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BID = 587060
porsche959 Gerade angekommen Beiträge: 4 Wohnort: Trier
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Hallo,
bin neu hier und habe direkt mal eine Frage:
In unserem bestehenden Mehrfamilienhaus wurde vor kurzem ein Erdanschluss vom EVU gelegt (Straßenerneuerung).
Bisher wurde über eine Freileitung eingespeist, diese wird im Moment auch noch genutzt.
Meine Frage wäre, da in Kürze das Kabel vom HAK im Keller bis zur Hauptverteilung verlegt werden soll, welches Kabel und welcher Querschnitt genommen werden sollte?
Länge von HAK bis HV ca. 40 m, Verlegung Aufputz durch unbeheitzte Kellerräume.
An der HV hängen 5 Wohneinheiten, davon 2 mit Durchlauferhitzer (später eventl. mal 3).
Absicherung im HAK 3 x 100A.
Ich dachte dabei an ein 4x35 qmm? NYY-J oder eventl. NYYCWY?
NYM-J ist preislich doch etwas teurer.
Was meint Ihr?
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BID = 587068
Newbie2006 Gelegenheitsposter
Beiträge: 97 Wohnort: Stuttgart
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Hi.
Also eines vorweg, am billigsten bei uns ist NYY-J 4x35.
Nach VDE0100-520 ist es bei deiner Verlegeart (ich gehe mal von "C" ohne Bündelung aus) bis 126A belastbar.
Also für deine 100A im HAK ausreichend.
Kritischer wird's da schon mit dem Spannungsfall, der bis 100kVA nur 0,5% (2V bei 400V) betragen darf.
Da in einem Mehrfamilienhaus aber bestimmt nie konstant 100A (auch nicht mit DLE) benötigt werden, sollte dem 35² nichts im Wege stehen.
Oder was meinen die anderen Kollegen?
Gruß,
newbie |
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BID = 587072
sam2 Urgestein
Beiträge: 35330 Wohnort: Franken (bairisch besetzte Zone)
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Also zumindest ich meine:
1) Willkommen im Forum!
2) Ohne Kenntnis der Netzform und örtlicher TAB ist weder sicher, daß eine vieradrige Leitung noch die Ausführung "-J" überhaupt zulässig ist...
3) Auch der Spannungsfall ist kritisch, da die Leitung wohl auf MEHR als 3x100A ausgelegt werden muß. Und sie hat ja doch eine stolze Länge.
Daher:
Diese Details soll der ausführende Fachbetrieb direkt mit dem zuständigen Netzmeister klären.
Welcher Leitungstyp dann zum Einsatz kommt, ist nachrangig. Da kann man nach dem Preis gehen.
Vielleicht ist ja Alu eine preiswerte Alternative?
Wie sieht denn die Situation bezüglich Erder und Potentialausgleich in dem Gebäude momentan aus?
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"Das Gerät habe ich vor soundsoviel Jahren bei Ihnen gekauft! Immer ist es gegangen, immer. Aber seit gestern früh geht es plötzlich nicht mehr. Sagen Sie mal, DA STIMMT DOCH WAS NICHT???"
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BID = 587114
porsche959 Gerade angekommen Beiträge: 4 Wohnort: Trier
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Vielen Dank schonmal für die Antworten.
Die Einspeisung im HAK ist auch vieradrig.
Also Netzform ist wohl ein TNCS-Netz??
Trennung Schutzleiter und Neutralleiter findet in der HV statt.
Potentialausgleich im Gebäude läuft über den Fundamenterder.
Die bestehende Freileitung wird wohl noch ca. 2 Jahre bestehen bleiben, allerdings wollten wir die neue Hauptleitung schon jetzt verlegen da eh Umbauarbeiten laufen (und günstiger Kupferpreis...).
Die bisherige Hauptleitung ist auch ein 4x35mm², Kabelausführung ist NYCW. Länge auch ca. 40 m.
Würde es was bringen wenn ich im jetzigen Zustand mal die Spannung messen würde (bei ordentlicher Belastung)?
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BID = 587118
sam2 Urgestein
Beiträge: 35330 Wohnort: Franken (bairisch besetzte Zone)
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Zitat :
| Die Einspeisung im HAK ist auch vieradrig.
Also Netzform ist wohl ein TNCS-Netz?? |
Das sagt nichts aus. Auch in TT-Netzen ist die Zuleitung vieradrig.
Und es gibt TN-Netze, wo der VNB neuerdings die PEN-Aufteilung bereits im HAK vorschreibt.
Da kocht jeder im Detail sein eigenes Süppchen.
Daher ist es auch problematisch, schon jetzt eine Vorrüstung vorzunehmen, die erst in 2 Jahren in Betrieb gehen soll.
Was, wenn bis dahin die Regeln wieder geändert wurden???
Tipp:
Vom VNB schriftlich bestätigen lassen, daß eine bestimmte Ausführung, die jetzt erfolgt, dann auch nich bei Inbetriebnahme erst bei Umschaltung von Freileitung auf Erdkabel akzeptiert wird.
PA mit Fundamenterder ist hingegen schonmal sehr gut.
Die bisherigen Querschnitte und Ausführungen sind hingegen ohne Belang. Es gelten insoweit die Regeln bei Errichtung (und das bedeutet hier, bei Inbetriebnahme der neuen Leitung).
