Hallo Forum,
ich habe hier einen Fischer Verstärker CA-869. Diesen wollte ich nun am PC betreiben, nachdem er ca. 5...7 Jahre nur so rumstand. (ist noch aus dem alten Wohnzimmer meiner Eltern).
Also alles verkabelt, Lautsprecher angeschlossen (8 Ohm) und angeschaltet.
Ton kam heraus. Dann habe ich den Loudness Schalter betätigt und ein kräftiger WUMMS kam aus den Boxen...
Ton aus. Grafischer EQ aus. Trafo noch an, Beleuchtung ebenso.
--> alles Abgeschlossen, ausgesteckt, eingesteckt, noch mal getestet --> keine Funktion.
Also aufgeschraubt. Alle Sicherungen noch heile, Versogungsspannung auch da. (+/-71V und +/- 37V)
Das Lautsprecherschutzrelais war nicht angezogen. Davor nachgemessen: Ein Kanal war OK, der Andere hing auf -70V fest.
Hmpf! Also Servicemanual gesucht und runtergeladen, den Verstärker in den Keller zum Oszi gebracht.
Sinussignal eingespeist und geschaut, wie weit das Signal kommt, bzw. wie hoch die Spannungen in der Verstärkersektion sind. (Steht zum Glück alles im Servicemanual)
Und Siehe da, es war der Widerstand R527 durchgebrannt (Seite 13 im Manual, obere Kanal pos. Versogungsspannung Verstärker, 10 Ohm, 0,25W, als "FUSE" bezeichnet). Allerdings ohne erkannbaren Veränderungen (sah noch gut aus).
Den habe ich getauscht, per Regeltrenntrafo die Spannung hochgedreht und dabei den Spannungsabfall an diesem Widerstand überprüft --> kein Unterschied zum anderen Kanal. Bei voller Eingangsspannung hatte ich an beiden Widerständen einen Spannungsabfall von 0,13V.
Dann den Verstärker lastfrei getestet: absolut sauberes Ausgangssignal bis 126V Spitze Spitze (+/- 63V)
Danach die Lautsprecher wieder angeschlossen --> bis 2x50W getestet (Lautsprecher können nicht mehr) funktioniert hervorragend.
Jetzt meine Frage:
Was wars? So ein 10 Ohm widerstand brennt doch nicht einfach so durch? Vor Allem wenn er im normalen Betrieb nur mit 13mA belastet wird. Danach sind 2 mal 56 Ohm und ein mal 82 Ohm parallel, wo auch im Fehlerfalle Strom fließen könnte. Aber was wäre das für ein Fehler?
Oder war vielleicht der 47µF/100V Kondensator nicht mehr formiert und hat kurzzeitig einen zu hohen Strom gezogen? Reichen 5...7 Jahre für so ein Verhalten (Ist ja ein relativ kleiner Kondensator)?
Ich hatte dann gestern den Verstärker ein paar Stunden auf Zimmerlautstärker laufen --> funktioniert immernoch super.
Edit: Was mir sonst noch aufgefallen ist:
Dadurch dass der Verstärker auf 220V ausgelegt ist, sind die Spannungen generell etwas hoch (71V anstatt 67,1V bei 233V Eingangsspannung). Die Elkos sind bis 72V ausgelegt (working voltage).
[ Diese Nachricht wurde geändert von: Beckenrandschwimmer am 7 Mär 2011 9:37 ]