Hallo zusammen,
ich stecke momentan an einem Problem fest. Ich möchte diskret mit Transistoren einen Begrenzerverstärker bauen, der ein FM-Signal begrenzen soll.
Einfach zu realisieren, würde man meinen.
Allerdings habe ich es mit einem 20 MHz-Träger zu tun, der in FM mit einem FBAS moduliert ist. Das resultierende Spektrum reicht etwa von 10 MHz bis 30 MHz.
Und da beginnt das Problem.
Momentan benutze ich einen NE564, der die Begrenzung und die Demodulation hervorragend bewerkstelligt. Aber aus bestimmten Gründen möchte ich von diesem Baustein weg. Warum, würde jetzt zu weit führen.
Ein erster Versuch mit bipolaren Transistoren in Emitterschaltung (vier an der Zahl) ist gescheitert. Zwar begrenzte die Anordnung hervorragend, bei genauer Betrachtung des Oszillogramms zeigten sich bei bestimmungsgemässer Modulation allerdings ab der ersten Stufe markante Überschwinger in der Hüllkurve, die nicht zu eliminieren waren. Weder durch Änderungen der Arbeitspunkte, noch der Verstärkung der einzelnen Stufen usw. Diese Überschwinger wiederum erzeugten im demodulierten Signal starke Verformungen des ursprünglichen Videosignales, erkennbar an starken Überschwingern im Bereich der Sync-Impulse und starker Hell-Dunkel-Kontraste. Darüber hinaus war der Videofrequenzgang völlig verbogen. Ich habe mit einem Flankendemodulator, einem Koinzidenzmodulator und mit einem Zähldiskriminator als Demodulator experimentiert und bei allen Varianten diese Überschwinger im zurückgewonnenen Videosignal in ähnlicher Form gesehen.
Ich vermute, dass bei Einsetzen der Begrenzung durch Übersteuerung die jeweilige Transistorstufe in die Sättigung fährt, und dadurch in Kombination mit dem im Verhältnis zur Trägerfrequenz sehr breiten Gesamtspektrum insbesondere an den harten Sprüngen (Sync-Impulse) im modulierenden FBAS starke Amplituden- und Phasenfehler im begrenzten FM-Signal auftreten, die dann später bei der Demodulation Ärger machen. Benutze ich anstelle der der Transistoren zwei kaskadierte NE592 zur Begrenzung, dann ist die Hüllkurve des Ausgangssignales ok. Ein schnell mal testweise nachgeschalteter Flankendiskriminator lieferte ein erstaunlich gutes Bild, von Überschwingern oder stark verbogenen Videofrequenzgang keine Spur. Den Flankendiskriminator habe ich jeweils bei beiden Verstärkertypen ziemlich lose angekoppelt, um unkontrollierte Bedämpfungen des Schwingkreises durch die letzte Begrenzerstufe zu minimieren und somit das Risiko für Schmutzeffekte zu reduzieren.
Nun könnte ich eigentlich glücklich sein, denn mit den 2 x NE592 würde es zufriedenstellend funktionieren.
Allerdings habe ich wieder zwei ICs, die darüber hinaus erst ab 0 Grad Celsius spezifiziert sind. Lieber wäre es mir, das Ganze völlig diskret aufzubauen, auch wenn es etwas mehr Aufwand bedeutet.
Der NE592 beinhaltet einen Differenzverstärker.
Wäre das ein möglicher Ansatz für einen diskreten Aufbau?
Wenn ja, wie kann man sowas am zweckmässigsten dimensionieren insbesondere im Hinblick darauf, mehrere Stufen davon hintereinanderzuschalten?
Ich habe damit schon mal nicht so ganz ernsthaft herumgespielt, aber noch kein brauchbares Ergebnis erhalten.
Vielleicht habe ich mich auch nur etwas verrannt, komme aber momentan nicht so recht weiter.
Ich wäre erfreut, wenn mich jemand mal ein wenig anschubsen könnte, um wieder aus der Sackgasse zu kommen
Gruß
Wilfried