Unbekannter Widerstand....

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Autor
Unbekannter Widerstand....
Suche nach: widerstand (24794)

    










BID = 222354

m_hbg

Gesprächig



Beiträge: 171
Wohnort: Hamburg
 

  



Hallo,
habe mal folgende Frage an die Fachwelt! Denn habe von so etwas noch nie gehört und auch nie gesehen


Um was handelt es sich hierbei bzw wo wird dieser komische nach einer Lampe aussehender Widerstand eingesetzt??

Daten:
Eisenwiderstand (Urdoxwiderstand) zur Strombegrenzung und Stabilisierung, Betriebsspannung 25...75 V/1,6 A, Hersteller Osram, mit Gewinde E27. Maße (Lxø): 210x49 mm.



Danke für Auf-/Erklärung!

Mfg
Martin






p.s.
Hinzu noch eine "dumme" Frage:
Wenn dieser Widerstand in Betrieb ist, leuchtet "die Lampe" dann etwa auch??



[ Diese Nachricht wurde geändert von: m_hbg am 22 Jul 2005 13:57 ]

BID = 222406

Mad Hatter

gesperrt

 

  



Zitat :

Eisenwiderstand (Urdoxwiderstand)




Für Eisen-Urdox-Widerstände siehe

Link
Absatz "3.5.1. Das Netzteil im Allstromempfänger"

Link
Link

Besseres Bild und nochmals kurze Erklärung
Link

Da man für verschiedene Netzspannungen auch verschiedene Eisen-Urdox Widerstände brauchte, wurden diese Steckbar ausgeführt. Gebräuchlicherweise mit Bajonettsockel.

Die von dir angegebenen Werte bezüglich des 1.6A Regelstroms aber könnte auch darauf hinweisen, dass dieser Widerstand als Konstanter in einer anderen Schaltung Einsatz fand.
Ist es tatsächlich ein Eisen-Urdox-Widerstand dann ist das Funktionsprinzip und die Aufgabe des Bauteils jedoch identisch mit den oben beschriebenen Eisen-Urdox aus der Röhrenzeit: Einschaltstrombegrenzung durch den Urandioxid Widerstand mit NTC Charakteristik und Strombegrenzung im Betrieb durch den Eisendrahtwiderstand mit PTC Charakteristik.

Da das Bild von dir jedoch alles andere als aussagekräftig ist (man kann kaum etwas vom Inneren des Gebildes erkennen) und du uns auch die Aufschrift verschwiegen hast, kann ich auch nicht sagen, ob das tatsächlich ein Eisen-Urdox ist, und beziehe mich bei meinen Ausführungen daher ausschließlich auf die von dir gegebene Bezeichnung (wie oben zitiert).

[ Diese Nachricht wurde geändert von: Mad Hatter am 22 Jul 2005 16:41 ]








BID = 222540

perl

Ehrenmitglied



Beiträge: 11110,1
Wohnort: Rheinbach


Die relativ hohen Werte für Spannung und stabilisierten Strom deuten darauf hin, daß dieser Eisen-Wasserstoffwiderstand zum Akku laden gedacht war.

Ende der 1920er Jahren des vergangenen Jahrtausend waren nämlich noch Gleichstromnetze bzw. überhaupt kein Strom, sondern Gaslicht, sehr verbreitet.

Die Rundfunkröhren hatten deshalb meist direkt geheizte Kathoden mit 4V Heizspannung.
Da, selbst wenn Netzspannung vorhanden war, der Einsatz eines Heiztrafos nicht möglich war, wurden die Heizspannung für die Röhren von Bleiakkus geliefert.

Für die Anodenspannung wurden sehr teure Batterien vom Leclanche-Typ ("herkömmliche Zink-Kohle Batterien" hat uns die Werbung eingehämmert) verwendet. Link

Oft hatten diese Batterien bei Nennspannungen von meist etwa 75..90V mehrere Anzapfungen, mit deren Hilfe man die sinkende Spannung ausgleichen konnte, oder, zum Preis eines höheren Batterieverbrauchs, etwas lauter hören konnte.

Bei Stromentnahmen von wenigen zehn mA hielten diese Anodenbatterien relativ lange.
Das Radio dudelte damals ja auch nicht den ganzen Tag.

Die für die Heizung eingesetzten 4V Bleiakkus hingegen waren viel schneller entladen.
Zum Aufladen brachte man diese dann zum Elektriker oder ins Radiogeschäft.
Dort wurden dann die Akkus mehrerer Kunden hintereinandergeschaltet und gemeinsam mit dem Gleichstrom aus der Steckdose aufgeladen.

Solch ein Eisen-Wasserstoff-Widerstand als Vorwiderstand sorgte dabei dafür, daß der Strom stets konstant blieb, obwohl sich Batteriespannung, je nach Anzahl der Zellen und Ladezustand, stark änderte.
So konnte man die Ladung zeitlich planen.

Wer Gelegenheit hat sich die Kennlinie eines solchen Eisen-Wasserstoff-Widerstands anzusehen, wird feststellen, daß sich die Stabilisierungswirkung vor der einfacher Halbleiterschaltungen nicht zu verstecken braucht.



_________________
Haftungsausschluß:



Bei obigem Beitrag handelt es sich um meine private Meinung.



Rechtsansprüche dürfen aus deren Anwendung nicht abgeleitet werden.



Besonders VDE0100; VDE0550/0551; VDE0700; VDE0711; VDE0860 beachten !

BID = 222568

Mad Hatter

gesperrt


@Perl

Diese Anwendung erklärt dann natürlich auch den hohen Nennstrom und die nicht notwendige NTC (Urdox) charakteristik.
Wohl dem, der sich in der alten Technik noch auskennt.
Meine ehrlich ausgedrückte Hochachtung, Perl.

Ja na, falls denn einmal jemand über so ein ähnliches Teil im Zuge einer Restauration Radioempfängers stolpert, kann sich ja meine Postings mal im Hinterkopf behalten.


BID = 222677

m_hbg

Gesprächig



Beiträge: 171
Wohnort: Hamburg


Hallo!
Eingangs erst mal wieder ein großes Danke für die -wie immer- umfassenden und aufklärenden Infos Ich werde mich dann auch interesse halber mal durch die vielen zugefügten Links klicken bzw. lesen.
Wenn dies ein Widerstand aus den 20er ist, dann ist es natürlich mehr als verständlich das gerade ich als Anfänger bisher nicht über ein solches Bauteil gestopelt bin.


Zu:
"Da das Bild von dir jedoch alles andere als aussagekräftig ist (man kann kaum etwas vom Inneren.........".

Was das Bild betrifft, aber auch die Angaben, so stammt beides nicht von mir sondern habe ich es so übernommen. Daher kann ich natürlich nicht mehr Angaben dazu machen. Aber, wenn jemanden dieses Bauteil näher interessiert dann kann(ich hoffe dies wird nicht als Schleichwerbung aufgefaßt)er sich dieses auch bei Pollin unter Schnäppchenmarkt/S.4 ansehen.


So, denke meine Neugierde wurde dann hiermit und den ganzen Links befriedigt; danke!

Wünsche dann ein schönes WE und ein netten Gruß aus Hbg
Martin


p.s.
Zu:
"Zum Aufladen brachte man diese dann zum Elektriker oder ins Radiogeschäft.........".

Hier zeigt sich das es nicht nur technisch gesehen ein interessantes Thema ist sondern auch ein geschichtlich interessantes; TOLL!!

[ Diese Nachricht wurde geändert von: m_hbg am 23 Jul 2005 11:29 ]


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