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Leiterplattenlayout - 3x getrennte Führung für GND? |
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BID = 1134882
Maik38Gur Gesprächig
  
Beiträge: 116 Wohnort: Offenbach
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Hallo,
in einer Schaltung für ein Audiogerät verwende ich analoge Audio-ICs, digitale ICs und Relais. Stichwort Einstreuungen über GND. Ist es sinnvoll und zu empfehlen, dass ich im Platinenlayout auf der Platine 3 getrennte GND-Leiterzüge verwende (1. für Audio, 2. für Digital, 3. für Relais), um Störsignale zu vermeiden, und diese 3 Leiterzüge erst unmittelbar am Netzteil zusammenführe?
Maik |
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BID = 1134884
Jornbyte Moderator
      
Beiträge: 7419
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Zitat :
| | diese 3 Leiterzüge erst unmittelbar am Netzteil zusammenführe |
Ja, so ist es richtig.
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mfg Jornbyte
Es handelt sich bei dem Tipp nicht um eine Rechtsverbindliche Auskunft und
wer Tippfehler findet, kann sie behalten. |
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BID = 1134886
perl Ehrenmitglied
       
Beiträge: 11110,1 Wohnort: Rheinbach
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Ja. Denke daran, dass die Kupferbahnen kein Supraleiter sind, sondern Widerstand und Induktivität besitzen. Jede Stromänderung, je schneller sie passiert um so schlimmer, verursacht damit einen Störspannungsimpuls, den man im Audiozweig nicht haben möchte.
Evtl muss man die Audio-Spannungsversorgung auch noch mit R-C entkoppeln, denn die PSRR vieler ICs ist bei höheren Störfrequenzen ziemlich schlecht.
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BID = 1134887
BlackLight Inventar
      Beiträge: 5464
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Wie willst Du die verschiedenen GNDs realisieren? 2-/4-lagige Platine oder mehr? Um was für Audio und digitale Signale geht es?
Weil heutzutage ist Split-GND und Co eigentlich nicht mehr Stand der Technik. Man fängt sich ggf. mehr Nachteile ein als Vorteile. Ein/zwei/drei Masseflächen haben eine extrem niedrigen Widerstand und heutzutage macht man das eher durch räumliche Trennung/zusätzliche Filterung.
Siehe zum Beispiel: https://youtu.be/vALt6Sd9vlY Ground in PCB Layout - Separate or Not Separate? (with Rick Hartley)
TL;DR: Man sollte genau wissen was man tut, ansonsten besteht die Gefahr es zu verschlimmbessern.
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BID = 1134889
Murray Inventar
     
Beiträge: 5304
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Analog und digital (+ Relais) sind doch eh räumlich getrennt, da ergibt sich das doch schon von selbst
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BID = 1134894
Maik38Gur Gesprächig
  
Beiträge: 116 Wohnort: Offenbach
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Vielen Dank für Eure Antworten.
Wenn möglich versuche ich Platinen immer 2-lagig auszuführen. Nur in seltenen Fällen (Platzbedarf) habe ich auch 4-lagig gemacht. Für die hier angefragte Audio-Anwendung kommt ganz "normales" NF-Audio in Betracht (also 20kHz, nichts im HF-Bereich). Die digitalen Schaltkreise in dieser Anwendung sind ein ATmega328, 2x 74HC132 und 2x DAC MCP4811. Der ATmega steuert die beiden DAC mit 4VDC, welche dann wiederum 2x VCA-ICs THAT2180 steuern. Versorgungsspannungen sind 5 und 12 VDC.
Dieses erwähnte Video kannte ich bereits, das ist natürlich sehr spezifisch und auch interessant. Danke für den Tip. Von dem Youtuber gibt es zum selben Thema auch noch weitere Videos.
Zitat :
| | "Analog und digital (+ Relais) sind doch eh räumlich getrennt, da ergibt sich das doch schon von selbst" |
Ich verstehe nicht, was Du damit meinst. Auf der Platine sind sie nicht räumlich getrennt, zumindest befinden sie sich auf derselben Platine. Allenfalls sind sie natürlich jeweils ein eigenständiges Bauteil, so wie auch jeder Widerstand oder Kondensator...
Maik
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BID = 1134896
Murray Inventar
     
Beiträge: 5304
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Also ich würde so getaktetes Geraffel wie den Atmega weit weg von irgendwelchen Audiozweigen legen.
Sind das alle ICs? Was soll das denn werden?
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BID = 1134897
BlackLight Inventar
      Beiträge: 5464
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Zweilagig könnte hier je nach Fall schon recht knapp werden. Kosten für Dich vier Lagen so viel mehr?
Zitat : Maik38Gur hat am 7 Apr 2026 16:24 geschrieben :
| | Ich verstehe nicht, was Du damit meinst. Auf der Platine sind sie nicht räumlich getrennt, zumindest befinden sie sich auf derselben Platine. |
Es geht darum, dass man Analog, Digital/uC und Relais gruppiert und räumlich trennt. (Wie bei Sim City - Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete räumlich trennen.)
Bei vier Lagen kann man auch gerne die eine Seite für analog und die andere für digital verwenden, natürlich nicht direkt aufeinander. Würde ich aber nur nehmen wollen, wenn die beiden Innenlagen für Masse genutzt werden kann.
Wird das ein Hobbyprojekt, das nicht dauernd läuft?
Man muss ja auch nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen.
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BID = 1134901
Maik38Gur Gesprächig
  
Beiträge: 116 Wohnort: Offenbach
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Es ist ein Hobbyprojekt, welches 5 Tage pro Woche 8 Stunden im Tonstudio im Einsatz sein soll. Ganz Anfänger bin ich nicht, aber Hobby stimmt. Einige andere Geräte habe ich schon gebaut, und die laufen z.T. seit mehreren Jahren ohne Probleme. Es soll nun ein spezieller Controller werden mit teilweise Mischpulteigenschaften, zB Talkback, Dim, Mute usw. Es gibt diverse Geräte zu kaufen, aber keines davon ist genau passend für die von mir geplante Anwendung. Entweder es kann zuviel, oder es fehlen Funktionen, und dann kosten die auch gern 2000 EUR. Mit Spatzen auf Kanonen geschossen ist mein Vorhaben denke ich nicht. Klar, man kann das alles ganz einfach bauen und beinahe sogar passiv, aber diverse Probleme bekommt man dann nicht eliminiert. Sitze mal 8 Stunden / 5 Tage im Studio und bist immerzu nur über Talkback in Kontakt mit den Leuten hinter der Akustikscheibe. Da möchte man nicht immerzu ein Knacksen hören, wenn man im Audioweg etwas schaltet usw.
Danke für die Erklärung bzgl. Gruppierung der Bauteile. Jetzt verstehe ich, was gemeint war. Stimmt, diese Bauteile sind
Zitat :
| | eh räumlich getrennt, da ergibt sich das doch schon von selbst |
Danke
Maik
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