Hallo Trigger.
Zitat :
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| Ich habe gelesen, das ich die Bildröhre und die Kondensatoren entladen muss, sollte ich das besser noch machen obwohl ich den Fernseher schon seit einigen Tagen nicht mehr eingeschaltet hatte? |
Die Elektrolytkondensatoren und Kondensatoren im Ablenkkreis, die ebentuell noch Spannung führen könnten, dürften sich nach Tagen inzwischen sicher über den Normalen Strompfad der umgebenden Schaltung und andere Mechanismen hinreichend entladen haben. Die Tips bezüglich dem Entladen von Elkos beziehen sich hauptsächlich auf zeitnahe Eingriffe nach einem fehlgeschlagenen Einschaltversuch. Aber wenn du sie zur Sicherheit entladen willst, dann nimm einen 1-5K 2-9W Widerstand und entlade damit Elkos mit hoher Spannungsfestigkeit (>100V) direkt an ihren Printkontakten.
Bei der Bildröhre liegt das manchmal etwas anders. Bei alten Geräten mit HV Vakuumröhrengleichrichtern oder Selengleichrichterstäben oder frühern Hochspannungskaskaden gibt es tatsächlich keinen Pfad, über den sich die Bildröhre entladen könnte. Da kann durchaus noch mehrere Tage nach dem Ausschalten genug Spannung vorhanden sein um eine Gezuckt zu bekommen. Dabei ist dann in der Regel nicht der Stromfluss selbst das vorrangige Problem, sondern der Schrecken, der dann dazuführt, dass du dich beim Zurückzucken an scharfen Gehäusekanten verletzt oder etwas vom Tisch reisst.
Bei moderneren Geräten ist aber durch einen im Zeilentrafo oder der Kaskade eingebauten Focus/Screen Widerstandsteiler ein sehr hochohmiger Pfad gegeben, über den die sich die Bildröhre langsam entladen kann.
Zitat :
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| Kann ich die Röhre eventuelle über einen Draht an dem schutzkontakt der Steckdose entladen. |
Nein. Dorthin auf keinen Fall!
Kondensatoren werden wie beschrieben über einen angemessenen Widerstand direkt an ihren Anschlusspins entladen.
Die Anodenspannung der Röhre (unter der Gummikappe) muss zwingend gegen
die äussere Graphitbeschichtung der Röhre entladen werden. Und auch nicht, wie manchenorts zu lesen, gegen ein Metallteil der Chassisplatine wie dem Tuner oder dem die Platine umrandenden Metallrahmen.
Auch birgt jedes Entladen der Bildröhre immer die Gefahr, dass durch eine unbeabsichtige Funkenentladung in die Schaltung verschiedene elektrostatisch empfindliche Bauteile beschädigt werden.
Ausserdem wäre das Entladen der Bildröhre am sinnvollsten mit einem geeignteten HV Tastkopf um bezüglich Spannungsfestigkeit usw keine Funkenüberschläge zu riskieren.
Wenn möglich würde ich daher die Verbindungen zur Bildröhre angesteckt lassen.- Das betrifft Verbindungen vom Zeilentrafo zur Anode der Röhre (Gummikappe), den Focus (Auf der Bildrohrplatine), und die Ableitung der Graphitbeschichtung (metallisch Blankes Band).
Abstecken (aber nicht vergessen wieder aufzustecken) kannst du dagegen Flachbandleitungen zu Bedienteilen und Anschlussplatten, Lautsprechern und den Ablenkspulen (nicht vertauschen oder verdrehen sofern möglich).
Es gibt auch je nach Gerät Anweisungen, wie das Chassis in eine Serviceposition gebracht werden kann, doch ohne Angabe des Chassis (CUC...)wird man aber nichts genaues sagen können.
mfG