Reparatur Transformator Sägebandschweißmaschine

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Reparatur Transformator Sägebandschweißmaschine
Suche nach: transformator (1173)

    










BID = 1035643

Nekro

Gerade angekommen


Beiträge: 9

Guten Tag Forum.

Da ich neu bin, kurz zu mir:

-28 Jahre jung
-Bauingenieur (M.Sc. Uni)
-Schweißfachingenieur (SFI/IWE)
-autodidaktisch angeeignete Kenntnisse im Bereich Elektronik/Elektrotechnik

Auf Anraten Freundes möchte ich mich mit Einer meiner aktuellen Problemstellungen des Hobbybereichs an euch wenden.

Jüngst erwarb ich eine schöne alte (Bj '76) Bandsäge schwerster Qualität. Es handelt sich um eine Maschine der Marke "PRVOMAJSKA" Typ "SB-4".

Das Teil sieht in etwa so aus: (Bild nicht von mir)

de.premium.inet777.pro/upload/…images/4731_1796340-2.jpg

An der Maschine bewindet sich eine Apparatur zum Schweißen von Sägebändern. Marke "IDEAL" Typ "BS 0-16".

Dieses war zunächst völlig außer Funktion. Die Ursache war schnell Gefunden: die ganze Einheit war abgeklemmt.

Nun versuchte ich mit logischer Herangehensweise die Zuleitung ( 2x Phase, 1x Null, 1x PE) mit der Einheit zu verbinden.
Dabei kam allerdings nicht mehr rum als entweder eine zerstörte (Haupt)-Schmelzsicherung (Diazed) 10A (Schweißfunktion) oder ein rauchender Trafo (Glühfunktion).

Ich gehe aktuell davon aus, dass der Fehler am Trafo liegt und schon vor meiner Zeit vorhanden war, weshalb die Einheit auch überhaupt abgeklemmt wurde.

Nun habe ich den Trafo weitestgehend sondiert und festgestellt, dass er theoretisch reparabel sein müsste. Das Blechpaket greift wechselseitig ineinander und ist nicht verschweißt oder ähnliches.
Siehe Bilder:

drive.google.com/drive/folders…9oSAMxf7JtkZ0?usp=sharing

Auf den Bildern auch zu erkennen: der Bereich um die Anschlüsse ist verschmort. Meines Erachtens nach gibt es einen oder mehrere Wicklungsschlüsse in der Primärwicklung

Die Sache ließ mir gestern keine Ruhe, sodass ich mich entschloss selber ans Werk zu gehen. (weitere Bilder im Link am Ende des Beitrags)

Zuvor hatte ich mich noch etwas in das Sachgebiet der Transformatoren eingelesen und erkannt, dass es kein Hexenwerk sein dürfte das Teil in seine Bestandteile zu Zerlegen.

Das Blechpaket ging dann doch recht einfach auseinander. Der Anfang war das "schwerste", dann einfach Lage für Lage vom Rest trennen.
Übrig blieb der Spulenkörper samt Wicklungen und Isolationsmaterial. Von außen gut erkennbar, die 3 Runden der fetten Sekundärwicklung.

Die Sekundärwicklung konnte nach leichtem Aufbiegen seitlich vom Spulenkörper Gezogen werden.
Darauf folgten ein paar Runden Isolationspappe bis die Primärwicklung unter durchgeschmortem Isolationspapier sichtbar wurde.

Dann sollte Abgewickelt werden. Ich machte zunächst etliche Fotos und überlegte mir ein System wie ich den Aufbau der Wicklung möglichst genau Dokumentieren kann.
Das sah folgendermaßen aus:

Der "erste" Abgang der Wicklung also der "Anfang" der Spule wurde mit "1" markiert. Die darauffolgenden werden dann entsprechend aufsteigend nummeriert.
Auf einem Zettel notierte ich mir die "1" und dahinter zählte ich die Anzahl der Umrundungen. Für 10 volle gabs nen Strich, der Strich der 50igsten Runde streicht die 4 davor durch, sodass schnell volle 50 erkannt werden können.
wenn ich auf einen neuen Zwischenabgriff stieß, begann ich eine neue Zeile mit der entsprechenden laufenden Nummer beginnend. Außerdem markierte ich mir die Richtungswechsel auf dem Spulenkörper, sodass sich nacher erkennen lässt, wie viele Runden eine Lage auf dem Spulenkörper bekommt.

