Dieseleletrische Lokomotive als Stromerzeuger?

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Dieseleletrische Lokomotive als Stromerzeuger?

    










BID = 1044268

Busfahrer3000

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Beiträge: 46
Wohnort: eggenfelden
 

  


Hallo zusammen!

Ein Freund und ich haben uns letztens gefragt, ob man wohl eine dieselelektrische Lokomotive als Stromerzeuger nutzen könnte, wenn grade sonst kein Stromanschluss vorhanden ist.

Wir gingen von einer Lok mit Frequenzumrichter aus. In unseren Gedanken müsste man dann lediglich die 3 Phasen vom Fahrmotor abklemmen, an einen ausreichend dimensionierten Baustromkasten anklemmen und dann so lange am Fahrregler von der Lok drehen, bis das Multimeter 50 Hz anzeigt (vernünftiges Multimeter mal vorausgesetzt). Als Masse für den Stromkasten hatten wir uns eine Leitung zum Gleiskörper vorgestellt.

Würde das halbwegs funktionieren? (Keine Angst, wir probierens auch nicht aus)

Danke und Grüsse, Busfahrer

BID = 1044273

der mit den kurzen Armen

Urgestein



Beiträge: 16585
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Das kannst du voll vergessen! Erstens liefert die Lok dann zwar eine Spannung mit 50 Hz aber du kannst keine Aussage darüber treffen mit welcher Spannung! Unterm Strich müsstest du da schon einen leistungsfähigen Drehstromwechselrichter an den Generator der Lok hängen , der erstens die richtige Spannung mit der richtigen Frequenz liefert, und das unabhängig von der Belastung.
Eine Dampflok konntest du problemlos als Heizkraftwerk verwenden , aber mit einer Diesel elektrischen Lok wirst du nie wirtschaftlich eine Netzersatzanlage aufbauen können.


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BID = 1044276

perl

Ehrenmitglied



Beiträge: 11110,1
Wohnort: Rheinbach


Zitat :
In unseren Gedanken müsste man dann lediglich die 3 Phasen vom Fahrmotor abklemmen, an einen ausreichend dimensionierten Baustromkasten anklemmen und dann so lange am Fahrregler von der Lok drehen, bis das Multimeter 50 Hz anzeigt (vernünftiges Multimeter mal vorausgesetzt). Als Masse für den Stromkasten hatten wir uns eine Leitung zum Gleiskörper vorgestellt.
Warum glaubst du Drehstrommotore vorzufinden?

Und weshalb sollten dafür ausgerechnet 230V verwendet werden?
Für das Bordnetz werden wohl in paar kW mit 230V 50Hz bereit stehen, aber die Fahrmotoren dürften mit deutlich höheren Spannungen betrieben werden.
https://de.wikipedia.org/wiki/DR-Baureihe_130#Lokomotivkasten

BID = 1044279

Mr.Ed

Moderator



Beiträge: 31244
Wohnort: Recklinghausen
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Einige dieser Loks könnten intern auch mit Gleichspannung betrieben werden. Auf jeden Fall wird die Spannung deutlich über 230V liegen. Die Frequenz ist heute eher unwichtig, erst recht in Notfällen.
Was geht, und wohl auch schon genutzt wurde, ist das anzapfen des Akkus eines Hybridautos. Moderne Schaltnetzteile mit Weitbereichseingang können direkt mit den 240V Gleichspannung betrieben werden.
Nur Geräte die auf Wechselspannung angewiesen sind funktionieren damit natürlich nicht. Ist also eher was für den absoluten Notfall.
In den USA ist es wohl auch recht beliebt die 12V so eines Fahrzeugs per Wechselrichter in 115V 60Hz zu wandeln. Lässt man alle unnötigen Verbraucher aus, springt der Motor nur immer kurz an, um den Akku zu laden.

