Röhrenradio als SK1 anschließen?

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Röhrenradio als SK1 anschließen?
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BID = 454883

Martin Wagner

Schriftsteller

Beiträge: 768
Wohnort: Unterfranken
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Hallo Freunde alter Technik!

Mich beschäftigt gerade eine Frage zu alten Radios: Darf man die als SK1, also Schutzleiter auf Chassis, anschließen?
Welche Schutzklasse haben die überhaupt? SK2 sicher nicht, da nicht doppelt (oder einfach) isoliert. SK3 sicher auch nicht...Röhren und Schutzkleinspannung

Gruß Martin

BID = 454885

sam2

Urgestein



Beiträge: 35330
Wohnort: Franken (bairisch besetzte Zone)

 

  

Nun ja, manche haben durchaus SK II.
Viele aber auch einfach SK 0.

Keinesfalls darf man das Chassis ungeprüft auf PE hängen. Oft ist es galvanisch mit L oder N verbunden!!!

Warnzeichen:
Wenn an den (runden, zweipoligen) Anschlüssen für TA und LS steht: "Nur xy nach VDE verwenden"

_________________
"Das Gerät habe ich vor soundsoviel Jahren bei Ihnen gekauft! Immer ist es gegangen, immer. Aber seit gestern früh geht es plötzlich nicht mehr. Sagen Sie mal, DA STIMMT DOCH WAS NICHT???"








BID = 454923

Martin Wagner

Schriftsteller

Beiträge: 768
Wohnort: Unterfranken
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Hallo!

Werde natürlich keinen trafolosen Empfänger/Allstromer mit dem Schutzleiter verbinden . Die sollten hoffentlich SK2 sein.
Bei den anderen, die ich gesehen habe, sind zumindest die Schrauben unten zum befestigen des Chassis berührbar... diese Geräte sind schonmal nicht SK2.
Darf man aus einem SK0 einfach ein SK1 machen?

Kenne das nur, wenn bei uns jemand mit einer uralten Lampe ins Geschäft gekommen ist, zum Lampe reparieren lassen. Neben dem austausch der Stoffadern und meist defekten Fassungen wurde ans Metallgehäuse noch ein PE angelegt.

Gruß Martin

BID = 454934

stego

Schreibmaschine

Beiträge: 2236

Martin Wagner schrub:

Zitat :
Werde natürlich keinen trafolosen Empfänger/Allstromer mit dem Schutzleiter verbinden

Außerdem mußt Du aufpassen, denn viele -vor allem kleinere- Radios der frühen 50-er Jahre haben einen Spartrafo zur Anpassung der Anodenspannung bei 110 V Netz-Wechselspannung. Die Sekundärwicklung liefert hier lediglich die Heizspannung für die Röhren (E-Röhren, 6,3 V Parallel-Heizung). Hier gilt dasselbe wie für die Allströmer = keine galvanische Trennung des Chassis vom Netz!
Bei reinen Wechselstrom-Geräten mit Trafo mit getrennter Primär- und Sekundärwicklung gibt es afaik keine Einwände, den PE an das Chassis zu legen. Das habe ich bei meinem häufig benutzten Dual 1008 Plattenspieler auch so gemacht.


Zitat :
Die sollten hoffentlich SK2 sein.

Verlass dich nach gut 50 Jahren, die diese antiken Schätze mittlerweile auf dem Buckel haben, nicht mehr darauf, daß alle Berührungsschutz-Abdeckungen noch da sind, wo sie einst waren.
Mir ist´s schon oft passiert, daß die Regler mit unpassenden Schrauben befestigt waren, und diese Schrauben können bei solchen Geräten durchaus 230 V Netzspannung führen! Daß die Wachsversiegelung bei den Schrauben fehlt, ist mittlerweile leider üblich, aber normalerweise sind die Schrauben hier tief versenkt.

Also: stets vorsichtig sein!

Gruß
stego

_________________


[ Diese Nachricht wurde geändert von: stego am  3 Sep 2007 10:02 ]

BID = 454996

langesOhr

Gelegenheitsposter



Beiträge: 67

Hallo,

@Martin Wagner: Wie sam2 schon geschrieben hat, besonders ältere Geräte aus den 1940ern und
früher haben SK0 (manchmal zu erkennen am runden "Lichtstromstecker", der gelegentlich auch
für Schukodosen "umgeschnitzt" wurde)...

