Kraftwerksbetrieb

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Autor
Kraftwerksbetrieb

    







BID = 491170

frontloop33

Neu hier



Beiträge: 43
Wohnort: München
 

  


Hallo,

kann mir jemand folgende Überlegungen zum Kraftwerksbetrieb bestätigen oder korrigieren?

Also,

ich hab eine Turbine die von "heißer Luft" angetrieben wird. Wo diese Luft/Gas/Dampf jetzt herkommt (also Kernreaktion, Kohlefeuer, etc) is egal.

Jedenfalls treibt diese Turbine ja einen Generator an (mechanische Kopplung über eine Welle). Dieser Generator (häufig Synchronmaschine) hat eine produktions-/bauartbedingte Nenndrehzahl und Nennspannung.

Ich muss also eine gewisse Menge Dampf auf die Turbine leiten, um diese so zu beschleunigen, dass der Generator seine Nenndrehzahl erreicht.
Bei dieser Drehzahl liegt an den Klemmen des Generators die Nennspannung an, richtig?

Schalte ich diesen Generator nun ans Netz (mit identischer Spannung) bzw. belaste ihn, sinkt die Drehzahl, wenn ich die Dampfmenge/Geschwindigkeit nicht ändere. Richtig?

Um also die Spannung unter elektrischer Last gleich zu halten, muss ich die Dampfmenge ändern.


Und so wird ein Kraftwerk betrieben. Prinzipiell.

Oder nicht?

BID = 491174

sam2

Urgestein



Beiträge: 35321
Wohnort: Franken (bairisch besetzte Zone)

 

  

Im Prinzip so in etwa.
Aber Du bringst hier anscheinend die Fälle Inselbetrieb und netzgekoppelter Betrieb durcheinander.

Es ist schlicht nicht möglich, daß ein Generator ans (ziemlich starre) Verbundnetz gekoppelt ist und dabei trotz niedrigerer Spannung Leistung abgibt!
Im Gegenteil würde er dann als Motor arbeiten.

Und im Leerlauf bei Nenndrehzahl, aber ohne Last, hat er eine über der Nennspannung liegende (Leerlauf-)Spannung.

BID = 491176

frontloop33

Neu hier



Beiträge: 43
Wohnort: München

na gut. ich häng den Generator natürlich an nen Trafo und den dann ans entsprechende Netz. (Leistungsschalter, Schutzsystem etc nicht vergessen).

Konkret geht's mir darum:
Ich hab 2 identische Turbinen und 2 identische Generatoren. (einer pro Turbine, natürlich).


Beide schließe ich an eine Sammelschiene an (Leistungsschalter/Trennschalter). Das geht, weil bzw. wenn beide die selbe Spannung haben.

An die Sammelschiene kann ich jetzt einen Trafo (der auf Netzspannung erhöht) anschließen und an diesen dann das Netz.
Die Sammelschiene muss also die Spannung der Generatoren (ja, Nennspannung im Prinzip) und die doppelte Stromtragfähigkeit eines Generators (weil's ja 2 sind, die dran angeschlossen sind) verkraften.

BID = 491179

sam2

Urgestein



Beiträge: 35321
Wohnort: Franken (bairisch besetzte Zone)

Häh?
Das sind jetzt pläötzlich ganz andere Fragen...


Zitat :
Ich hab 2 identische Turbinen und 2 identische Generatoren. ...
Beide schließe ich an eine Sammelschiene an. ...
Das geht, weil bzw. wenn beide die selbe Spannung haben.
An die Sammelschiene kann ich jetzt einen Trafo (der auf Netzspannung erhöht) anschließen und an diesen dann das Netz.

Nein, das geht nicht. Es fehlt die Synchronisation!

BID = 491218

frontloop33

Neu hier



Beiträge: 43
Wohnort: München

naja. ist eher eine Weiterführung der Frage, nachdem Teil1 ja mehr oder weniger beantwortet wurde.

Also angenommen ich habe eine regelungstechnische Schaltung, die mir über den Dampfstrom die Drehzahl synchron hält, ist aber mein hochspannungstechnischer Anschluss der Generatoren (über Sammelschiene und Trafo) am Netz richtig, oder?

BID = 491270

sam2

Urgestein



Beiträge: 35321
Wohnort: Franken (bairisch besetzte Zone)

Nicht zueinander synchron, sondern zur Netzfrequenz im Moment vor dem Aufschalten!

Ansonsten: Im Prinzip ja.

Verrate uns doch mal, was das schon wieder für ne Hausaufgabe ist...

BID = 491273

nabruxas

Monitorspezialist



Beiträge: 9570
Wohnort: Alpenrepublik

Ein EVU?
Wenn´s preisgünstiger ist, werde ich Kunde.

