1)
Zitat :
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| .Warum nimmt man eigentlich prinzipiell einen "Dreipunktschwingkreis"? |
Nicht prinzipiell, aber wenn man mit einem Bauteil wie dem Transistor im Emitterschaltung arbeitet, bei dem zwischen Eingang und Ausgang eine Phasenverschiebung von 180° besteht, liefert die angezapfte Spule die für positive Rückkopplung nötige Phasendrehung.
Bei einem Oszillator in Kollektorschaltung (Spannungsverstärkung < 1) sorgt solch ein Transformator, denn um nichts anderes handelt es sich bei einer angezapften Spule, dafür, daß an der Basis etwas mehr Steuerspannung zur Verfügung steht, als am Ausgang entnommen wird.
Bei deinem Colpitts-Oszillator schliesslich arbeitet der Transistor in Basisschaltung, denn die Basis liegt ja wechselspannungsmäßig an Masse.
Ein wesentliches Kennzeichen der Basisschaltung ist eine Stromverstärkung < 1.
Man muß also etwas mehr Steuerstrom aufbringen, als man Laststrom am Kollektor entnehmen kann.
Dies geschieht hier, indem man über den kapazitiven Spannugsteiler den hohen im Schwingkreis fliessenden Blindstrom anzapft.
Es gibt Bauteile, wie z.B. Tunneldioden, die in einem Teil ihrer Kennlinie einen negativen Widerstand aufweisen, und damit gelingt es tatsächlich einen in Reihe mit der TD geschalteten Parallelschwingkreis in seiner einfachsten Form zu entdämpfen.
2)
Zitat :
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| aber wenn ich die Spule dann um ein paar Milimeter verschiebe kommt wieder was völlig anderes raus |
Es kommt nicht etwas völlig anderes heraus, aber die Induktivität sinkt tatsächlich etwas, wenn man die Wicklung aus der Mittellage heraus bewegt.
Man benutzt das in der Praxis um die Induktivität einer Ferritantenne abzugleichen.
Die entsprechenden Induktivitäten kann man nicht einfach auf Grund der Materialeigenschaften berechnen, da verlässt du dich besser auf die Angaben des Herstellers (AL-Wert oder Wickeldaten) oder auf eigene Experimente.
Übrigens solltest du, genau wie bei der Ferritantenne, die Wicklung nicht direkt auf den Kern wickeln, sondern etwas Papier oder anderes Isoliermaterial unterlegen, sonst handelst du dir hohe Dämpfungswerte ein.
3)
Daran siehst du schön, dass die Güte eines Schwingkreises mit wachsendem L/C-Verhältnis steigt.
Dadurch wird die Amplitude so groß, dass die Kollektorspannung unter die Basisspannung fällt und dann leitet die C-B-Diode des Transistors und begrenzt die Spannung.
P.S.:
Deine Dimensionierung des Schwingkreises ist aber für solche Frequenzen um 200kHz ungünstig.
Typischer sind hier Schwingkreiskapazitäten um 1nF oder weniger und Induktivitäten im mH-Bereich.
[ Diese Nachricht wurde geändert von: perl am 1 Mär 2012 17:04 ]