Hallo Krokus,
ich finde den fraglichen Thread nicht, vielleicht wurde er (was hier wirklich selten ist) gelöscht?
Hast Du schon mal darüber nachgedacht, daß einige Firmen (warum auch immer) extra Abmahnanwälte beschäftigen, die das Internet durchsuchen?
Stellen diese fest, da wird über die Produkte der Firma diskutiert (womöglich gar noch negativ), dann wird der presserechtlich Verantwortliche (in "unserem" Fall wäre das der Foren-Admin Baldur) aufgefordert, diese Diskussion zu unterbinden, zu löschen, den Firmennamen unkenntlich zu machen, was auch immer. Eine solche Unterlassungsverpflichtung ist dann meist auch strafbewehrt, d.h. wenn dem nicht nachgegangen wird, zahlt ein Homepage-Betreiber richtig viel Geld!
(Google mal zum Thema "Abmahnwelle"...!)
Daran siehst Du, ein "Diskussionsverbot" wird von außen (nämlich von besagten Abmahnanwälten) dem Forenbetreiber aufgezwungen. Er muß es befolgen, wenn er keine Strafe zahlen will (und wer will das schon?).
Privatautonomie, Zensur, GG Art.5 hin oder her - wenn strafbewehrte Abmahnungen ausgesprochen werden (das Urheberrecht ist ein weiteres Feld für solche Anwälte), müssen leider die Bälle flach bleiben!
Unter uns: ich sehe das auch als eine Art Zensur an, wenn Firmen mit Hilfe von Rechtsanwälten jegliche Kritik an diesen Firmen zu unterdrücken versuchen.
Glücklicherweise gibt es ja noch solche Instanzen wie z.B. Verbraucherverbände und die Stiftung Warentest, die zwar auch bei negativer Firmenprodukt-Kritik vor den Kadi gezerrt werden, aber die haben auch eine gute Rechtsabteilung. Und denen gelingt es auch ständig, Prozesse zu gewinnen, da die Aussagen wahrheitsgemäß sind.
Aber ein Forenbetreiber, beispielsweise "unser" Baldur kann schwerlich beurteilen, ob ein Elektriker, beispielsweise Herr "Krokus" Produkte eines ganz bestimmten Elektroartikelherstellers zu Recht beispielsweise als "Schrott" bewertet.
Da er (Baldur) aber die Plattform für die Veröffentlichung verantwortet, wenden sich die Hersteller-Anwälte mit einem "Maulkorb" nun mal an ihn.
So ist das. Rechtsstaat und Demokratie sind nicht so ganz gleichbedeutend mit "Jeder darf überall alles mögliche über andere sagen", denk mal drüber nach!
EDIT: wenn Du hier schon GG Art.5 "Meinungsfreiheit" zitierst, dann wird jeder Firmenanwalt mit dessen Absatz 2 gegenhalten: "... finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, ..." - und dann werden Strafgesetze z.B. wegen übler Nachrede, wegen unbegründeten Verdächtigungen und was-weiß-ich für Gesetze aufgefahren, die es einem Privatmenschen eben nicht erlauben, die Produkte eines Herstellers öffentlich schlecht zu machen und dies mit dem Hinweis auf das Recht auf Meinungsfreiheit, da hier eben genau diese Schranken greifen...
aufmunternden Gruß,
TOM.
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[ Diese Nachricht wurde geändert von: Tom-Driver am 6 Jul 2012 17:00 ]