Hallo liebe Forengemeinde,
Ich möchte meinen Verteilerkasten etwas umbauen lassen und für den Keller einen eigenen Unterverteiler aufstellen lassen. Zusätzlich hätte ich noch ein paar dazu gehöhrende Fragen. Gleich vorweg, durchführen wird es ein Elektriker. Da mich das Thema aber sehr interessiert und fasziniert möchte ich vorab alles fertig Planen und dem Elektriker dann nur noch den Plan in die Hand drücken. Vor allem will ich aber auch dazu lernen.
Aktueller Stand der Installation sieht folgendermaßen aus:
* Hauptverteiler für die 5 Häuser steht in der Einfahrt. Darin befindet sich für jedes Haus der Zähler, Blitzschutz (B+C Kombi) sowie je Außenleiter eine 35A Schraubsicherung. Die anderen Teile (Hauptschalter und was es sonst noch geben sollte) ist in einem extra versperrten Teil untergebracht wo ich nicht reinsehen kann.
* Vom Zähler gehen 5x16mm² Leitungen in den Verteilerkasten in meinem Haus (EG). Leitungslänge dürfte so 15 bis max. 25 Meter sein (außer die haben eine Schleife eingebaut

). Luftlinie sind es ca. 12 Meter.
* Im Verteilerkasten ist eine Überspannungseinheit (C+D Kombi: SPC-S-20/335), ein RCD (PFIM-40/4/003) sowie zwei RCD/LS Kombis mit je 13A.
* Die LSS sind dann im üblichen System am großen RCD angeschlossen (jeder vierte miteinander verbunden).
Mein Ziel:
* Für bestimmte Bereiche möchte ich einphasige Funkzähler von Eltako einbauen lassen. Wobei ein Zähler mehrere Stromkreise bedient (Zähler selbst ist für 65A ausgelegt). Modell: Eltako FWZ12-65A.
* Aus Platzmangel möchte ich alle LSS die den Keller betreffen in einen eigenen Unterverteiler verschieben.
Mein derzeitiger Plan:
* Wechsel des RCD gegen Eaton dRCM-63/4/003-G/A+ (Grund: nach meinem Wissensstand ist der derzeitige RCD in Österreich unter diesen Bedingungen nicht zugelassen wegen zu hoher Vorsicherung, AC-Typ statt A-Typ und nicht kurzzeitverzögert).
* An den RCD würde ich pro Außenleiter einen LSS mit 40A (bzw. 63A, dazu später mehr) anhängen (Charakteristik C). Grund: Die Eltako-Zähler würden sonst direkt am RCD hängen was bei einem defekt ja nicht so toll wäre. Macht das soweit Sinn oder würdet Ihr die weg lassen?
* An diese drei LSS würde ich je einen Eltako-Zähler hängen um den Gesamt-Stromverbrauch pro Außenleiter zu sehen. Ist das soweit zugelassen oder müsste ich hier zwingend einen Drehstromzähler verwenden? Der Vorteil von drei einzelnen Einphasigen Zähler ist zum einen der Preis, der Platzbedarf und die Tatsache dass ich diese definitiv in die Somfy-Haussteuerung einbinden kann. Die Drehstromzähler stehen nicht auf der Supported-Liste.
* Von diesen Zähler geht's dann zu den anderen Zähler und dann zum eigentlichen LSS (13 und 16A Varianten).
* Die Verbindungen zwischen RCD/LSS/Zähler würde ich mit 6mm² Kabeln (H07V-K) ausführen. Derzeit sind alle LSS sogar nur mit 4mm² verbunden.
* Zusätzlich würde ich nach dem 40/63A LSS für L3 mit 3x10mm³ (L3/N/PE) in den Keller gehen.
* Im Keller-UV dann nochmal ein Überspannungsteil SPD-1+1 und von dort auf die einzelnen LSS bzw. wieder auf weitere Zähler.
* Im Keller gibt's je einen LSS für Waschmaschine (2,4kW), Trockner (2 kW), Heizstrahler (3,3kW), Partyraum und restlicher Keller.
* Wenn Platz im Rohr ist könnte ich auch mit 5x10mm² in den Keller gehen, aber ich befürchte da ist nur ein 20mm Schlauch verlegt. Für die Lastaufteilung aber eigentlich nicht tragisch da ich die anderen Lasten entsprechend auf L1 und L2 verteile. In Summe ist das dann erstaunlich ausgeglichen.