Der Zettel ist recht kryptisch anzusehen gibt aber sehr gut Aufschluss darüber, wie die Wicklung aufgebaut war. Leider vergaß ich ein Foto davon zu machen.

Nach jeder Lage musste mal mehr mal weniger verschmortes Isolationspapier weggepopelt werden.

Abgewickelt habe ich bis eine vollends unbeschädigte Lage unter unbeschädigtem Isolationspapier sichtbar wurde. Es verblieben damit 4 volle Lagen a 115 Runden auf dem Spulenkörper.
ich bin mir noch nicht sicher, ob ich an dieser Stelle flicke oder ob ich noch alles komplett abnehme und von Grund auf neu Aufbaue.

nun muss ich Material bestellen.

Kupferlackdraht bekommt man als Meterware. Die Drahtstärke auf meinem Trafo beträgt gemessen mit einem Messschieber irgendwas zwischen 0,65 und 0,7 mm.
Davon befanden sich Ursprünglich ca. 200m ! auf dem Spulenkörper.

Etwas sorgen macht mir, dass durch diesen dünnen Draht 5,2A durch müssen. Das macht bei einem 0,65er Draht eine Stromdichte von ca. 15A/mm², Das ist bei einer frei an Luft liegenden CU-Litze durchaus vertretbar, aber in der Trafowicklung ists recht kuschelig.

Für einen Stino Netztrafo währen 4A/mm² viel. Da es sich aber um einen Schweißtrafo handelt, welcher nur während einer begrenzten Einschaltdauer belastet wird ist das aber wohl vertretbar.

Ich spiele mit dem Gedanken in den Trafo einen Temperaturfühler aller PT100 einzuwickeln, um nachher mit einer kleinen Schaltung einen Übertemperaturschutz zu basteln. Allerdings weiß ich nicht inwiefern ein solcher Sensor ggf. in Wechselwirkung mit der Induktion des Trafos tritt. ...mal sehen.

Beim Isolationspapier musste ich etwas länger suchen, bin aber auch fündig geworden. Die Wahl viel auf eine flexible 3-Schichtisolation bestehend aus einer Polyesterfolie mit beidseitiger kalandrierter Nomex® -Auflage Durchschlagsfest bis 20kV.

In der Wartezeit muss ich mir nun Gedanken machen wie ich mir den Wickelvorgang möglichst bequem gestalte. Ich denke da wird sich eine halbautomatische Lösung finden.

Meine Fragen an euch sind nun:
1. Habe ich soweit grundsätzliche Fehler gemacht?
2. Gibt es Dinge die ich im Folgenden besonders beachten sollte?
3. Habt ihr sonstige Vorschläge oder Tipps zum Vorhaben?


Bilder: drive.google.com/drive/folders…q90K6YRTrA7zV?usp=sharing

Wer sich fragt warum ich mir die sch**** antue: Eine funktionierende Sägebanschweißeinrichtung steigert den Wert der Bandsäge auf ca. das Doppelte. Ich möchte sie jedoch nicht verkaufen sondern im vollen Umfang nutzen können. Außerdem gilt wie immer: Man wächst an seinen Aufgaben!

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!



BID = 1035649

Offroad GTI

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Zitat :
Siehe Bilder:
Funktioniert nicht. Lade die Bilder doch bitte hier hoch.


Zitat :
Nun versuchte ich mit logischer Herangehensweise die Zuleitung ( 2x Phase, 1x Null, 1x PE) mit der Einheit zu verbinden.
Zwei Außenleiter plus Neutralleiter? Das soll stimmen?


