Hallo zusammen. Brauche inzwischen für einige Projekte mit Ringkerntrafos eine ordentlichen Einschaltstrombegrenzer/Einschaltverzögerung.
Deshalb wage ich mal einen Eigenbau, ein 555er, Relais und Trafo kann ja nicht so groß und schwer sein, dachte ich blauäugig.
Hab mal schnell das Layout zusammengeschoben und frage mich jetzt schon, wie man am Besten die Primär und Sekundärseite "sicher" trennt?
Ist hier nicht direkt notwendig. Will es aber jetzt richtig machen, damit ich zukünftig das Netzteil auch als "Hilfsspannungsversorgung" nutzen kann.
Hab erst eben den Trafo-Footprint auf 32,5 mm x 27,5 mm verkleinert, auch deshalb schaut es noch nicht schön kompakt aus.
Frage 1: Auf der Primärseite eine Kupferfläche nutzen und an den PE anbinden?
Frage 2: Ist eine Fräsung ("cutout") sinnvoll? Die PE-Kupferfläche sollte eigentlich schon das meiste verhindern. Wie "lang" kann man die Fräsung machen, ohne dass die Platine später zu schwach wird? Die Fräsweite verkleinere ich noch auf das Minimum der Fab (~2,4 mm).
Oder kennt jemand eine schöne Application-Note, in der cutouts ausführlich behandelt werden?
Frage 3: Was mache ich mit der Massefläche auf der Sekundärseite? Über große Z-Dioden (z.B. 40 V) an den PE anbinden?
Habe es bisher nicht vor, aber wäre ohne großen Aufwand auch die "Schutzklasse II / Schutz durch doppelte oder verstärkte Isolierung" drin? Dann natürlich ohne Dioden!
Hier auch der Schaltplan. Hab es etwas modularer ausgelegt um es flexibel einsetzten zu können. Bin günstig an 10 Stück 24V-Finder-Relais (40.31) drangekommen. Die ziehen schon bei 18 VDC sicher an. Hab auch noch 7818&7810 zum "Entsorgen" rumliegen, damit wäre das gegeben. Bei allen anderen Punkten bin ich offen für Änderungen.
(Nicht über die krummen 0603-Widerstände oder die 63V-Elkos wundern, die hab ich in größeren Mengen rumliegen.)
Für J1 & J3 (230V) sind diese grünen Steckverbinder mit RM5,08 vorgesehen (z.B. CTB9309 Camdenboss o.ä.). Der kommt optional auch bei J2 zum Einsatz, um ggf. einen externen Sicherungshalter anzuschließen. R2 werde ich entfernen, eine Brücke kann man auch per J2 herstellen.
R1/R3 und TH1/TH2 sind Plätze für NTCs/Widerstände. Da will ich mal sehen was "besser" ist.
R4/R5 sind Brücken, damit ich ggf. die Ein- auch als Ausschaltverzögerung nutzen kann oder anders schaltende Relais'.
Die "Header" J4, J7, J8 und J9 dienen einerseits als Testpunkte. Andererseits kann man so die Spannungen für externe Zwecke abgreifen bzw. das Relais auch von außen schalten.
Analog die Lötpunkte Header J5 und J6 beim Trafo TR1, um ggf. auch Trafos mit zwei Primär- oder Sekundärwicklungen nutzten zu können. Will das mal ausprobieren und meine "PCB-Checkliste" will das so haben.
Die Beschaltung vom L7818/L7810 sollte selbsterklärend sein. (Soll ich noch eine GND-Diode oder LM317-Pinout vorsehen?) Mit R8 kann man sichtbar VPP und VDD brücken. Falls zukünftig mal der 555er und das Relais die gleiche Spannung vertragen und U2 überflüssig wird.
Der 555er-Aufbau sollte so funktionieren, werde es aber noch auf einem Steckbrett aufbauen und prüfen.
Ich verstehe es so, dass beim Einschalten per C8 der Pin TR und THR auf fast VDD gezogen werden. Getriggert wird der 555er so bald TR auf 2/3 VCC fällt und der Ausgang Q sollte angehen, sobald THR unter 1/3 VCC fällt.
Nach dem Datenblatt sorgen C8 und R10 für eine Zeitkonstante von ca. 50 ms, d.h. 2,5 Perioden (bei 50 Hz). Für zukünftige Anwendungen lasse ich um C8 etwas Platz, so dass man da auch größere Elkos einbauen kann.
Kritik zum Schaltplan ist immer willkommen.
Hatte zwischenzeitlich auch überlegt anstelle des Trafos ein kleines Schaltnetzteilmodul - z.B. Meanwell "MW IRM-01-24" bzw. "MW IRM-03-24" - einzusetzen.
Platz sparen die praktisch nicht und günstiger sind sie auch nicht. :-/
Offtopic :
|
P.S.
Arbeitet hier jemand intensivier mit KiCad? Bzw. bei anderen EDAs sollte es ähnlich sein.
Mir ist schon ein paar Mal störend aufgefallen, dass viele Netze oft keine sinnvollen Namen haben - wie auch. Im Schaltplan nicht weiter schlimm, im Layout bzw. beim Routen fällt es einem schon auf.
Hab hier als Versuch mal mit Schriftgröße 0,635 mm kleine Labels and einige Leitungen dran gemacht. Siehe Pin 12/14 von Relais K1 oder einige Pins vom NE555.
Kennt hier jemand eine bessere Lösung? |