Von einem der auszog das gruseln zu lernen

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Autor
Von einem der auszog das gruseln zu lernen

    







BID = 471094

sam2

Urgestein



Beiträge: 35321
Wohnort: Franken (bairisch besetzte Zone)
 

  


Dann ist das ein Drehstromnetz ohne Sternpunkt, bei dem einfach einer der drei Außenleiter betriebsgeerdet ist.
Das stelle nun überhaupt kein Problem dar!
Wie schon gesagt, erstellt man die Installation einfach so, als gebe es gar keinen N. Dann können die Junx vom E-Werk Adern vertauschen wie sie wollen.
Also laß die Finger von irgendwelcher Relais-Mimik, die schafft nur zusätzliche Fehlerquellen.
Sauberes TT errichten, mit 30mA-FI ausstatten, alles zwei-/drei-polig schalten und absichern. Fertig ist die Laube!

BID = 471138

sometimes

Gelegenheitsposter



Beiträge: 93
Wohnort: Lima

 

  



OK, dann werd ich das mal unter dem Aspekt betrachten wie von sam beschrieben.

Das mit der Friteuse unter Spannung, ist ein bisschen falsch rübergekommen.
Die steht nicht unter Spannung, nur wenn der N auf's Thermostat geht und der L direkt and die Heizung glimmt da je ein Lämpchen per Friteuse. (nur zu sehen wenns dunkel ist)


BID = 471173

Topf_Gun

Schreibmaschine



Beiträge: 1236

Dem FI ist es egal, Welche Spannung zwischen N (oder halt L3) und dem PE anliegt.

Es muß halt nur soviel Strom Rein wie Raus fließen.

Es ist für die Fehlerabschaltung mit dem FI nur notwendig, das das Netz beim EVU geerdet ist.

Eine Prinzipskizze:



Gruß Topf_Gun



BID = 471602

Trumbaschl

Inventar



Beiträge: 7692
Wohnort: Wien

Das ist ein Netz wie du es in manchen Gegenden Europas heute noch findest (Berlin z.B. stückweise) und wie es bis in die 70erjahre in vielen zivilisierten Gegenden Mitteleuropas existierte. Du hast ganz normalen Drehstrom, nur daß du nicht 400V (bzw. früher 380) zwischen Phasen hast, sondern 220 (heute 230) und wenn du einen N hättest, würdest du zu dem 127V messen.

Verteiler wurden früher so gelöst, daß es pro Stromkreis zwei Schmelzsicherungen gab, heute nimmst du 2-polige LSS.

Deine Leitungen heißen R, S, T und Sl (wenn dir die alten Bezeichnungen lieber sind), einen Mp oder Nulleiter oder N gibt es nicht. Geräte für 220V sind immer zwischen R und S, S und T oder T und R angeschlossen.
Dein Sl ist ausnahmslos nur mit dem Erder verbunden und sonst mit nichts.

Fotos von diversen Installationen dort (deinen neuen sowie alten dortigen) wären absolut genial!

_________________
"Und dann kommen's zu ana Tür da steht oben "Eintritt verboten!" und da miaßn's eine!"

BID = 471863

Kabelkasper

Stammposter



Beiträge: 497
Wohnort: Niedersachsen

Hallo sometimes,

gräme Dich nicht! Dein Deutsch ist perfekt! Und nach unserer Rechtschreibreform wäre es nur konsequent Phase mit F zu schreiben, wie es in einer modernen romischen Sprache, wie dem Spanischen, schon seit längerem getan wird. Man hat fast alle "ph" durch "f" ersetzt, wenn da nicht im letzten Moment wieder "Ausnahmen" (u.a. Phase, Philosophie, ...) gemacht wurden....

Um das Chaos perfekt zu machen, das Problem ist eigentlich, dass die Phase von der Du sprichst, schon immer Außenleiter heißt! Die Phase bezeichnet korrekt einen Winkel(!) nämlich den zwischen Strom- und Spannungsnulldurchgang.

