Geräteart : Sonstige
Defekt : Paar neue Elkos aufgebläht
Hersteller : MSI K9A2VM-FD
Gerätetyp : PC Mainboard
Kenntnis : minimale Kenntnisse (Ohmsches Gesetz)
Messgeräte : Multimeter
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Grüß euch,
eigentlich habe ich ein totes Mainboard wieder zum Laufen gebracht, aber...
Ich hätte eine technische Frage an euch
Es handelt sich um obiges Mainboard, das ich aus dem Schrott gezogen habe, da viele Kondensatoren darauf aufgebläht waren. Besonders von den 1800µf waren 14 von 15 Elkos aufgebläht, kurz vor dem Platzen. Der Rest von ca. 10 1000 µF Kondensatoren hat noch gut ausgesehen...
Das Board hatte natürlich keinen Mux mehr gemacht, schwarzer Bildschirm. Tot... Logisch bei dem Großausfall an Kondensatoren. Habe zuerst alle 15 1800µF 6.3v Elkos gegen Nichicon HM low esr 105° ersetzt und die alten 1000 µF Nippon Chemicon belassen. Im Netz habe ich gelesen dass diese Chemicons Auschuss vom Hersteller war und die eben vorzeitig und schnell ihren Dienst quittierten... klar dass der Bildschirm schwarz blieb...
Board mit Strom versorgt, logischerweise mit CPU und RAM und nach 5 Sekunden kam das Bios-Bild, ... es lief...
Memtest lief schonmal ganz gut, aber ich machte einen Linux Stresstest in einer grafischen Oberfläche, das immer PI-Berechnungen durchführte und so die CPU (Quadcore) zu 100% auslastete. Nach 5 Minuten hat sich der Bildschirm eingefroren, Fehler reproduzierbar...
Ok ich dachte alles klar, weg mit den 1000 µF Kondensatoren von Chemi Con, wo gleich 10 Stück drauf waren und einige auch an der Speicher-Spannungs-Versorgung... Diese gegen Nichicons 105° ausgetauscht und auch die kleinen 470 µF auch gegen neue getauscht, sodass das Board nur in der Audio-Filterung alle alten Kondensatoren besaß und zwei bis drei mini-Elkos, die noch Original waren.
Dann der Einschalt-Test und anschließendem Stresstest mit 100% Auslastung, und das Board lief 5 Minuten, 15 Minuten, eine Stunde... absolut Stabil

Ich beschloss das Board mehrfach ein und auszuschalten und nochmal ne Stunde und 15 Minuten aus Spass unter Stress zu stellen... Quasi für wenig Euros für Ersatzteile das Board wiederbelebt, wo ich noch CPU und RAM hatte
Aber:
Es lief auch weiterhin stabil ohne Absturz, habe in unregelmäßigen Abständen an die Elkos oben gefasst um zu sehen, wie heiß diese wurden bei Belastung. Diese waren Warm aber nicht zu warm oder sogar heiß, also gefühlte 40 Grad circa... Und die MOSFETs waren auch angenehm kühl, also man konnte sich nicht die Finger bei allen MOSFETs verbrennen

Mir ist dann aufgefallen, dass 4 neue Kondensatoren, plötzlich oben komisch aussahen, also das typische Aufgeblähte, aber sind nicht geplatzt...
Der Deckel von drei neuen Elkos war gewölbt aber nicht geplatzt, der vierte war nicht so schlimm. Ich beschloss das Board unter Aufsicht noch so 15-20 Minuten zu betreiben und mir fiel bei Problem-Kondensator Nr. 3 auf, dass dieser schon leicht gerissen ist aber nicht offen und hat bereits sein Elektrolyt oben am Deckel preisgegeben, aber nicht wie bei einem typischen Elko-Platzer sondern quasi der Deckel war wässrig...
Das Mainboard lief aber weiterhin stabil und konnte es normal herunterfahren...
Natürlich habe ich darauf geachtet die gleichen µF und Volt und möglichst low ESR zu nehmen, aber jetzt kommt meine Frage:
Kann das sein, dass diese vier Kondensatoren einfach schlecht waren? Kann doch nicht sein, dass diese einfach so hops gehen, ausser es war ein Fabrikationsfehler. Dies habe ich bei meinem Händler reklamiert mit Bilder und sagte mir, ich bekomme umgehend und sofort 4x neue Panasonics mit 10er Durchmesser anstatt die Nichicons mit 8er Durchmesser in 10 Volt...
Ehrlichgesagt bin ich ein Panasonic low ESR Elko-Fan und repariere damit meine alten Computer wie z.B. Commodore Rechner und bei Panasonic bin ich mir sicher dass das auch keine Chinaböller sind
Nichicons sind jetzt doch auch nicht so schlecht wie irgendwelche No Name Caps, vorallem wollte ich eigentlich das ganze Board mit Panasonic Elkos bestücken, aber meine Händler hatten nicht die passenden da bzw. ich fand speziell einfach keine Panasonics 1800µF in 6.3v und 8mm Durchmesser, da ich speziell neben dem CPU Sockel keine 10er Elkos verbauen kann, weil der Platz nicht ausreicht und so wurden es Nichicons...
Was sagt ihr zu den neuen geplatzten Elkos? Wiegesagt die waren originalverpackt und auf der Original-Rolle zum Abzwicken... Aufallefälle bekomme ich umsonst 4 Panasonics in 10v und 10mm Durchmesser-Ausführung, da ich die ja verbauen kann weil der Platz dafür da ist
Die vier neuen aufgeblähten Nichicons sind schon ausgelötet, bevor mir der eine Elko das Board zusaut und wartet auf Ersatz
Ich weis aus persönlicher Erfahrung, dass spezielle MSI-Boards wegen mangelhaften Elkos gestorben sind wie die Fliegen, ... deswegen eben zum Wegschmeißen zu Schade und mit neuen Elkos sollte doch das wieder laufen
Achja was mir eben noch eingefallen ist, die vier Elkos laufen wohl auf einer dicken 12 Volt Leitung am obigen CPU/P4 Anschluss. Im BIOS habe ich mal unter den Hardwaresettings die Voltangaben angesehen und gesehen, dass mein Netzteil 11,7 Volt einbringt... Sicher kann man den BIOS-Volt-Angaben nicht trauen, 11,9 Volt OK aber 11,7 Volt ?
Kann es sein dass mein Testnetzteil (Kein Chinaböller) die 12 Volt ungenügend und grenzwertig ans Board gegeben hatt und so die MOSFETs bzw die vier Elkos so gestresst hat, dass diese sich wölbten ?? Auf alle Fälle werde ich dieses Netzteil nicht mehr betreiben...
Lustigerweise sind nur eben diese 4 Kondensatoren gewölbt gewesen, der Rest, also die 2x1800er im Dreier-Pack neben dem CPU-Sockel sind super gerade, wie auch die anderen Nichicons auf dem Mainboard, alle nicht gewölbt...
Gruß
[ Diese Nachricht wurde geändert von: dubinius am 14 Jan 2015 20:06 ]
[ Diese Nachricht wurde geändert von: dubinius am 14 Jan 2015 20:17 ]