* Länge vom Verteiler im EG zum UV im Keller ca. 3 Meter.
Könnte man das vom Grundsätzlichen so lassen, oder habt Ihr da Einwände bzw. habe ich was übersehen?
Weitere Fragen:
* Im Keller-UV einen eigenen FI zu verbauen macht keinen Sinn, richtig? Und ist auch nicht vorgeschrieben, richtig?
* Könnte ich für den Keller-UV den PE-Leiter vom oberen Verteiler weg lassen und den UV direkt an die Potentialausgleichsschiene hängen, welche im Keller 3 Meter daneben sitzt? Dann bräuchte ich nur L und N in den Schlauch geben und hätte mehr Platz für eventuelle Erweiterungen.
* Die Vorsicherung hat derzeit nur 35A. Aber selbst bei gleichmäßiger Verteilung der Last könnte unter gewissen Umständen bei vollem Betrieb der Heiz-Wärmepumpe samt Zusatzheizelementen, Warmwasser-Wärmepumpe, WM/Trocker, Kochplatten, Herd schonmal die 40A auf einem Außenleiter überschritten werden. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit nicht sehr hoch ist. Aber ich denke nach einer längeren Abwesenheit im Winter wenn die Heizung bei eisiger Kälte draußen das Haus wieder voll aufheizen muss, das Wasser eiskalt ist, die Wäsche gewaschen werden muss und zum aufwärmen etwas gekocht wird und der Keller auch wieder auf Temperatur gebracht werden soll...
--> Seht Ihr einen technischen/sicherheitsrelevanten/vorschriftsrelevanten Grund warum hier im Zählerkasten nicht mit 63A abgesichert wurde statt den 35A? Bzw. könnte ich das vom Elektriker ändern lassen oder darf das nur das E-Werk? Dachte bei 16mm² sind 63A ok, kenne aber die Vorschriften nicht so gut.
* Apropo Vorsicherung, darf ich eigentlich im Haupt-Zählerkasten die Schraubsicherung bei defekt selber wechseln (natürlich mit gleicher Stromstärke), bzw. haben die E-Werke eine automatische Überwachung für diese Sicherungen? Verplombt sind sie nicht.
* Seht Ihr einen Grund warum beim Überspannungsteil nicht die Variante SPC-S-20/280 gewählt und sauber verschient wurde? Derzeit schaut das etwas komisch aus. Die Hauptleitung (L1-L3) geht direkt zum RCD und von dort gehen 6mm² Leitungen dann zu den drei Überspannungsteilen und der Neutralleiter ist direkt am Überspannungsteil angeschlossen (Schiene unten über alle vier Teilstücke) und von dort geht dann ein 10mm² Kabel zum RCD. Beim anderen Modell wäre unten PE und es könnte meiner Meinung nach komplett mit dem RCD verschient werden. Beim derzeitig eingesetzten Variante geht ja die ganze Überspannung auf den Neutralleiter und nicht auf PE. Oder hab ich die Funktionsweise falsch verstanden?
* Wenn man den Überspannungsteil mit dem RCD verschienen würde, darf man dann im RCD eine zweite Schiene anbringen um die beiden FI/LS-Kombis auch zu verschienen? Also eine zusätzliche L-N-L-N-L-N Schiene vom RCD zu den beiden FI/LS Teilen. Oder gibt es sogar eine Schiene die L1-L2-L3-L1-L2-L3-N-L3-N-L3-N abbildet?
* Zum Schluss noch eine theoretische Frage. Laut Vorschrift muss ja bei Steckdosen bis 20A ein RCD vorhanden sein. Wieso nicht für Steckdosen über 20A? Gut, gibt's vermutlich eh nirgends, hab das jetzt aber mehrmals gelesen und mich wundert das etwas.
So, ich glaube ich ja jetzt mal genug Fragen gestellt. Würde mich wirklich sehr freuen wenn Ihr mir bei meinen Planungen helfen könnte bzw. mir erklären könnt was ich alles nicht bedacht oder falsch bedacht habe. Lerne gerne neues zu diesem Thema. Glaub im nächsten Leben werde ich Elektriker.
Liebe Grüße,
Christian