Münchenstrom oder Wies´npower hat was!

_________________
0815 - Mit der Lizenz zum Löten!


[ Diese Nachricht wurde geändert von: nabruxas am 14 Jan 2008 20:15 ]

BID = 491498

hajos118

Schreibmaschine



Beiträge: 2453
Wohnort: Untermaiselstein

Das ganze dürfte eine Frage der Phasenlage sein ...

Etwas extremer:
Aus einem Gleichstromzwischenkreis wird über eine geeignete Brückenschaltung einem Netz Energie zugeführt - und zwar impulsartig, wenn deas Netz unterhalb der Spannung des Zwischenkreises laufen will. Da wird dann zwar der Sinus ordentlich verbogen - aber Energie wird in's Netz eingespeist, auch wenn die Zwischenkreisspannung niedriger als die Netzscheitelspannung ist.
Die Diskussion ist eröffnet ...

BID = 492034

frontloop33

Neu hier



Beiträge: 43
Wohnort: München

hey. danke für die Antworten.

Eine Frage hab ich noch: Gibts eigentlich beim parallelschalten der Generatoren was zu beachten? Ich denke da speziell an irgendwelche Überspannungen, weil ich ja große Induktivitäten schalte (zu- und ab).


Genaueres dann heute Nachmittag. Wiesnpower wirds aber nicht geben. Hat nix mit München zu tun.

BID = 492057

Otiffany

Urgestein



Beiträge: 13795
Wohnort: 37081 Göttingen

Parallelschalten von Generatoren geht nur, wenn sie Gleichspannung (und zwar exakt die gleiche Spannung)erzeugen, oder synchronisiert werden!
Gruß
Peter

[ Diese Nachricht wurde geändert von: Otiffany am 17 Jan 2008  9:59 ]

BID = 492151

frontloop33

Neu hier



Beiträge: 43
Wohnort: München

also hier jetzt alle Details:

Es geht um eine Diplomarbeit (Komm grad vom Vorstellungsgespräch)

Aufgabe:

1 "altes" GUD-Kraftwerk steht bereits.
Ein weiteres (neues) soll dazugebaut werden. Das neue ist darauf ausgelegt im Parallelbetrieb betrieben zu werden.
Das alte muss entsprechend umgerüstet werden. Das ist die Aufgabe.

Es soll alles quasi kreuz und quer funktionieren.
Sprich, sowohl verfahrenstechnische (Dampf/Gas) als auch elektrotechnische Kopplung.

Dabei soll auch "on-the-fly" zwischen den Generatoren umgeschaltet werden können und zwar so, dass es keinen Stromausfall (zu lange Schaltzeiten) als auch keinen Kurzschluss ("zu kurze" Schaltzeiten) gibt.

Edit: Soweit so gut. Klingt schwierig.

Aber: Gibts dafür nicht fertige Lösungen der großen Hersteller wie Siemens oder ABB?

Also kann ich nicht alles so "verkabeln" dass es technisch geht und die Schaltungen / den Schutz lass ich halt von entsprechenden Geräten (Zukauf von o.g. Herstellern) überwachen / realisieren.

[ Diese Nachricht wurde geändert von: frontloop33 am 17 Jan 2008 17:07 ]

BID = 492209

sam2

Urgestein



Beiträge: 35321
Wohnort: Franken (bairisch besetzte Zone)

Sorry: Was soll das für ein Diplom werden? Internationales Marketing...?

BID = 492246

frontloop33

Neu hier



Beiträge: 43
Wohnort: München

Erklär bitte?!

warum Marketing? Welcher Hersteller die bessere Lösung liefert oder warum?

BID = 492258

sam2

Urgestein



Beiträge: 35321
Wohnort: Franken (bairisch besetzte Zone)

Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, daß derartige Fragen doch bitteschön hoffentlich nicht von einem angehenden Dipl.-Ing Elektrotechnik (am besten noch Fachrichtung Energietechnik) kommen sollten...

_________________
"Das Gerät habe ich vor soundsoviel Jahren bei Ihnen gekauft! Immer ist es gegangen, immer. Aber seit gestern früh geht es plötzlich nicht mehr. Sagen Sie mal, DA STIMMT DOCH WAS NICHT???"

BID = 492321

Ltof

Inventar



Beiträge: 9386
Wohnort: Hommingberg


Zitat :
frontloop33 hat am 17 Jan 2008 16:42 geschrieben :

...als auch keinen Kurzschluss ("zu kurze" Schaltzeiten) gibt...

hö?

Da scheinst Du etwas in den falschen Hals zu bekommen.

Hier ein wenig Material dazu:
http://de.wikipedia.org/wiki/Synchronoskop

_________________
„Schreibe nichts der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist.“
(Hanlon’s Razor)


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