Aber um zu Deinem Problem zurückzukommen. Ich sehe es wie Sam2, wenn Du alles als sauberes TT-System aufbaust, und anscheinend habt Ihr nur Wechselstrom, dann ist es völlig wurscht, was L1 und was N ist, nennen es von mir aus L1 und L2 und sichere konsequent zweipolig wie bei unseren Nachbarn in A ab. Dann verbleiben nur noch die Lichtschalter. Da muss man sich halt merken, dass man eben die Automaten ausschaltet, bevor man sich an einer Leuchte zu schaffen macht.


KK

BID = 471913

sam2

Urgestein



Beiträge: 35321
Wohnort: Franken (bairisch besetzte Zone)

Auch der zweipolige Lichtschalter ist schon lange erfunden.
Für steckbar angeschlossene Leuchten auch vorgeschrieben.
Aber auch in Festinstallationen sicher kein Fehler.

_________________
"Das Gerät habe ich vor soundsoviel Jahren bei Ihnen gekauft! Immer ist es gegangen, immer. Aber seit gestern früh geht es plötzlich nicht mehr. Sagen Sie mal, DA STIMMT DOCH WAS NICHT???"

BID = 473253

sometimes

Gelegenheitsposter



Beiträge: 93
Wohnort: Lima



So, sorry wegen der langen Pause, hatte mit einigen Herausvorderungen zu kämpfen die nicht elektrischer Natur sind.

Sam2 du bist goldig, natürlich hat man Vieles schon lange erfunden, aber wie sieht es mit der Verteilung damit über den Erdball aus.

Ich bin am kämpfen einen geeigneten FI aus Brasilien zu bekommen.

Mal eben beim Grosshändler anrufen und morgen alles geliefert bekommen was man braucht geht nicht auf jedem Teil dieser Erde.

Die LSS die es hier ab und an zu kaufen gibt fallen schon auseinander wenn man sie nur ansieht. Das ist sicher die "5. Wahl China" die irgenwo anders auf den Müll fliegen würden.
Wenn ich eine Stange LSS erstanden habe mit denen ich was anfangen kann dann heisst es erstmal hinsetzen und diese "Plastikniete", oder wie man das bezeichnen soll, mit Kleber nachbehandeln.
Wenn ich Glück habe finde ich dann auch noch eine Hutschiene wo die Dinger dann auch draufpassen.
Einen vernünftigen Verteilerkasten zu finden ist hoffnungslos, und wer da meint das Verteilerschienen etwas ist was in jedem Fachhandel Standardware ist, der liegt da auch etwas daneben.


Ich versuch mal Euch mit ein paar Bildern zu beglücken.
Aber bitte, nicht vergessen Hut aufzusetzen bevor Ihr den Thread anklickt.





BID = 473632

Trumbaschl

Inventar



Beiträge: 7692
Wohnort: Wien

Ich hab mich mal schlau gemacht... kann es sein, daß Peru recht intensiv von den USA beeinflußt ist? Um das zu beurteilen bräuchte man Bildern von LSS, Lichtschaltern usw.

Was das Stromnetz angeht habe ich aus einer an sich recht zuverlässigen Quelle folgendes gehört: normal 220/380V wie früher bei uns, nur in Arequipa 110/220V wie bei den Amis (einphasiges Netz, Trafo mit geerdeter Mittelanzapfung, das resultiert in 2 Phasen und einem Neutralleiter, zwischen L und N 110V, zwischen L und L 220). Dazu würden auch die von dir am Zähler beschriebenen Farben passen. Die gemessenen Spannungswerte allerdings nicht...

US-Methoden würden auch erklären warum es keine FI zu kaufen gibt... die existieren dort schlicht nicht. Da gibt es nur DI-Steckdosen (elektronischer Krempel der spannungsabhängig ist und bei 220V sicher "die Patschen streckt") und DILS mit gleichem Funktionsprinzip. Da wirst du nicht weit kommen. Das mit den Verteilern ist auch leicht erklärt... bei den Amis kocht jeder Hersteller sein eigenes Süppchen.

U.U. kann es für dich also günstiger kommen, aus den USA für 277V (industrielles Drehstromnetz mit 277/480V) zugelassene Komponenten zu kriegen.