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Für Schäden und Folgeschäden an Geräten und/oder Personen übernehme ich keine Haftung.
Die Sicherheits- sowie die VDE Vorschriften sind zu beachten, im Zweifelsfalle grundsätzlich einen Fachmann fragen bzw. die Arbeiten von einer Fachfirma ausführen lassen.

BID = 1044293

Offroad GTI

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Beiträge: 11253
Wohnort: Cottbus


Zitat :
Keine Angst, wir probierens auch nicht aus
Da sind wir aber beruhigt.

Auch wenn es eine Quatsch-Frage ist, hier ein paar weitere Antworten.
Alte Dieselelektrische Loks (Baureihe 23x) haben Gleichstromfahrmotoren. Gespeist werden sie über einen 6-poligen Drehstromgenerator und einen thyristorgesteuerten Gleichrichter. Aus diesem Traktionsgenerator bekommst du so schnell kein 3-phasiges Drehstromnetz mit 400V. Dann hat diese Baureihe noch einen Heizgenerator, aber auch dies ist eine 6-phasige Maschine.

Modernere Loks verfügen zwar über Drehstromantriebe, aber auch da werden Spannung und Frequenz kaum passen.

Die Zuleitung zum Baustromkasten müsste dann auch eine Nummer dicker sein. Auf dem Belastungsprüfstand wurden 12x 240mm² an den Traktionsgleichrichter angeschossen, um die Leistung von 2000kW abzuführen



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Theoretisch gibt es zwischen Theorie und Praxis keinen Unterschied. Praktisch gibt es ihn aber.

BID = 1044306

Trumbaschl

Inventar



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Wohnort: Wien

Ich denke oft haben die einen eigenen Diesel für die Bordnetzversorgung (der läuft immer mit relativ konstanter Drehzahl, der Antriebsdiesel je nach Bedarf der Fahrmotore, dreht also z.B. beim Anfahren voll auf). Der Bordnetzdiesel dürfte bei neueren Loks 230/400 V/50 Hz liefern aber realistisch ist das nicht.

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"Und dann kommen's zu ana Tür da steht oben "Eintritt verboten!" und da miaßn's eine!"

BID = 1044314

Offroad GTI

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Beiträge: 11253
Wohnort: Cottbus

Mir wäre keine derartige Lok bekannt.
Traktionsgenerator und Heizgenerator werden von einem Motor angetrieben.
Die verschiedenen Drehzahlen (bei der BR23x bspw. 350...1000min-1) werden elektronisch ausgeregelt. Das Ergebnis ist dann eine Spannung von 1000V und ein maximaler Strom von 600A (auf der höchsten Fahrstufe, welche für den Reisebetrieb verwendet wird) - damit lässt sich schon ordentlich heizen.
An der Nennspannung von 1kV für die zentrale Energieversorgung eines Zuges, hat sich soweit ich weiß, auch noch nichts geändert.



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BID = 1044399

Trumbaschl

Inventar



Beiträge: 7296
Wohnort: Wien

Die 230 V gibt es mit einstellig kW für den "Eigenbedarf" soweit ich weiß, 400 würde ich jetzt nicht die Hand dafür ins Feuer legen. Sicher weiß ich vom Vorhandensein so einer Steckdose (Schuko) auf der ÖBB-Type 1116 (E-Lok), da hab ich mit eigenen Augen den Betrieb eines Staubsaugers gesehen.

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BID = 1044633

ego

Inventar



Beiträge: 3043
Wohnort: Köln

Ich meine mich zu erinnern einmal einen Beitrag gesehen zu haben, in dem in einem Entwicklungsland die elektrische Versorgung einer Fabrik über eben eine solche Lok sichergestellt wurde, welche neben der Halle geparkt war.

BID = 1044647

Mr.Ed

Moderator



Beiträge: 31244
Wohnort: Recklinghausen
Zur Homepage von Mr.Ed

Ist nur die Frage wieviel Lok da noch übrig war. In einem Entwicklungsland würde ich eher eine alte Diesellok erwarten, der man das Getriebe entfernt und stattdessen einen Generator an den Motor geschraubt hat.

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