Ein solcher N-PE-Schluß (der in der Praxis öfters vorkommt) kann zwei ganz unterschiedliche Hauptfolgen haben:
1) Der Betriebsrückstrom fließt (zumindest zu einem Teil) vom N in den PE und über diesen ab. Infolgedessen löst der FI aus, obwohl kein "echter" Körperschluß (L auf PE) vorliegt. Fehlauslösung.
Hierzu ist es nicht einmal notwendig, daß im durch jenen FI geschützten Anlagenteil Verbraucher in Betrieb sind! Es genügt u.U. (meist bei FI mit Bemessungsfehlerstrom von 30mA und weniger) die Potentialanhebung des N durch andere Verbraucher in der Nähe.
Auf diese Weise kann (vorzugsweise in TT-Systemen) sogar der FI einer Anlage ausgelöst werden, wo noch gar keine NHs im HAK gesetzt sind oder die Zähler fehlen...
Viel problematischer ist es aber, wenn auch noch der PE vor der Verbindungsstelle unterbrochen ist (wie es z.B. der Fall ist, wenn Jemand hinter einem FI eine Steckdose verbotenerweise "klassisch nullt" - was leider auch immer wieder vorkommt).
2) Dann fließt nämlich (bei Auftreten eines L-PE-Körperschlusses) der Fehlerstrom vom PE in den N und somit durch den Summenstromwandler des FI zurück. Infolgedessen kann der FI den Fehler nicht erkennen und auch nicht abschalten!
Dasselbe passiert logischerweise bei einer N-PE-Vertauschung.
Aber zu Deinen vorherigen Aussagen sind noch einige Korrekturen nötig:
Insbesondere die Behauptungen zu den TT-Systemen sind falsch.
Man muß sich dabei stets vor Augen halten, daß die öffentliche Stromversorgung in Deutschland technisch nicht einheitlich erfolgt! Es gibt nämlich TT- und TN-Gebiete. Das ist regional höchst unterschiedlich.
Zwar ist es im Prinzip historisch richtig, daß städtische Bereiche eher als TN ausgeführt wurden und ländliche eher als TT. Das war technisch und wirtschaftlich bedingt. Aber heute ist das eher willkürlich verteilt (wird vom VNB festgelegt).
Es gibt auch Mischgebiete in beiden Richtungen. Also TN-Zonen, wo es reichlich Anlagen als lokale TT gibt. Sowie TT-Zonen, wo es (zulässigerweise) noch reichlich Altanlagen in TN-Form gibt.
Und TT in Großstädten genauso wie TN auf dem platten Lande.
Was es in D so gut wie nicht gibt, sind jedoch echte TN-S!
Das meiste dürften inzwischen TN-C-S sein, daneben gibt es viele TT und auch noch reichlich TN-C-Altanlagen.
Nur in TN-C ist der Einsatz (zentraler) FI nicht möglich. Bei Erweiterungen sind aber inzwischen auch hier (dann eben dezentrale) welche vorgeschrieben.
Ursprünglich wurden FI-Schutzschalter ("RCD") sogar NUR in TT betrieben. Erst viel später setzte man sie auch in TN sein.
Zitat :
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Das TT-System ist ebenfalls am Sternpunkt geerdet, aber sind die Körper nochmal unabhängig von dem vorhandenen Erdpunktes geerdet.
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Nein!
Im TT sind die Körper
NUR vor Ort (also durch einen Erder in der Verbraucheranlage) geerdet.
Im reinrassigen TN grundsätzlich durch nur durch den Erder des Netzsternpunkts.
Seit etlichen Jahren bringt man jedoch zusätzlich sog. Stützerder im/am Haus an, die den PEN des öffentlichen Netzes dort nochmals erden.
Ein Fehlerstrom (aufgrund eines L-PE-Körperschlusses) fließt im TT also zwingend immer über eine Erdstrecke und zwei Erder. Im reinen TN dagegen NICHT über Erder oder Erdstrecke, sondern NUR über das Leitungsnetz.
Bei (in der Praxis inzwischen vorherrschenden) TN-Systemen mit PEN-Stützerdern teilt er sich meist auf.
Man kann vereinfacht (und fachlich nicht ganz sauber) sagen:
Im TT wird der Schutzleiter vor Ort erzeugt, beim TN wird er vom VNB mitgeliefert.
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"Das Gerät habe ich vor soundsoviel Jahren bei Ihnen gekauft! Immer ist es gegangen, immer. Aber seit gestern früh geht es plötzlich nicht mehr. Sagen Sie mal, DA STIMMT DOCH WAS NICHT???"