Maximale Leitungslänge mit Verlängerungskabel

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Maximale Leitungslänge mit Verlängerungskabel

    










BID = 1041830

dango

Gerade angekommen


Beiträge: 3
Wohnort: Bonn
 

  


Tach zusammen,

zunächsteinmal: ich bin kein Elektriker, seid also nett zu mir Und weil ich kein Elektriker bin, hier meine Frage

In einer elektrischen Anlage ist bekanntlich eine maximale Leitungslänge vorgeschrieben. Ich schätze, das Kabel vom Verteilerkasten bis zu meiner Außensteckdose auf der Terasse ist ca. 20m lang, Kabel ist 1.5qm und mit 10A abgesichert.

Um meinen Rasen zu mähen brauch ich ja nun ein Verlängerungskabel. Ich hab da eins, ist 20m lang, 1.5qm. Das überschreitet zusammen mit dem Kabel der Hausinstallation die maximale Kabellänge von 27.5m. Ist das jetzt ein Problem, wenn ich das Verlängerungskabel verwende?

Mich würde interessieren, wie das so grundsätzlich mit Verlängerungskabeln ist. Darf ich z.B. ein 20m Verlängerungskabel grundsätzlich nicht an einer Steckdose verwenden, wenn mit 16A abgesichert ist, weil dann ja die maximale Leitungslänge von 17m immer überschritten wird? Klingt für mich völlig utopisch. Warum werden dann 20m Verlängerungskabel oder sogar 50m überhaupt verkauft, wenn man sie fast nirgens verwenden darf?

Die maximale Leitungslänge wird ja einmal beschränkt zur Einhaltung der Abschaltzeit. Dann liegt die maximale Kabellänge bei 16A Absicherung bei 84m und bei 10A Absicherung sogar bei 137m (ja ja, ich weiß, so genau kann man das nicht sagen weil viele andere Parameter noch eine Rolle spielen). Verlängerungskabel sind hier also kein Problem.

Zum anderen wird die Länge beschränkt zur Einhaltung des Spannungsabfalls von maximal 3%. Dann liegt die maximale Kabellänge bei 16A Absicherung bei 17m und bei 10A Absicherung bei 27.5m. Mit Verlängerungskabeln überschreitet man das fast immer, würde ich sagen.

Ist die 3% Regel nun nicht so wichtig wenn man von Verlängerungskabeln spricht, weil die ja nicht für den Dauerbetrieb ausgelegt sind? Ich könnte mir vorstellen, dass die Leitungen in der Hausinstallation für den Dauerbetrieb ausgelegt sind und dann sichergestellt werden muss, dass sie sich nicht zu stark erwärmen, deshalb die 3% Regel. Könnte außerdem sein, dass manche Geräte nicht mehr funzen, wäre nicht so schön für eine feste Installation. Also, Verlängerungskabel auch diesbezüglich kein Problem?

Oder kann ich auch die Kabel in der Hausinstallation durch Wärmebildung schädigen, wenn ich ein langes Verlängerungskabel verwende und dies zu lange betreibe?

Ich hoffe, ihr macht mich schlauer

Grüße,

Dango


BID = 1041838

Homi

Gesprächig



Beiträge: 129

Hallo Dango,

zuerst einmal finde ich gut, dass du dir über die Thematik Gedanken machst.
Einige deiner Gedankengänge sind weitgehend zutreffend.
Um eine definierte Qualität der Hausinstallation sicher zu stellen, gibt es Vorschriften/Normen.
Sicherheitsrelevant davon ist in erster Linie die einzuhaltende Abschaltzeit. Sollte im Stromkreis noch kein RCD/FI vorhanden sein, überschreitet man mit den 84/137m (nicht von mir nachgerechnet) diese Grenze, das wäre gefährlich und nicht tolerabel.
Der Rest ist weitgehend ein "Komfortproblem".
Die 3% Spannungsfall dienen dazu sicher zu stellen, dass alle Geräte einwandfrei funktionieren (damit beispielsweise nicht dein PC wegen Spannungseinbruch aussteigt, wenn Mutti am gleichen Stromkreis den Staubsauger startet).
Mit Dauerbetrieb/Erwärmung der Leitung hat das nichts zu tun, diese wird allein durch den maximal zulässigen Strom begrenzt, welcher von Querschnitt, Verlegeart, Dauer und Temperatur abhängt.
Du kannst also die Hausinstallation nicht schädigen, wenn du eine zu lange Verlängerungsleitung anschließt, weil sich die Leitung der Hausinstallation allein durch den fließenden Strom erwärmt, welcher übrigens mit extensiver Leitungslänge tendenziell eher sinken wird.