Das kann ich aber nur nach guten Fotos von Komponenten beurteilen.

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BID = 473678

Kurzschlus

Gesprächig



Beiträge: 192
Wohnort: Magdeburg


Zitat :
Trumbaschl hat am 19 Nov 2007 09:40 geschrieben :


US-Methoden würden auch erklären warum es keine FI zu kaufen gibt... die existieren dort schlicht nicht.


Das ist leider ein Irrtum, es gibt in den USA sogar weit mehr (und sinnvollere!) Varianten als bei uns im deutschsprachigen Raum.

http://www.electrical-contractor.net/ESF/GFCI_Fact_Sheet.htm

Beispielsweise Wandsteckdosen mit eingebautem FI-Schalter, die ersparen einem den Gang zum Sicherungskasten. Sehr vorteilhaft fuer Werkstaetten, wo ein Prueflingsgeraet auch schon mal ausloest.

Einfach 30mA-FI in den Verteilerkasten und 10mA-FI in der Wandsteckdose - doppelte Sicherheit und vor allem praktisch!

@ sometimes:
Vielen Dank fuer Deine Schilderungen, bitte mach so weiter.


Troestlich ist es in jedem Falle, dass Peru noch existiert, von daher koennen wir getrost sagen, dass manches an Regeln, die es hier im vorschriftenreichen Deutschland gibt, moeglicherweise doch ein wenig uebertrieben ist.

Edit: Grammatikfehler beseitigt (da hilft die Rechtschreibpruefung eh nicht )

[ Diese Nachricht wurde geändert von: Kurzschlus am 19 Nov 2007 14:43 ]

BID = 473726

Trumbaschl

Inventar



Beiträge: 7692
Wohnort: Wien

Nein, es gibt _keine_ elektromechanischen RCD sondern nur elektronische Differenzstromschutzschalter! Eben die erwähnten GFIs oder GFCIs. Sowohl als LS und als Steckdose. Die Steckdosen gibt es exakt in Feuchträumen (unbeheizte Keller, Garagen, usw.) und im Bad, teilweise auch in der Küche, keineswegs aber flächendeckend so wie bei uns in Österreich und künftig auch in D.

Und da bei den 5mA-DIs Fehlauslösungen häufig sind sind sie unbeliebt.
Die Quelle ist aber gut, ECN ist eine nahezu unerschöpfliche Informationsquelle über internationale Elektrik, die betreiben auch ein Forum für Elektriker, Elektrotechniker usw.

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BID = 473851

Deneriel

Schriftsteller



Beiträge: 981
Wohnort: Westmünsterland
ICQ Status  

Trumbaschl: Und einige der hier Schreibenden sind da auch wieder zu finden, gell? Ist echt interessant über den Tellerrand zu schauen und mal zu schauen wie Andere das so lösen.
Allerdings gefällt mir die Variante mit Standarisierter Hutschiene irgendwie besser, und ich glaube daß es hier ähnlich chaotisch aussähe wenn irgendeine Vorschrift existierte, die die Anzahl der Stromkreise pro Verteiler begrenzt (waren es 38 oder 42?).

Eben jenem Forum entnehme ich auch daß RCDs nicht unbekannt sind, aber aufgrund der Installationsmethoden bieten sie sich auch nicht an, da man ja immer den passenden zum jeweiligen Sicherungskasten benötigte und ansonsten irgendwie ein Adapterblock eingesetzt werden müsste.

Back to Topic:
Gegen eine US-Installation mit 120/240V, 2PH spricht allerdings die Aussage daß der N nach einem Tag plötzlich auf einem anderen Leiter des ankommenden Kabels bzw. der ankommenden Leitung lag.
Da dürften Fotos durchaus Aufschluss geben.

BID = 473958

Trumbaschl

Inventar



Beiträge: 7692
Wohnort: Wien

Also zumindest ich schreibe dort regelmäßig, und 1, 2 andere User sind mir auch aufgefallen.

Und nein, von echten RCDs in unserem Sinne ist mir dort noch nie etwas untergekommen sondern nur die bereits erwähnten "GFI breakers" also DI-LS. Die gibt es natürlich von jedem Verteilerhersteller...

