Nach über 25 Jahren Außendienst könnte ich auch die eine oder andere Geschichte von extremen Aufträgen (bei mir sind es meist Vorort-Entstörungen/Reparaturen) beisteuern.
Das Problem ist nur, gerade die extremsten, interessantesten Aufträge unterliegen leider gewissen Datenschutzbestimmungen. So kann ich sie nicht hier veröffentlichen. Aber bei den Forentreffen in Nürnberg ist schon mal die eine oder andere Geschichte von mir erzählt worden (das kann auch künftig so sein)...
Ein extremes Thema bei mir ist aber der Bereitschaftsdienst.
Damit habe ich traditionell so meinen Spaß und meine Kollegen wissen schon längst, daß ich "Murphy"-Opfer allererster Güte bin!
Der Bereitschaftsdienst umfaßt eine Woche (7 Tage) am Stück, von Montag nach Feierabend bis zum nächsten Montag 8 Uhr, 24 Stunden am Tag.
Aus gutem Grund lege ich private Termine nie in eine solche Woche hinein, notfalls (bei unaufschiebbaren Terminen) MUSS ich zwingend den Dienst tauschen.
Grund: in meinem Bereitschaftsdienst ist immer was los! Aber (ganz nach Murphys Gesetz) wie verhext immer nur dann, wenn ich nicht damit rechne!
Ich kann also zum Beispiel am Abend zu Hause sitzen, das Telefon bewachen und nichts tun - es bleibt garantiert ruhig!
Aber wehe, ich lege mir einen Spielfilm ein, dann klingelt es spätestens nach 10 Film-Minuten!
Restaurant, Kino, Theater, Familien-/Freundebesuch - egal, was ich bei Bereitschaft außer Haus unternehme, es ist amtlich, daß IMMER DANN ein Einsatz kommt!!!
Es ist wirklich wie verhext - ich bin zum Nichtstun zuhause verdammt, oder mich ereilt ein Einsatz! Somit bin ich in solchen Wochen nach Feierabend wie paralysiert, mache nichts und es passiert - nichts!
Zuletzt im September wagte ich es, eine Ecke des Dachbodens aufräumen zu wollen (hätte wohl 3 Stunden am Stück gedauert), kaum habe ich das erste Teil in den Händen - Zack! - Anruf, Bereitschaftseinsatz!
Einen Höhepunkt gab es dann im Jahr 2005: Man hatte mich in die Woche mit meinem Geburtstag zum Dienst eingeteilt, weil es organisatorisch nicht anders ging. Zähneknirschend mußte ich einwilligen und wollte meine Feier (Essen mit Freunden) in die Folgewoche verschieben.
Aber leider (!) überraschte man mich mit Besuch von außerhalb und an meinem Geburtstag wurde ich (als Gemeinschaftsgeschenk) groß zum Essen eingeladen. Das konnte ich nun nicht mehr absagen und kämpfte darum, wenigstens den Dienst für einige Stunden mit einem Kollegen zu tauschen.
GING ABER NICHT! Was dann kam, war wieder einmal völlig logisch: ich mußte am Nachmittag nach Rostock hoch, zu einem Rechenzentrum für mehrere Reedereien. Der Einsatz zog sich um etliche Stunden hin, und in dem RZ hatte ich keinen Mobilfunkempfang. Große Klasse, alle wollen gratulieren und fragen, wann ich dann zum Essen in Berlin bin - keiner konnte mich jedoch erreichen. Nachts um ein Uhr war ich wieder daheim.
Dieser Einsatz war zwar nicht besonders schwer, eklig oder sonstwie unüblich, aber mein versautes Geburtstagsessen werde ich wohl nie vergessen!
Gruß,
TOM.
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[x] <= Hier Nagel einschlagen für neuen Monitor!