Hallo Hallo
Nun steinigt mich mal nicht gleich. Habe mich wohl etwas falsch ausgedrückt. Also, das besagte Objekt ist von einem neuen Kunden,über neue Aufträge ist man in der heutigen Zeit ja immer froh. Erst einmal vorweg, habt ihr mal erlebt wie viele Asbachuralt-Anlagen es in Düsseldorf gibt. Ich bin schon froh, dass wir da nur selten arbeiten. Der Kunde hatte mich gebeten die Wohnung elektrisch zu überprüfen bevor eine Woche später der Klempner und Maler ihre Arbeiten machen sollten. Der Kunde meinte, dass nur ein paar Steckdosen erneuert werden sollten. Und der Durchlauferhitzer war übrigens auch zu diesem Zeitpunkt schon im Bad vorhanden.Da die Leitungen noch alle 2 adrig waren und nur 5 Sicherungen (einschliesslich Durchlauferhitzer)für die gesamte Wohnung vorhanden waren, habe ich dem Kunden gesagt, dass die Wohnung neu installiert werden müsse, ansonsten könnte ich ihm nicht weiterhelfen. Sein Blick daraufhin versprach erst nichts Gutes, aber ich konnte ihm die vorhandenen Gefahren verdeutlichen und so bekam ich den Auftrag. Auf Grund des Zeitdruckes fingen wir direkt am nächsten Tag an. Beim demontieren der alten UV bemerkten wir dann die alte unterdimensionierte Zuleitung. Auf Grund der Tatsache, dass sich keine stärkere Zuleitung einziehen lassen konnte, habe ich die alte Leitung erst einmal einer Isolationsmessung unterzogen. Die Werte waren nicht wie bei einer Neuanlage, aber noch im zulässigen Bereich, zudem gab es in der Vergangenheit auch keine Probleme (laut Aussage des Hausmeisters, der inzwischen nicht mehr dort tätig ist)
Und nun erkläre mal einem neuen Kunden nach Zusage des Auftrages,dass die Zuleitung zur UV auch noch erneuert werden muss, was ohne grossen Aufwand nicht zu realisieren ist. Und nun sagt bitte nicht, dass ihr jedem Kunden immer alles 200%ig macht. Gerade mit der Selektivität fangen doch auch schon in Neuanlagen oft die Schwierigkeiten an. Und in diesem alten Kasten ist die Wohnung nun die erste, die zumindest ab UV auf dem neuesten Stand ist, und sogar die Prüfungen durchgeführt sind. Ja, natürlich ist das Vorschrift, eine Vorschrift, die wir einhalten. Sollen wir mal Wetten abschliessen, wie viele Firmen noch nicht einmal die erforderlichen Messgeräte besitzen. Aber zurück zum Thema, die Zuleitung ist nur 4adrig und nur 6qmm, aber nicht übersichert. Ich denke mal nicht, dass diese Anlage eine Gefahr darstellt hat. Nun, nachdem die Sicherungen regelmässig geflogen sind, und ich bei einer erneuten Isolationsprüfung der Zuleitung, Werte weit unterhalb der Norm gemessen habe, besteht natürlich eine Gefahr. Aus diesem Grund werden wir morgen auch einen Weg suchen, eine neue Zuleitung (NYM 5x16) in die 3 Etage zu bekommen, ohne das frisch renovierte Treppenhaus, all zu stark in Mitleidenschaft zu ziehen. Warum der Kurzschluss bisher nie von Dauer war, könnte damit zu tuen haben, dass sich Feuchtigkeit im Leerrohr befindet, und bei 35 Ampere Absicherung war der Strom einfach zu gering für einen ordentlichen Bums. Auf die Idee mit der Feuchtigkeit bin ich nach einem Gespräch heute morgen mit dem neuen Hausmeister gekommen. Einige Mieter haben Probleme mit feuchten Innenwänden, und es gab in der Vergangenheit schon einige Wasserschäden. Ist natürlich nur eine Vermutung. Was ich aber nun mit all dem sagen möchte, ist das wir sehr wohl darauf achten immer alles nach neuesten Vorschriften zu machen,um jegliche Gefahren abzuwenden, aber leider ist es nicht immer möglich, den Kunden gleich das Rundumsorglos-Paket zu verkaufen. Und aus meiner 27 jährigen Berufserfahrung kann ich nur sagen, dass heute soviel gemurkst wird, dass ich froh bin, noch Arbeit zu haben. Denn wenn man sich immer an die Vorschriften hält, ist es verdammt schwer Aufträge zu bekommen. Also seit mal nicht so streng

mit mir, wenn die neue Zuleitung liegt , ist alles 100 % wie ihr es euch vorstellt (und ich mir natürlich auch )
Nachtrag: Automaten-Brückenschiene hatte ich als erstes im Verdacht, ist aber in Ordnung.
Gruss Thomas