SK1 habe ich bei "Dampfradios" noch nie gesehen, höchstens bei Betriebs-Lautsprecheranlagen
in Rackform (oder dem Vorläufer eines Racks).

"Darf man aus einem SK0 einen SK1 machen?"

Ich würde es bleiben lassen, denn es könnte auch ein SK"-1" sein (=kein Schutz gegen
direktes Berühren). Besonders bei alten Phonoschränkchen fand ich solche
Konstruktionen so oft, dass ich nicht mehr an eine verlorene Abdeckung glaube. Ich zumindest werde nie SK0
auf SK1 umstellen (aber wenn nötig wieder den Lichtstromstecker anmontieren, um
nichtleitende Räume in der Installation zu erzwingen - zumindest theoretisch...)

Zu der Bemerkung von sam2: Wenn z.B. bei der TA-Buchse so etwas steht wie "Gefahr! Verwendet
nur Schalldose nach VDE-Bestimmungen!" dann kann das durchaus bedeuten, dass diese Buchse
galvanisch mit dem Netzanschluss verbunden ist (ich kenne zumindest ein Gerät, bei dem das
ab Werk so verdrahtet ist).

Gruss

das lange Ohr

BID = 454999

sam2

Urgestein



Beiträge: 35330
Wohnort: Franken (bairisch besetzte Zone)

Genau das meinte ich:
Damals waren die entsprechenden Tonabnehmer und Zusatzlautsprecher von der Isolation her für Reihenspannung 220V gegen Erde ausgelegt!

BID = 455003

yehti

Schriftsteller



Beiträge: 723
Wohnort: Plattstedt

Moin!
Ich habe hier gerade ein Schaltbild von einem Ford ... eeeh Blaupunkt Granada Röhrenradio aus den 50ern, da ist das Chassis an die Erdungsbuchse zur AM-Antenne angeschlossen.
Wenn also das Chassis auf den Schutzleiter gelegt wird, kann es Probleme mit dem AM-Empfang geben.
Gruß Gerrit

BID = 455187

langesOhr

Gelegenheitsposter



Beiträge: 67

Hallo,

zur Untermauerung der Thematik habe ich meiner (ur)alten Digicam ein
paar Bilder meines alten Dual entlockt - das ist zwar kein Dampfradio,
passt aber gut zur Problematik:

Ich habe das Ding so fotografiert, "wie es der Flohmarkt seinerzeit
ausspuckte". Die Zarge sieht von vorn nicht übel aus - auf der Oberseite
mit hellem Funier(imitat?), an den Seiten mit Trolitplatten in
Wurzelholzmaserung verkleidet.
Der Haken: Wie das zweite Bild zeigt, hat die Zarge keinen Boden...
Im Detailausschnitt Bild 3 sieht man, dass das Netzkabel ohne jeden
Berührungsschutz einfach an die Lötleisten am Chassis angelötet
wurde; immerhin, eine Zugentlastung gibt es.
Das Chassis selbst ist überhaupt nicht angeschlossen

Solche "bodenlosen" Geräte tauchen auf hiesigen Flohmärkten immer mal
wieder auf; wenn es sich um Eigenbauten handelt, dann muss es zumindest
eine publizierte Bauanleitung gegeben haben. Die Bretter, aus denen die
Seitenwände bestehen, zeigen übrigens keinerlei Spuren von Nägeln,
Schrauben, Leim o.a., mit denen früher eine Abdeckung hätte befestigt
werden können.

Dies ist die harmlosere Variante; wie bereits gesagt, habe ich auch
schon Phonoschränke gesehen, bei denen die Lötleisten für den
Netzanschluss auch während des Betriebs ohne Kippen der Zarge
für neugierige Kinderhände zugänglich sind - aber diese kann ich mit
meiner alten Digicam mangels Auflösung nicht ablichten.
Dies nur als ein Beispiel für eine SK"-1"-Konstruktion

Gruss

das lange Ohr





BID = 455190

Mr.Ed

Moderator



Beiträge: 34400
Wohnort: Recklinghausen

Ich vermute mal das diese Zarge ein Selbstbau ist. Plattenspieler und Montageplatte aus einer geschlachteten Truhe, Seitenwände Eigenbau.


