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Endstufe mit STK4241 Probleme Suche nach: endstufe (5177) |
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BID = 197343
janbunke Gerade angekommen
Beiträge: 18
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Hallo Leute,
Ich habe mir einen STK4241II besorgt, um damit eine 2 x 120 Watt Stereoendstufe zu bauen. Für die Hybrid-IC Kritiker vorweg, das soll kein High-End Projekt werden !.
Ich habe mit dem IC exakt die Schaltung nachgebaut, die im Sanyo Datenblatt vorgeschlagen ist. Sogar das Platinenlayout habe ich übernommen.
siehe hier: http://www.janbunke.de/STK4241.pdf
Nach der Inbetriebnahme stellte ich zuerst fest, daß der Ruhestrom sehr niedrig war, nur ca. 15 mA bei 2 * 63 Volt Versorgungsspannung.
Laut Datenblatt müssten es ca. 40 mA sein.
Beim ersten Hörtest zeigten sich dann auch erhebliche Verzerrungen.
Mit dem Oszilloskop stellte ich nun erwartungsgemäß fest, daß dies Übernahmeverzerrungen sind, resultierend aus dem quasi fehlenden Ruhestrom der Endtransistoren. Dieses Problem betrifft beide Kanäle !. Die 15mA fließen komplett durch die Vorstufen, die Endtransistoren sind also noch voll gesperrt !.
Zwischen den Pins 2 und 7, sowie 17 und 21, also quasi die Basisisanschlüsse der Darlington Endtransistoren, liegen nur 1,38 Volt an !.
Es müssten aber ca. 2,4 Volt sein (2 x 1,2V) um die Transistoren soweit durchzusteuern, daß ein meßbarer Ruhestrom fließt.
Am Ausgang liegen jeweils ca. -200mV an, das ist wesentlich zuviel. Normalerweise dürften es nur ein paar mV sein.
Bei Vollast arbeitet die Endstufe übrigens einwandfrei, da hört man die Übernahmeverzerrungen nicht mehr raus.
Lange Rede, kurzer Sinn, ich nahm an, daß das Teil defekt sei und kaufte mir woanders ein neues.
Nun kommt der Clou !. Mit dem neuen Teil, derselbe Mist !. Ich kenne mich mit Elektronik wirklich gut aus und beschäftige mich seit fast 30 Jahren damit, speziell mit Verstärkerschaltungen. Sowas ist mir aber noch nicht untergekommen. Ich habe die Schaltung abermals und abermals nachgemessen und nachkontrolliert, dort liegt kein Fehler vor. Warum sollte auch sonst das Problem immer auf beiden Kanälen auftreten ?. Es gibt auch bei den Dingern keine Möglichkeit den Ruhestrom großartig zu regulieren. Mit der Widerstandskombination R11/R20 habe ich auch herumgetüftelt, aber ohne Erfolg. Die Endstufentransistoren werden nicht gescheit durchgesteuert im Ruhebetrieb.
Da Beide STKs denselben Aufruck auf der Rückseite tragen (B4241B2G4), gehe ich davon aus, daß es sich um dieselbe Charge bzw. Produktionslinie handelt. Von Sanyo sind die Dinger jedenfalls nicht.
Ich vermute, daß es sich um Billignachbauten mit minderwertiger Qualität handelt und somit Schrott darstellt.
Wer hat damit ähnliche Erfahrungen gemacht oder kann weitere Tipps geben ?.
Gruß, Jan |
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BID = 197485
perl Ehrenmitglied
       
Beiträge: 11110,1 Wohnort: Rheinbach
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Wenn ich das richtig sehe, dann wird der Ruhestrom maßgeblich durch den aus Pin17 herausfließenden Strom und damit durch das Potential an Pin9 bestimmt.
Vielleicht stimmt etwas mit der Ansteuerung dieser aus Tr10 und T11 gebildeten Referenz nicht.
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Haftungsausschluß:
Bei obigem Beitrag handelt es sich um meine private Meinung.
Rechtsansprüche dürfen aus deren Anwendung nicht abgeleitet werden.
Besonders VDE0100; VDE0550/0551; VDE0700; VDE0711; VDE0860 beachten ! |
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BID = 197515
janbunke Gerade angekommen
Beiträge: 18
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Habe alles durchgemessen, da ist alles i.O.
An Pin 9 liegt quasi negative Versorgungsspannung (-65 V).
Das kann es nicht sein. Wie gesagt, ich habe fast 2 Tage gemessen, Widerstände und Elkos überprüft und nachgedacht, nachgedacht, nachgedacht. Es liegt definitiv nicht an der Beschaltung. Es ist zum verzweifeln !.
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BID = 197554
perl Ehrenmitglied
       
