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| Das liest sich so, als wäre das das Ergebnis einer Bastelei, wie ich sie oben beschrieben habe (Zwei schwarze Adern vertauscht und irgendwo war ne klassische Nullung). |
Och nöö, das war schon etwas lustiger. TT-System, separater PE zur Wasserleitung, dort wurde er von einem unfähigen Installateur irgendwann abgeklemmt->deswegen wirkungslos. Schaltung war IIRC so: Von einer Verteilerdose ein kurzer Stummel YZWL 2x0,75mm2 (aka Lautsprecherleitung) zu 2 Lusterklemmen, im Gips begraben, nicht einmal Isolierband drum. Davon weg: YZWL 2x0,5mm2 (sah aus wie Märklindraht o.ä.) zu einer seitlich im Türfutter montierten Kerzenlampe, 1x0,75mm2 feindähtig (zerlegte YZWL) als N zu einer Steckdose beim Lichtschalter (Schuko ohne Schutzleiter versteht sich, war sogar noch die Rechnung auffindbar, nach der das ein konzessionierter Elektriker auf dem Gewissen hat), und NYIF 2x1,5 mit grau und schwarz, korrekte Farben. Aber nur ein kurzes Stück unter Putz, dann an der Oberkante Türrahmen angenagelt. PE zuerst 4mm2 weiß, eindrähtig, dann halbierte YZWL. Flickstelle (Drähte verzwirbelt, Gewebe-Isloierband drum, Gips drüber), Übergang auf erwähnte NYIF 3x1,5. In ca. 1,5m Höh waagrecht quer durch die Küche zum Einbauschrank. Dort höngt die Leitung frei in die Luft, Aufputz-Flickstelle nach gleichem Schema mit flexibler PVC-Schlauchleitung 3x 1,5mm2, Farben schwarz, weiß und rot, wieder korrekt belegt. Daran eine Schukosteckdose. Die alte Dame, die diese Wohnung von 1923 bis 2002 bewohnte (erst mit Eltern, dann allein) schwor Stein und Bein, nie habe jemand ohne Elektrikerkonzession ihre Leitungen angegriffen.
Der Rohrstummel war mit Sicherheit original von 1914, das ließ sich belegen. Also keine Hobbybastelei. Habe ich auch nur 1x gesehen. Öfter dahingegen: Rohr von verteilerdose senkreht oder schräg nach oben, Kurve in die Holzdecke, ab da nur mehr 2 textilummantelte, schwarz geteerte (und entsprechend stinkende) Einzeladern lose im Hohlraum der Lattendecke zwischen den Balken. Ich kann nur vermuten, daß da beim hausbau eine Partie Elektriker unterwegs war, von denen es manche nicht ganz so genau genommen haben.
Wie weit die "russischen" Flickstellen original sind ist kaum mehr feststellbar, die meisten dürften aber bei späteren Erweiterungen dazugekommen sein.
In den Verteilerdosen wurden damals die Verbindungen so gemacht: Schraube nehmen, Drahtenden zu einer Öse biegen, auf die Schraube stecken, Mutter drauf und festziehen. Isolierband drum. Waren nur 2 Drähte zu verbinden (z.B. Lampenzuleitung), griff man zur Zwirbelmethode. Gut ausgeführt hält das heute noch, dummerweise wurde aber 1962 das gesamte Badezimmer mit Einzeldrähten in FX-Schlauch neu verkabelt. Beim Anschluß der neuen Leitungen an die erwähnten Klemmen der Altinstallation wurde geschludert und eine der klemmstellen fing bei uns fast Feuer.
Was mich wirklich überrascht hat, war die minutiös solide Ausführng dieser Installation. Obwohl da lauter gleichfarbige Drähte waren, war _ausnahmslos_ der Außenleiter des damaligen Gleichstromsystems (entweder + oder -) geschaltet, und niemals der N.
Ach ja, wenn wir schon bei den div. Erweiterungen sind: Igendwann in den 60ern oder 70ern bekam besagte Dame eine Waschmaschine. Montiert haben dürfte sie dieselbe Firma, die auf der rechnung der Küchensteckdose aufschien. Weil so oft die Sicherungen durchbrannten, kamen eben 16er rein. Bei einem Stromkreis wurden die Paßschrauben für L und N "korrekt" durch 16er ersetzt, beim zweiten Stromkreis kurzerhand entfernt. Trotzdem lagen als wir die Wohnung übernahmen auf dem Boden des Sicherungskastens 3 (in Worten drei) Schachteln Reservepatronen 16A träge, sowie eine weitere Schachtel (à 5 Stück) durchgebrannte.
Aber die Dame hat ja nur konzessionierte Elektriker an ihre Installation gelassen, alles andere wäre viiiieeel zu gefährlich!
Auja, NYIF mit blau und gelbgrün fand ich auch sehr lustig (Szenario: Elektriker hat nur 3x 1,5, will aber eine Altinstallation ohne PE erweitern, braucht dafür 2x1,5. Trennt einen Leiter ab, geht ja leicht und fertig. Bloß wars leider nicht der gelbgrüne sondern der schwarze/braune...
Und daß derselbe Mensch es geschafft hat, beim Annageln der Leitung schnurgerade mitten in die Phase zu nageln...
Kurzzusammenfassung: Himmel sei Dank, daß die Wände trocken waren! VOr dem Tapetenablösen hab ich immer die Sicherung herausgeschraubt!
BTW, das hier war auch amerikanische Zone. Wien wa ja bekanntlich viergeteilt.