Moin. Die Tage habe ich einen Spartrafo (Engel VTG 200 - 2 kVA aus Wiesbaden) adoptieren dürfen.
Bis auf etwas Rost an der Fußplatte ist er soweit in Ordnung. (Isoltionswiderstand >2GΩ @1kV)
Die interne Verkabelung schaut aber interessant aus:
- Der PE ist zwischen Ringschuh und Steckdose ist als Blankdraht (⌀1,0 mm ≙ ~0,8 mm²) ausgeführt. Der Ringschuh wird am Trafokern befestigt.
- Die weiße Litze ist beidseitig ordentlich verzinnt.
- Die gelbe Litze hat an der Steckdose eine ordentlich gecrimpte Aderendhülse. Die am anderen Ende scheint nur per Schraubklemme gepresst zu sein.
- Am blauen 'Neutralleiter' der Zuleitung hängt eine Aderendhülse (die einzige mit Schutzkragen) auch mit "Schraubklemmen-Pressung".
- Am brauen 'Außenleiter' der Zuleitung ist nur die Spitze verzinnt.
(Alle Litzen schauen nach 1,5 mm² aus.)
Ich weiß, dass verzinnen mal praktiziert wurde.
War ein blanker PE (bei uns) mal
Stand der Technik? Kenne ich nur von Nordamerikanern (USA, Canada):
Wiki: Farbgebung im Niederspannungsnetz
Da steht auch, dass in der USA Gelb&Weiß für L/N verwendet wird. Exportgerät?
Die lieblose Aderendhülse mit Schutzkragen am Neutralleiter der Zuleitung lässt mich vermuten, dass auch mal ein Laien am Werk war und ggf. die Zuleitung getauscht hat. (NEMA → Schuko?)
Der Stecker ist nämlich schon ein CEE-7/7-Stecker in Spritzgusstechnik. (Schukostecker auf Schukosteckdose ist bei einem 120-240V-Spartrafo auch nur eingeschränkt sinnvoll.)
Produktionsdatum steht keins drauf. Wegen dem Hammerschlaglack und wegen fehlenden 230 V würde ich es um bzw. vor 1987 einordnen. Hier ein Foto vom Trafo-Klemmblock:
Der Trafo war als Runtersetzer verschaltet:
- Weiß und Braun an 0 V
- Gelb an 110 V
- Blau an 240 V
P.S.
Fällt jemandem noch weitere Einsatzzecke ein? Gerne auch unkonventionelle bei denen man was lernen kann.
- Briefbeschwerer
- Spartrafo 120 V <-> 240 V
- Anpassen der Netzspannung um ±9% (hoch/runter)
- Drossel/Vorschaltdrossel/Strombegrenzung für Wechselstrom