Beiträge: 11110,1 Wohnort: Rheinbach
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Hast du auch garantiert keinen HF-Schwingung ? Die muß ja u.U. nicht an den Ausgangspins erscheinen.
Zitat :
| | Widerstände und Elkos überprüft |
Widerstände nachgemessen ? Manchmal stimmen die Farben nicht und von 4k7 (rot) nach 47k (orange) ists nicht weit.
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BID = 197580
janbunke Gerade angekommen
Beiträge: 18
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Da schwingt nichts und alle Widerstände sind von mir x-mal durchgemessen worden.
Ich habe einen ganz anderen Verdacht. Schaut euch die interne Widerstandskombination R3/R4 und den Transistor TR5 an.
Das ist eine klassische Ruhestromregelung, wie man sie in fast jedem Verstärker findet, dort meist allerdings mit Poti statt mit festen Widerständen.
Wie bereits erwähnt, müssten zwischen Pin 2 und 7 ungefähr 2,4 Volt anliegen damit die Sache funzt. Leider sind es aber nur ca. 1,4 Volt. Das bedeutet, der Transisitor TR5 schaltet zu früh durch, weil R3 zu niederohmig ist bzw, R4 zu hochohmig. Leider ist die Basis von TR5 nicht herausgeführt, sonst könnte man dort eingreifen und das Problem wäre gelöst.
Jetzt habe ich folgendes gemacht. Das erste, bereits wieder ausgelötete IC genommen und mit einer regelbaren Spannungsquelle und einem 100 OHM Widerstand Strom durch Pin 2 und 7 gejagt.
Auch bei einem Strom von fast 200mA geht die Spannung zwischen den Anschlüssen nicht über 1,8 Volt hinaus. Und das würde immer noch nicht ausreichen um die Endstufentransis durchzusteuern.
Für mich ist dadurch ziemlich klar was los ist. Die ICs sind
großer Mist, weil die internen Widerstände nicht stimmen.
Keine Ahnung warum sowas auf den Markt kommt.
Ich versuche gleich mal den Transistor TR5 mit einem externen Strom zwischen Pin 2 und 7 soweit zu grillen, so daß dieser durchknallt. Vielleicht klappt das ohne das er kurzschließt. Wenn nicht, dann habe ich Pech gehabt. Wenn ja, dann werde ich einen externen Transistor mit Regelpoti davorsetzen und mal weitersehen...
Ich werde von diesem Experiment auf jeden Fall berichten.
Gruß, Jan
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BID = 197597
janbunke Gerade angekommen
Beiträge: 18
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Das glaubt doch kein Mensch !.
Das "Experiment" ist geglückt.
Transistor TR5 durch kurzen Spannungsimpuls von 15 Volt zerschossen. Danach eine Widerstands-Poti Kombination mit einem externen Transistor BD139 drangelötet. Jetzt habe ich zum einen keine Verzerrungen mehr und ich kann den Ruhestrom regeln.
Das nennt man Chiptuning !.
Hoffentlich klappt das auch mit dem zweiten Kanal.Zwischen Pin 2 und 7 liegen jetzt übrigens bei einem Ruhestrom von ca. 30 mA 2,33 Volt an. So wie ich es sagte.
Wenn ich das hier nicht selbst erlebt hätte, ich würde es nicht glauben !.
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BID = 197666
perl Ehrenmitglied
       