_________________
-=MR.ED=-

Anfragen bitte ins Forum, nicht per PM, Mail ICQ o.ä. So haben alle was davon und alle können helfen. Entsprechende Anfragen werden ignoriert.
Für Schäden und Folgeschäden an Geräten und/oder Personen übernehme ich keine Haftung.
Die Sicherheits- sowie die VDE Vorschriften sind zu beachten, im Zweifelsfalle grundsätzlich einen Fachmann fragen bzw. die Arbeiten von einer Fachfirma ausführen lassen.

BID = 455193

perl

Ehrenmitglied



Beiträge: 11110,1
Wohnort: Rheinbach

Daß netzspannungsführende Teile des Plattenspielers wie abgebildet von unten berührbar waren, habe ich selbst bei einem ca. 1954 im Original von Nordmende so gefertigten Phonoschrank gesehen. Da war nie eine Abdeckplatte drin.
Vermutlich haben sich dadurch aber auch nicht mehr Unfälle ereignet als heute.
Damals wussten die Leute eben noch, daß man nicht blindlings in der Elektrik herumfingert. Heute vertrauen sie anscheinend eher auf ihre Rechtsschutzversicherung.

_________________
Haftungsausschluß:



Bei obigem Beitrag handelt es sich um meine private Meinung.



Rechtsansprüche dürfen aus deren Anwendung nicht abgeleitet werden.



Besonders VDE0100; VDE0550/0551; VDE0700; VDE0711; VDE0860 beachten !

[ Diese Nachricht wurde geändert von: perl am  4 Sep 2007 13:20 ]

BID = 455229

stego

Schreibmaschine

Beiträge: 2236


Zitat :
Damals wussten die Leute eben noch, daß man nicht blindlings in der Elektrik herumfingert. Heute vertrauen sie anscheinend eher auf ihre Rechtsschutzversicherung.

Eben. Früher hatten die Leute, also die Benutzer der Geräte, noch wesentlich mehr Respekt vor "dem Elektrischen", wären also nie auf die Idee gekommen, "so eben mal" hinein zu langen (und eine gewischt zu bekommen).
Damals hatte man das Radiogerät auch oft so aufgestellt, daß kleine Kinder nicht dran kommen können, also etwas höher auf einem Regal, Kasten usw.
Das weiß ich noch aus meiner eigenen Kindheit: Da stand der schöne Siemens Großsuper auf einem hohen Regal, wir Kinder hatten dadurch gar keine Chanche, das "Heiligtum" in der Stube auch nur zu berühren. Nur der Großvater durfte "sein" Radio bedienen.
Im Übrigen gab es sogar Radiogeräte (besonders in Frankreich vor dem 2. WK), welche von Werk aus gar keine Rückwand hatten!
Und auch bei uns in DE gab es sehr viele Geräte, bei denen man die Rückwand ganz ohne Werkzeug abnehmen konnte.

Gruß
stego

_________________

BID = 456027

Martin Wagner

Schriftsteller

Beiträge: 768
Wohnort: Unterfranken
Zur Homepage von Martin Wagner

@langesOhr:
Ist das ein Dual 1003 ?
So einer ist in meiner Imperial Musiktruhe. Die hat allerdings Boden & Rückwand .
Hast du bei dem Plattenspieler schon Probleme mit den Anpressrollen gehabt? Bei mir hat der nach dem ersten Einschalten nix gemacht...

Gruß Martin

BID = 458540

langesOhr

Gelegenheitsposter



Beiträge: 67

Hallo,

@Martin Wager: Das ist ein Dual 1005.

Probleme mit den Andruckrollen hatte ich noch keine, aber dafür
um so mehr mit den Motorlagern - die waren so festgeharzt, dass
ich den Motor zerlegen musste, um den Rotor wieder freizumachen.
Selbst mit schwerem Werkzeug war nichts auszurichten.

Apropos Boden & Rückwand: Inzwischen habe ich mir auch so ein
Phonoschränkchen "der allerschlimmsten Sorte" (siehe oben)
zugelegt, vielleicht stelle ich davon mal Photos ein - macht seit
der "Upload-Anschausperre" aber nicht mehr soviel Sinn...

@stego: Danke für den Beitrag, jetzt weiss ich endlich, warum bei
meiner "Sonora" (französisches Gerät, Bakelitgehäuse, A-Röhren
der "roten Serie") keine Spuren einer Rückwand zu sehen sind

Gruss,

das lange Ohr


BID = 458561

faustian.spirit

Schreibmaschine



Beiträge: 1388
Wohnort: Dortmund

Und ich dachte immer Strom wäre damals weniger tödlich gewesen?


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