Zitat :
Etwas sorgen macht mir, dass durch diesen dünnen Draht 5,2A durch müssen.
Woher kommt der Wert?



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Theoretisch gibt es zwischen Theorie und Praxis keinen Unterschied. Praktisch gibt es ihn aber.

 

  








BID = 1035653

perl

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Zitat :
Zwei Außenleiter plus Neutralleiter? Das soll stimmen?
Gibts öfter bei einphasigen Verbrauhern, die mit 16A 230V nicht auskommen.
Zwischen den Aussenleitern hat man 400V, also die 1,7-fache Leistung.

BID = 1035655

Nekro

Gerade angekommen


Beiträge: 9

Hier nochmal der Link zu allen Fotos. Wollte mir das einzelne Hochladen aufgrund der Vielzahl ersparen

https://drive.google.com/folderview....._4tSx

BID = 1035658

Offroad GTI

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Wohnort: Cottbus


Offtopic :

Zitat :
Zwischen den Aussenleitern hat man 400V, also die 1,7-fache Leistung.
Ja, das schon, nur der Neutralleiter hat mich in dem Zusammenhang gestört. Nicht selten ist dann noch ein einphasiger 400/230V Trafo verbaut, um eine vorhandene Steuerung zu betreiben, ohne dass ein Neutralleiter nötig wäre.



Zitat :
Wollte mir das einzelne Hochladen aufgrund der Vielzahl ersparen
Gut, GoogleDrive ist zumindest kein werbungs- und virenverseuchter Bilderhoster.

Jetzt ist zumindest klar, wo die Werte herkommen.

So eine Schweißmaschine ist bestimmt nicht im Dauerbetrieb (das Typenschild steht ja auch etwas von 50%), sodass der Querschnitt für die primärseitige Trafowicklung nicht auf den Nennstrom von 5,2A ausgelegt werden muss. Bei einem "richtigen" Trafo für ein Netzteil (wo von Dauerbetrieb auszugehen ist) sähe das anders aus.
Wenn du den Trafo neu wickelst, kannst du primärseitig 5% mehr Windungen aufbringen, da die Netz(nenn)spannung inzwischen 400V, und nicht mehr 380V beträgt.

Apropos 400V, hast du einen Stromlaufplan oder zumindest Anschlussschema für die Maschine? Auf der Frontplatte steht "nur" etwas von 380V. Daher frage ich mich, wo der Neutralleiter dort ins Spiel kommt.


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[ Diese Nachricht wurde geändert von: Offroad GTI am 13 Mär 2018 18:40 ]

BID = 1035662

Nekro

Gerade angekommen


Beiträge: 9

Ich hatte mich geirrt.Ich war eben nochmal messen. Die 3 Zuleitngen zur Einheit entsprechen den 3 Außenleitern. Ich bin mir unabhängig davon aber sicher, dass der Trafo nur durch 2 davon versorgt wird.

Damit wird auch klarer, wie die Einheit anzuklemmen ist. Ein Schaltschema mal ich dazu morgen mal auf.

Das mit den 5% ist ein guter Punkt.

[ Diese Nachricht wurde geändert von: Nekro am 13 Mär 2018 18:57 ]

BID = 1035663

Offroad GTI

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Zitat :
Die 3 Zuleitngen zur Einheit entsprechen den 3 Außenleitern.
Nur wozu?


Zitat :
Ich bin mir unabhängig davon aber sicher, dass der Trafo nur durch 2 davon versorgt wird.
Davon ist auszugehen, da er nur einen Kern hat



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BID = 1035665

Nekro

Gerade angekommen


Beiträge: 9

Ich denke, dass ein Leiter einfach ins Leere läuft. An der Lüsterklemme der Einheit wäre auch Platz dafür.

BID = 1035690

Nekro

Gerade angekommen


Beiträge: 9

Ich habe
neue Bilder im Ordner "Tag 3"
und
Schaltplan im Ordner "DOKU"
hinzugefügt:

https://drive.google.com/open?id=1d....._4tSx

[ Diese Nachricht wurde geändert von: Nekro am 14 Mär 2018 10:15 ]

BID = 1035703

perl

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Zitat :
Der Bereich um die Anschlüsse ist verschmort. Meines Erachtens nach gibt es einen oder mehrere Wicklungsschlüsse in der Primärwicklung

....