 

  








BID = 1041874

dango

Gerade angekommen


Beiträge: 3
Wohnort: Bonn

Hallo Homi,

danke für deine Antwort.

Die Informationen über die maximale Leitungslänge habe ich übrigens hier entnommen: https://library.e.abb.com/public/cf.....9.pdf

Ein RCD ist in meiner Installation verbaut. Also kann man dann sagen, dass 82m bei 16A und 137m bei 10A wahrscheinlich OK ist (zumindest nach der Tabelle aus dem obigen PDF).

Vielleicht kannst du noch kurz erklären, warum ohne RCD eine Leitungslänge von 82/137m zu viel ist, mit RCD aber nicht. Liegt es daran, dass ein Kurzschlussstrom one RCD zwar schnell genug auslösen würde aber ein Körperschluss gefährlicher ist, weil der Widerstand der langen Leitung zu hoch ist und deshalb der Strom "lieber" durch den Körper fließt?

Bezüglich der 3% Grenze: du schreibst, mit Erwärmung hat es nichts zu tun. Aber je länger das Kabel, desto größer der Gesamtwiderstand, desto mehr Spannung fällt ab. Die "verloren gegangene" Energie muss ja irgendwo hin, sie wird als Wärme abgegeben. Ich dachte, daraus kann man schließen, dass sich ein langes Kabel stärker erwärmt, oder ist das nicht der Fall?


BID = 1041888

Homi

Gesprächig



Beiträge: 129

Hallo Dango,

82/137m sind nicht "ok", aber sicherheitstechnisch kein Problem, sofern ein FI/RCD vorhanden ist, da dieser bei einem Fehlerstrom rechtzeitig auslösen wird.
Ein Leitungsschutzschalter ("Sicherungsautomat") hat einen thermischen Auslöser, dessen Hauptaufgabe der Leitungsschutz ist, und einen magnetischen Schnellauslöser. Dieser Schnellauslöser schaltet den Stromkreis innerhalb von Millisekunden ab, wenn z.B. durch Kurzschluss/Körperschluss (hat nichts mit dem menschlichen Körper zu tun) ein bestimmtes Vielfaches des Nennstromes fließt. Bei der am weitesten verbreiteten Charakteristik B (B10/B16) beträgt dieser Faktor 5.
Das bedeutet, ein B16 schaltet innerhalb von Millisekunden (früher gefordert 200ms, heute 400ms) den Stromkreis ab, wenn mindestens 80A fließen. So kann es nicht passieren, dass du am Metallgehäuse einer Waschmaschine hängen bleibst, wenn das Gehäuse durch einen Gerätefehler mit dem Außenleiter in Verbindung kommt (=unter Spannung steht).
Um diese 80A erreichen zu können, darf der Schleifenwiderstand (die Leitungslänge) nicht zu groß werden, das sind die von dir genannten 82m.

Ist ein FI/RCD vorhanden reichen aber schon wenige mA Fehlerstrom zur (Schnell-) Auslösung, in diesem Fall wäre die Leitungslänge aus sicherheitstechnischer Sicht also weitgehend unrelevant.

Es ist richtig, dass bei einem größeren Spannungsabfall mehr Verlustleistung entsteht, welcher die Leitung erwärmt. Allerdings ist diese Leistung proportional zur Leitungslänge. Bedeutet, eine 10m lange Leitung erwärmt sich bei 5W Verlustleistung genau so stark wie eine 20m lange Leitung bei 10W Verlustleistung, die Energie wird ja an die Umgebung abgegeben, je länger die Leitung, desto besser. Ist das für dich nachvollziehbar?



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