Spannungsmessung ist ohne Belang, es geht um den rein rechnerischen Spannungsfall bei höchstzulässiger Vollast.
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BID = 587132
Fentanyl Fentanyl mit Overkill Volle Kanne !
Beiträge: 1912
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Am besten:
NAYCWY 4x95/50mm² SE
oder
NYCWY 4x70/35mm² SM
Je nach Fall geht auch die jeweils nächstkleinere Normgröße!
Bitte in Betracht ziehen:
- Überspannungsschutz
- Automationsmöglichkeiten
- Spannungs-, Symmetrie-, Phasenfolge-Überwachung
Trennungsabstände der Hauptleitung zu anderen Leitungen auf der Strecke am besten mindestens 1,5-2m!
Für ordentliche Erderanlage (möglichst besser, als nur ein Kreuzerder) sorgen!
MfG; Fenta
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BID = 587134
sam2 Urgestein
Beiträge: 35330 Wohnort: Franken (bairisch besetzte Zone)
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Nein, das wäre nicht "am besten".
Vielleicht würde es sogar überhaupt nicht akzeptiert...
Liest Du eigentlich die Fragestellungen jeweils durch???
Sonst hättest Du nicht nur mitbekommen, daß bereits ein Fundamenterder vorhanden ist, sondern vor allem, daß es dem Fragesteller um eine kostengünstige Lösung geht!!!
Dein Vorschlag ist nun alles mögliche, aber bestimmt nicht das.
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BID = 587159
porsche959 Gerade angekommen Beiträge: 4 Wohnort: Trier
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Also ich habe jetzt mal mit dem Elektriker gesprochen, der das später auch anschließen soll.
Er meinte ein 4x35 wäre auf jeden Fall ausreichend, da die Zuleitung zum Hausanschluss ja auch nicht größer wäre (normalerweise).
Leider weiß ich jetzt auch nicht recht weiter.
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BID = 587203
sam2 Urgestein
Beiträge: 35330 Wohnort: Franken (bairisch besetzte Zone)
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Das ist fachlicher Unsinn.
Es kann durchaus sein, daß die Leitung zwischen Hausanschlußkasten und HV einen deutlich höheren Querschnitt haben muß als die Hausanschlußleitung bis zum HAK!
Das kommt bei längeren Leitungsstrecken im Gebäude gar nicht so selten vor.
Erstens hat die Hausanschlußleitung eine günstigere Verlegeart, ist also schonmal thermisch belastbarer als die Strecke IM Gebäude.
Vor allem aber greift da der strenge Grenzwert (0,5%) für den Spannungsfall.
Es gilt also weiterhin:
VNB fragen! und "Wer schreibt (bzw. sich schreiben läßt), der bleibt!"
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BID = 588612
porsche959 Gerade angekommen Beiträge: 4 Wohnort: Trier
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Wie müssen denn die Farbe der Adern sein bei einem 4adrigen Kabel?
Muss es unbedingt grün-gelb, schwarz, braun, grau sein oder geht auch
grün-gelb, schwarz, braun und blau?
Wäre es zulässig eine blaue Ader mit einer Phase zu belegen, wenn diese auch als solche gekennzeichnet wäre?
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BID = 588615
sam2 Urgestein
Beiträge: 35330 Wohnort: Franken (bairisch besetzte Zone)
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Erst ne Nees und denn ne Brill!!!
Will sagen:
Je nach Netzform ist auch keine der genannten Versionen zulässig, sondern es muß dann z.B. braun/schwarz/grau/blau sein (für TT), in alter Version war das schwarz/braun/schwarz/blau...
Falls es sich jedoch um ein TN-System handelt und die PEN-Aufteilung in der HV (oder noch weiter hinten) liegen darf, hat die Ausführung nach aktueller Norm die Farbfolge gelbgrün/braun/schwarz/grau. Alte Version dazu war gelbgrün/schwarz/braun/blau. Im Bestand darf die alte ohne weiteres verwendet werden, bei Neuverlegung strenggenommen nicht. Aber wenn man mit den zuständigen Leuten redet, sollte es eigentlich kein Problem sein, eine noch intakte (z.B. gebrauchte) solche Leitung dort zu benutzen. Insbesondere im Abschnitt HAK->HV ist ja keine Verwechslungsgefahr gegeben.
Dabei ist es nicht nötig, die als Außenleiter benutzte Ader gesondert zu kennzeichnen. Denn die frühere Norm sah vor, daß blau entweder Neutralleiter ODER (wenn kein Neutralleiter in der Leitung vorhanden war) eben Außemleiter sein durfte.
Fazit:
Wir sind immer noch in der gleichen Lage!
Erst muß festgestellt werden, wie die technischen Verhältnisse und die örtlichen Vorschriften sind. Dann klärt man die noch offenen Detailpunkte mit/unter den beteiligten Fachleuten.
Ansonsten riskierst Du ne Menge Arbeit und Kosten - um dann gesagt zu bekommen, daß das so nicht angeschlossen bzw. akzeptiert wird...
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"Das Gerät habe ich vor soundsoviel Jahren bei Ihnen gekauft! Immer ist es gegangen, immer. Aber seit gestern früh geht es plötzlich nicht mehr. Sagen Sie mal, DA STIMMT DOCH WAS NICHT???"
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