mistiger Klang, total verzerrt. Wenn ich da eine andere Quelle angeschlossen habe war alles i.O.
Hab dann festgestellt dass am VCR am Ausgang eine Gleichspannung überlagert war und der Technics doch tatsächlich nicht über C entkoppelt, hatte da auch DC am Eingang. Hab mir dann einen C dazwischen geschaltet, hat alles ordentlich funktioniert.
|
BID = 1134465
perl Ehrenmitglied
       
Beiträge: 11110,1 Wohnort: Rheinbach
|
Zitat :
| | Irgendwie lese ich Schaltungen tendenziell immer von links nach rechts. |
Ist ja richtig, aber es gibt halt in realen Schaltungen ausser dem Signalweg meist noch irgendwelche Hilfsspannungen oder -ströme, die quer dazu oder entgegengesetzt verlaufen.
Diese Entkopplung von Gleichströmen macht man übrigens auch in der Umgebung von Potis, also z.B. Lautstärke- oder Klangregler.
Sonst würde ein Gleichstrom über den Schleifkontakt laufen und bei der Betätigung durch den veränderlichen Übergangswiderstand ein Krachen oder Rauschen dem Audiosignal überlagert.
|
BID = 1134472
Maik38Gur Gesprächig
  
Beiträge: 113 Wohnort: Offenbach
|
Vielen Dank für die klärenden und informativen Antworten. Auch für die Info mit den C in direkter Umgebung von Poties. Da hatte ich auch schon oft gestutzt, weshalb die dort sind. Asche auf mein Haupt - mal wieder - dass ich das mir nicht selbst herleiten konnte. Denn jetzt, nach Euren Antworten, ist das ja völlig klar.
Danke
Maik
|
BID = 1134479
nabruxas Monitorspezialist
    
Beiträge: 9544 Wohnort: Alpenrepublik
|
Der Transistor arbeitet im A-Betrieb. Du brauchst die Basisvorspannung um eine lineare Übertragung zu bekommen.
Schaue Dir mal das Kennlinienfeld an.
*** click mich ***
oder hier:
*** click mich ***
Ohne Basisvorspannung würde es zu starken Verzerrungen kommen - ebenso wenn der Arbeitspunkt durch zu hohe Vorspannung falsch eingestellt wird.
Gelegentlich sieht man Schaltungen ohne Koppelkondensator, was aber zu den beschriebenen Problemen führen kann. Der Vorteil hier ist, dass der Kondensator dessen Xc frequenzabhängig ist, eliminiert wird.
_________________
0815 - Mit der Lizenz zum Löten!
|