Nun ja, aus Deinen Messungen geht ja nun mit höchster Präzision hervor, daß beide Kabel für 2,5GHz reichlich viel Verluste haben. Das hatte ich ja zu Anfang "aus dem Bauch heraus" auch behauptet.
Interessant ist die Kurve des "guten" RG58 Kabel ( Tektronix-Partnumber : 012-0057-01 . Schau Dir mal die Lage und insbesondere die Güte dieser Resonanz an. Hast Du vor der Messung die Straßenbahn drüber fahren lassen ?
Zitat :
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| Zur Meßgenauigkeit: So ein Networkanalyzer kann bis zu einer Stunde nach der letzten Kalibrierung eine wiederholbare Genauigkeit von etwa 0,002 dB liefern. |
Das entspräche einer Unsicherheit der Leistungsmessung von 0,04%. Für die Reproduzierbarkeit mag das angehen, aber für Linearität und absolute Genauigkeit ? Das ist schwör.
Sicher, von Deinem Wohnort ist es zur PTB nicht weit, und auch der Strand ist noch einigermaßen erreichbar, wo Du Dir genau ein Kilo Watt holen könntest.
Und: Nein, ich kenne die Elekluft eigentlich nur von außen. Es gibt oder gab hier, vermutlich wegen der Nähe zur Verteidigung, eine ganze Anzahl solcher Lobbyisten. Die Elekluft ist ja ursprünglich eine amerikanische Firma gewesen, die der BW Radar verkauft hat.
In diesen Dunstkreis gehört auch die FGAN etwas südlich, in Berkum, mit ihrem weithin sichtbaren Radom.
Weiter wäre da z.B. noch das gut mit der Uni verquickte MPI für Radioastronomie, an dem es auch hervorragende Mikrowellenfachleute gibt.
Etwas rheinaufwärts, in Rolandseck, gabs mal ein Forschungsinstitut für Hochfrequenzphysik, k.A. ob das noch existiert.
Mit all diesen Leuten habe ich nichts zu tun. Mein Leistungsmesser bis 10GHz stammt aus einem Fliegerhorst in der Eifel, und wurde nach natürlicher Alterung zuletzt von MWB in Bremen kalibriert.
Bei meinen Recherchen nach der Bedeutung der Suffixe der RG58 Kabel bin ich auf folgende Fakten gestossen:
1) Genau weiß das offenbar keiner mehr. Das Suffix unterliegt der Beliebigkeit und Sagenbildung, und wurde angeblich einfach von den ersten Herstellern der Kabel vergeben.
http://www.cencom94.com/gpage1.html1.html
2) Außerdem sind die RG-Bezeichnungen selbst Stoff von vorgestern:
http://www.hometeam.com/beta/0007network.shtml
Lesenswerter Artikel.
3) Die Kabel unterscheiden sich durchaus im Aufbau.
Es gibt welche mit massiv kupferner Seele, sowie das von mir gemessene mit verzinnter Litze.
http://www.hosfelt.com/en-us/dept_175.html
Klar, daß das Kupferkabel besser ist.
4) Es gibt vorzügliche Kabelkataloge und viel Wissenswertes, auch über 2,4 Ghz Internet z.B. bei
http://www.timesmicrowave.com oder
http://www.belden.com
Leider stehen darin keine Daten für die richtig miesen Kabel bei hohen Frequenzen.
Die Unterschiede sind aber, wie alpha-ranger schon sagte enorm:
Bei 1GHz hat alpha-ranger für sein Belden RG-58 Kabel 91,4dB/100m gemessen.
Im Belden Katalog entspricht das am ehesten einem der schlechtesten Kabel, wie dem Typ 9203, das mit 70,5dB angegeben ist. (Wer von beiden hat besser gemessen ???)
Mindestens genau so schlecht ist das RG-58C/U Kabel Belden 8262, das vielleicht solche Dellen im Frequenzgang hat, wie Du sie gemessen hast.
Daß es noch schlechter geht, beweist das gemessene RG-58 von Bedea mit 122dB/100m bei 1GHz.
Es geht aber auch besser: RG-58A/U Belden 8240 mit Innenleiter aus massiven Kupfer ist mit 47,6dB/100m bei 1GHz spezifiziert.
Erwartungsgemäß noch weit besser sind die Kabel mit Schaumstoffdielektrum: RG-58U Belden 7807A und -R erreichen bei 900MHz 30,1dB und bei 51,6dB/100m bei 2,5GHz (57,3dB bei 3GHz).
5) Die Spezifikationen dieser Kabel stehen in der MIL-C-17. Leider habe ich noch keine vollständige Version davon gefunden.
Zitat :
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| Die Leute sind doch zu ungläubig. |
Und Recht haben sie damit. Sieh Dir nur Dein Qualitätskabel an. Ein paar Millimeter Längenfehler oder ein paar MHz daneben, und Du hast über 100mal mehr Fehler.
Insofern kann ich mit meiner Peilvorrichtung noch ganz zufrieden sein.
Um aber nicht zu weit vom ursprünglichen Thema abzuschweifen, für den ursprünglichen Fragesteller:
Die besten Antennenkabel haben Schaumstoffisolation und 75 Ohm, weil in dieser Gegend ein Dämpfungsminimum für Kupferkabel liegt. Beispielsweise das preiswerte und problemlos erhältliche SAT-Kabel.
Die zugehörigen F-Verschraubungen sind wohl auch konkurrenzlos billig und mittels selbstvulkanisierendem Isolierband bekommt man sie auch wasserdicht.
50, 60 und 93 Ohm Kabel sind i.d.R für andere Zwecke gedacht.