Hochspannungsversorgung

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Autor
Hochspannungsversorgung

    







BID = 275624

Topf_Gun

Schreibmaschine



Beiträge: 1236
 

  



Strommäßig:

10kV Dauerstrom bis 300..600A
1sec Strom 25..40kA (Thermische Festigkeit)
Stoßkurzschlußstrom 40kA (Mechanische Festigkeit)
110kV Dauerstrom bis 600..1200A
1sec Strom 40..125kA
Stoßkurzschlußstrom 40kA

Mechanisch:

In der 110kV und Darüber gibt es 2 Masttypen
1. Tragmast (Isolatoren meist senkrecht)
2. Abspannmast(Eisenschwein, Isolatoren waagrecht)

Nr 1 ist nur dafür ausgelegt Seile zu tragen (Hochzuhalten)
er bricht, wenn die Seile nur an einer Mastseite angreifen.
Ebenso sind Richtungsänderung in der Trassenführung nicht besonders groß.
Nr 2 ist dagegen ein "strammer Kerl" leider auch teurer. Ca jeder 10.Mast ist ein Abspannmast

Reißen jetzt die Seile komplett, brechen alle Tragemasten bis zum nächsten Abspannmast.

Gruß Topf_Gun

P.S. Normalerweise sind die Seile mit 10t (bei 15°) vorgespannt. Verkürzungen führen zu wesentlich höheren Zugkräften.











BID = 275872

Deneriel

Schriftsteller



Beiträge: 981
Wohnort: Westmünsterland
ICQ Status  

 

  


Ich vermute mal mit 10t Vorspannung meinst du die horizontale Spannung zwischen den Abspannmasten ?!
Das wäre dann aber schon nen ziemlich heftiger Zug und daraus resultierend ne üble Hebelwirkung wenn auf der einen Seite des Abspannmastes was reist.

Wie wird der Strom bei einem Erdschluss denn begrenzt? In einem anderen Thread stand was von einem geerdeten Trafosternüunkt über eine Spule - da sich eine Spule im Wechselstromkreis verhält wie ein Widerstand erscheint mir das auch soweit plausibel. Gilt das für jegliche Hochspannungsleitungen oder nur für die kleinen Mittelspannungsdinger?

Die 40kA Stoßkurzschlussstrom bei 110kV können ja so eigentlich nicht stimmen.

BID = 275882

perl

Ehrenmitglied



Beiträge: 11110,1
Wohnort: Rheinbach



Zitat : Topf_Gun hat am 30 Nov 2005 18:31 geschrieben :

Strommäßig:

....
110kV Dauerstrom bis 600..1200A
1sec Strom 40..125kA
Stoßkurzschlußstrom 40kA
....



Daß der 1 sec Strom über dem Kurzschlußstrom liegen soll, passt wohl nicht.

_________________
Haftungsausschluß:



Bei obigem Beitrag handelt es sich um meine private Meinung.



Rechtsansprüche dürfen aus deren Anwendung nicht abgeleitet werden.



Besonders VDE0100; VDE0550/0551; VDE0700; VDE0711; VDE0860 beachten !

BID = 275950

Topf_Gun

Schreibmaschine



Beiträge: 1236


Sorry vertippt. in der 110kV ist der Stoßkurzschlußstrom in der Regel 125kA.

Ja horizontal 10t pro Seil. Also bei einem 4 Bündel in der 380kV 40t

Strombegrenzung im Erdschlussfall:

Mittelspannung:
a -Isolierter Sternpunkt (Oft in kleinen Netzen)
b -Resonanzgeerdet (Petersen Spule) (Oft in gößeren Netzen)
c -niederohmig geerdet (10..100Ohm am Sternpunkt)
d -Starr geerdet (direkte Erdung des Sternpunktes)

Bei a uns b kann man im Erdschlussfall die Leitung weiterbetreiben, die Leiterisolierung ist aber auf die verkette Spannung auszulegen. Trotzdem ist der Erdschluß nicht gerne gesehen, da wenn er Eintritt eine um das mindestens 1,73-fache ausgelegte Isolierung bereits versagt hat (Alterung...) und die Isolierung in den anderen Außenleitern nicht jünger ist.
Bei c und d muß abgeschaltet werden.
c und d sind nicht unbedingt so gut außeinander haltbar, je nach Qualität der Erder.
Mann geht einen Kompromiss ein zwischen sicherer Erkennung und Abschaltung auf der einen und kleinen Spannungstrichtern / Leistungsschalter-"schonende" Abschaltung des Erdschlusses auf der anderen Seite.

Sternpunktbehandlung in der 110 kV

b
c/d
B ist in de sehr beliebt, wegen des selbständigen verlöschen eines Lichtbogens im Erdschlussfall.
c/d in der Schweiz/Türkei sehr beliebt.

b steigert die Zuverlässigkeit
c/d ist einfacher in der Fehlersuche, stellt geringere Ansprüche an die Isolierung.

220kV und drüber
nur c/d.
Da bei einer Resonanzerdung an der Fehlerstelle immernoch zu große Ströme fließen würden und der Lichtbogen nicht verlöschen würde. Also bleibt nur die starre Erdung übrig.
Erdschluß=Abschalten

Gruß Topf_Gun

P.S. Die Zahlenwerte sind die, für die eine Schaltanlage normalerweise ausgelegt sind. Außnahmen bestätigen die Regel (Sehr nah an den Trafos/Generatoren können größere Ströme auftreten.) Es lohnt sich nicht, besonders "schwache" Schaltanlagen/Leitungen zu bauen. Selbst eine Mittelspannungstrafo "JWD" wird an eine solche "Standard"-anlage gehangen auch wenn diese Ströme dort nicht fließen können..





BID = 276042

Deneriel

Schriftsteller



Beiträge: 981
Wohnort: Westmünsterland
ICQ Status  


@Topf_Gun: Peterson Spule? Ist das sowas wie ich mir oben vorstellte? Einfach ne Spule zwischen Sternpunkt und Erde oder ne besondere Form davon?

BID = 276051

Topf_Gun

Schreibmaschine



Beiträge: 1236


Es ist genau so. (Spule in Trafoöl)
Die Spule(n) hat eine veränderliche Induktivität (Tauchkern aus Eisen).
Die Induktivität wird mit Hilfe von Reglen (eigentlich einer pro Netz, die anderen sind stillgesetzt, damit sie nicht gegenseitig sich rumregeln) den Netzverhältnissen angepasst.
Die Induktivität muß genau SO groß sein, dass Sie den kapazitiven Strom im Erdschlussfall kompensieren kann (Kapazität von 2 Außenleiter gegen Erde).
Da fließt neben den zu und abgeschalteten Leitungen auch die Bewuchshöhe unter den Freileitungen mit ein.

Gruß Topf_Gun

P.S. Mal sehn, ob ich morgen noch ein Bild einer E-Spule reinstellen kann.

Edit: am linken Rand hinter den Trafos ist eine E-Spulenanlage für 20kV zu sehen (2 Spulen mit je 30 bis 330A)

Link


[ Diese Nachricht wurde geändert von: Topf_Gun am  1 Dez 2005 23:00 ]

BID = 276102

Topf_Gun

Schreibmaschine



Beiträge: 1236


Nun das versprochene Bild:
Links und rechts Festinduktivitäten, in der Mitte zwei verstellbare. (alles 20kV)

GRuß Topf_Gun







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