Ich habe einen Brückengleichrichter auf einer ELVIS-Plattform (ein Experimentierboard für die Verwendung mit dem PC von National Instruments) aufgebaut, der vom eingebauten Funktionsgenerator versorgt wird, und dann die Ausgangsspannung in Abhängigkeit von R_L, C und f am Oszi beobachtet (wird eventuell ein Versuch für Studenten, wenn sich was lehrreiches daraus ableiten lässt). Die Ergebnisse sind alle wie erwartet.
Nur eins war eigenartig. Zum Testen habe ich einfach irgendwelche Kondensatoren zur Glättung genommen, die ich grade so da hatte und in meine Testreihe gepasst haben. Unter anderem 6,8µF Tantal-Elkos. Aus Versehen hatte ich den dann einmal verkehrt gepolt ins Steckbrett gesteckt, wobei die Kondensator-Wirkung beinahe weg war. Weil mir das komisch vorgekommen ist habe ich dann noch zwei andere, baugleiche Teile probiert, bei denen das nicht aufgetreten ist (die Glättung war allerdings schon etwas schlechter). Bei richtiger Polung waren die Kurven für alle drei beinahe identisch (zumindest passend zu den leicht unterschiedlichen Kapazitäten auf Grund der Toleranz).
Woran kann das liegen? Die Elkos sind keine "Ausschlachtteile" sondern unbenutzt. Da ich von den Tantals diesen Typs noch mehr hatte, hätte ich sogar einen geopfert und habe ihn absichtlich für einige Minuten verkehrt gepolt angeschlossen lassen, nur für den Fall, dass ich den ersten dadurch schon zerstört hätte. Hat aber nichts geändert. Ich nehme jedenfalls an, dass ich den einen lieber in der Müll schmeißen sollte, oder?
Unten habe ich die Ergebnisse: das erste bei richtiger Polung (nur einemal, da keine Unterschiede) und dann die drei Kurven bei verkehrter Polung (brauche glaube ich keinem zu sagen, dass Kondensator B der "eigenartige" ist

).
[ Diese Nachricht wurde geändert von: Lupin III. am 28 Dez 2009 2:37 ]