Da TT dort eigentlich immer unzulässig war und seit es Schutzleiter gibt TN-C-S vorgeschrieben ist hielt man FIs lange für unnötig (einzige Ausnahme: Trockner und andere Großgeräte, die bis in die 90erjahre in TN-C angeschlossen wurden, mit _steckbarem_ PEN und Nullungsbrücke im Gerät... und neue Geräte werden natürlich heute noch mit Nullungsbrücke ausgeliefert, die natürlich selten entfernt wird...). Manchmal wurde allerdings über den Potentialausgleich die Wasserleitung als PE mißbraucht (Verbindung PE-Schiene - Wasserleitung - Steckdose).

Die historisch begründete Beschränkung auf 42 Stromkreise zur Begrenzung der Verlustwärme(!) begründet mit einem Brand im Hotel Waldorf Atsoria 1928 ist reichlich überholt und gilt in Kanada wo die gleichen Komponenten verwendet werden nicht, ohne signifikant höhere Brandhäufigkeit...

Und überraschendes Detail: von ABB gibt es für Europa ein ähnliches LS-System für industrielle Anwendung!
Ich persönlich finde es recht wacklig.
In England gab es ganz selten das direkt aus den USA exportierte und dort als extremer Brandbeschleuniger bekannte FPE-StabLok-System (steckbare LS die gern locker werden).

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"Und dann kommen's zu ana Tür da steht oben "Eintritt verboten!" und da miaßn's eine!"

BID = 474375

sometimes

Gelegenheitsposter



Beiträge: 93
Wohnort: Lima


Zitat :

kann es sein, daß Peru recht intensiv von den USA beeinflußt ist?


Bedingt durch die Mentalität hier, ist Peru von allem möglichen beeinflusst, asgenommen natürlich einem Standard.
Warum das so ist, da könnte ich Romane schreiben.

Steckdosen gibt es mittlererweile welche die universal mit allen möglichen Steckern funktionieren.

@Trumbaschl

Arequipa ist eine Ausnahme hier in Peru, das stimmt zumindest für den alten Teil der Stadt selbst, und die Dörfer im District.
Die neu gebaute Industriezone in Arequipa hat ihr eigenes Netz, und da gibt es tatsächlich 220/380V L1 L2 L3 N PE.

Der Rest des Landes ist wie beschrieben 220V zwischen den L's und zwischen L und N.

Über Installationen, selbst Neubauten könnte ich seitenlange Gruselgeschichten schreiben.
Das liegt ganz einfach an dem Bildungssystem hier, und an der Art, wie sich "Wissen" verbreitet. Diese Tatsache allein erklärt viele der "Wunder" die hier auftreten.

Die Geschichte mit dem vertauschten L und N auf der EVU-Leitung zum Beispiel.

Das EVU hat keine zentralen Messgeräte um festzustellen wo ein evtl. Fehler im Netz ist. Wenn jetzt ein Zweig zu viel Strom zieht, schlägt der Operator (eine Person) Alarm und schickt zwei Techniker los um Haus für Haus abzuklappern und zu messen. Ist vorher vom Operator festgestellt worden das es sich um einen Kurzschluss handelt, oder der Stromzeiger am roten Bereich anschlägt, wird erstmal versucht ob es funktioniert wenn N und L vertauscht ist um nicht den gesamten Zweig abzuschalten. Ist der Zeiger immer noch im roten Bereich wird der Zweig abgeschaltet und gesucht. Bleibt der Zeiger im Grünen Bereich , wird vielleicht irgendwann mal mit der Suche begonnen. Warscheinlicher ist aber, dass die Jungens warten bis sich das Problem von selbst (also der Verursacher) löst. Dazu probieren sie dann jeden Tag mal ob es andersherum (also L und N normal) wieder tut.

Tja, alles streng nach Regeln

Soviel dazu.

PS.: hab übrigens mit der Bildergalerie angefangen und ihr einen eigenen Thread gegönnt.

https://forum.electronicwerkstatt.d......html







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