Abgewickelt habe ich bis eine vollends unbeschädigte Lage unter unbeschädigtem Isolationspapier sichtbar wurde. Es verblieben damit 4 volle Lagen a 115 Runden auf dem Spulenkörper.
ich bin mir noch nicht sicher, ob ich an dieser Stelle flicke oder ob ich noch alles komplett abnehme und von Grund auf neu Aufbaue.
Ich sehe die Bilder erst jetzt, aber das sieht mir weniger nach einem Schaden durch Überlastung aus, als nach einem Lichtbogen oder einer Schmorstelle im Bereich der Anschlüsse der Primärwicklung.

Die wirst einen neuen Spulenkörper brauchen, denn wenn du die verkohlten Stellen nicht vollständig entfernst, könntest du das gleiche Problem bald wieder haben. Kohle ist bekanntlich elektrisch leitfähig.

Zum Glück sind die Größen der Blechpakete genormt, so daß es nicht allzu schwierig sein sollte einen passenden Spulenkörper aufzutreiben.
Letztendlich läuft das auf einen Neuaufbau hinaus.

Ich würde aber auch die Neubewicklung von einem Trafohersteller machen lassen. Der sollte die notwendigen Drahtstärken und Isolierfolien vorrätig haben und nicht nur in homöopathischen Mengen "Meterware".

Außerdem wird CuL mit verschiedenen Isolierlacken unterschiedlicher Wärmebeständigkeit geliefert.
Wie du ja selbst festgestellt hast, ist die Stromdichte recht hoch und es ist möglich, dass hohe Spitzentemperaturen auftreten. In Bastlerkreisen werden gerne lötbaren Drähte und Polyesterfolien verwendet. U.U. haben die Händler auch nichts anderes.
Im industriellen Umfeld werden aber auch Drähte und Folien mit Polyimid als Isoliermaterial verwendet, die kurzzeitig Temperaturen über 300°C aushalten.



BID = 1035704

Offroad GTI

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Offtopic :

Zitat :
würde aber auch die Neubewicklung von einem Trafohersteller machen lassen
Evtl. lässt sich unser Verlöter dafür begeistern ....

BID = 1035705

Verlöter

Schreibmaschine



Beiträge: 1610
Wohnort: Frankfurt am Main

Müßte ich wickeln können. Hängt aber vom Sekundärdraht ab. Profildraht hab ich nur wenig und bei Runddraht ist die Auswahl ab 2mm auch sehr eingeschränkt.

BID = 1035726

Nekro

Gerade angekommen


Beiträge: 9

Der Schaden kommt für mich eindeutig aus dem inneren der Wicklung, und zwar relativ "mittig" aus dem Bereich für die höchste Schweißspannung.

Mein Blechpaket scheint nicht der heutigen Normung zu entsprechen
a=164mm b=110mm. Oder irre ich?

http://www.waasner.de/fileadmin/Assets/PDFs/Waasner_Katalog.pdf

Ich habe mich bereits dazu entschlossen es selbst zu versuchen. Material ist bestellt und teilweise schon da.

Cul 200°C
Isolation 180°C
Temperaturschalter 120°
Schütz

Falls die Sache in die Hose geht, würde ich mich bei Verlöter melden.
Die Sekundärwicklung sollte problemlos wiederverwendbar sein.

BID = 1036033

Nekro

Gerade angekommen


Beiträge: 9

So,

1 zu 0 für mich!
Der Klumpen ist wieder zusammen und tut was er soll!

BID = 1036052

Otiffany

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Beiträge: 13293
Wohnort: 37081 Göttingen

Herzlichen Glückwunsch!

Gruß
Peter

_________________
Ich ignorier Beiträge, die ohne Anwendung der deutschen Rechtschreibung verfaßt werden!


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