Beiträge: 11110,1 Wohnort: Rheinbach
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Jetzt bist du also um etwa 0,7V höher gekommen.
Außer daß R3,R4 nicht stimmen, könnte das auch bedeuten, daß die anstelle des Darlingtons einen gewöhnlichen Transistor eingebaut hatten.
Ist ja ein Hybrid und TR5 ist seltsamerweise umrandet.
Wo hast du diesen Ausschuß denn her ?
P.S:
Denk daran den externen Transistor themisch zu koppeln.
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BID = 197687
janbunke Gerade angekommen
Beiträge: 18
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Klar, daß das Teil thermisch gekoppelt werden muß. Hatte ich bereits erledigt.
Allerdings habe ich jetzt beim Belastungstest den einen Kanal endgültig geröstet. Hat sich wohl ein Leistungstransistor verabschieded.
Fazit -> Jetzt gebe ich auf und packe nie wieder diesen Hybridmist an. Zumindest bin ich jetzt schlauer.
Ab jetzt kommen wieder Transistoren auf den Tisch !.
Am besten Mosfets. Die Teile sind unzerstörbar.
Gute Nacht !.
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BID = 197725
Benedikt Inventar
      Beiträge: 6241
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Zitat : janbunke hat am 19 Mai 2005 23:57 geschrieben :
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Allerdings habe ich jetzt beim Belastungstest den einen Kanal endgültig geröstet. Hat sich wohl ein Leistungstransistor verabschieded.
Fazit -> Jetzt gebe ich auf und packe nie wieder diesen Hybridmist an. Zumindest bin ich jetzt schlauer.
Ab jetzt kommen wieder Transistoren auf den Tisch !.
Am besten Mosfets. Die Teile sind unzerstörbar.
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Falls du eine IC Endstufe suchst, mit ähnlichen Daten wie der STK4241, dann schau dir mal den TDA7293 an.
Der ist mit MOSFETs bestückt, und hat auf jedenfall eine bessere Audioqualität als der STKxxx Müll (der aus gutem Grund vom Markt verschwunden ist. Deren einziger Vorteil war der Preis...)
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BID = 197770
ThomasB Gesprächig
  
Beiträge: 139 Wohnort: 59457 Werl
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ich habe mal einen STK 4231II aufgedremelt,der ist baugleich nur mit anderen Daten Bild eingefügt
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BID = 197774
perl Ehrenmitglied
       
Beiträge: 11110,1 Wohnort: Rheinbach
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Sehr schön.
Mit etwas mehr Vergrößerung (Mikroskop ode Optik eines Laserpointers) könnte janbunke vermutlich sogar sehen, ob an der betreffenden Stelle ein Darlington drin ist oder nicht oder messen, ob die Widerstände wirklich nicht stimmen.
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BID = 197779
janbunke Gerade angekommen
Beiträge: 18
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Gute Idee, der andere Kanal ist ja noch nicht "gegrillt".
Dann werde ich das Ding mal sezieren und nachmessen.
Frage an ThomasB -> wie hast du das Ding so sauber aufgekriegt ?. Leider habe ich keinen Dremel.
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BID = 197782
perl Ehrenmitglied
       
Beiträge: 11110,1 Wohnort: Rheinbach
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Vielleicht gehts auch mit der Laubsäge.
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BID = 197789
janbunke Gerade angekommen
Beiträge: 18
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Auf ist das Drecksding !.
Jetzt wundert mich nichts mehr.
Sieht erstmal ziemlich anders aus, als das Teil von ThomasB,
Schaut euch mal die doppelten Leitungen zu den Leistungstransistoren an und lest euch mal dann den folgenden Artikel durch.
http://www.planet-kuehne.de/martin/audio/counterfeit.htm
Mit diesem Thema hatte nämlich ich auch schon zu tun.
Die Widerstandswerte und Transistoren der nicht gebratetenen Hälfte werde ich mal durchmessen und euch weiter berichten...
Bild eingefügt
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BID = 197791
ThomasB Gesprächig
  
Beiträge: 139 Wohnort: 59457 Werl
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ich geh mal davon aus das deiner viel jünger ist als meiner.
aufgemacht habe ich ihn so,das ich etwas weiter in der Mitte angefangen habe und mich dann langsam zun Rand getastet habe.
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