Guten Morgen,
die Frage zur Op-Amp-Schaltung steht unten.
Zum Hintergrund: Hab mir eine Platine mit Mikrofon auf Basis des MAX4466 besorgt um mittels Oszi & FFT Geräuschspektren aufzunehmen. Ziel wäre 0,x kHz bis 10 kHz. Das Verstärkung-Bandbreiten-Produkt vom 4466 mit 600 kHz sollte ausreichen, wenn man die Verstärkung nicht zu groß wählt.
Soviel zur Theorie. Die Empfindlichkeit schaut aber eher wie ein Dreieck/Berg aus. Fängt bei 2,5 kHz an, erreicht bei ~4,3 kHz das Maximum der Empfindlichkeit und fällt bis 6 kHz wieder stark ab.
Da sind aber die Einflüsse des kleinen Lautsprechers (⌀4 cm), der Mikrofonkapsel und des MAX4466 zusammengemischt.
Mich wundert nun, dass es für maximale Verstärkung (~100x, -> 6 kHz Bandbreite) und 1-10x (Bandbreite >60 kHz) praktisch gleich ausschaut. Hätte ich anders erwartet.
Hab mir zu erst einmal den Schaltplan vorgenommen:
Die Kondensatorwerte sind im ausgelöteten Zustand gemessen und gerundet.
Das orientiert sich aber sehr stark am Referenzdesign, siehe "Figure 2. MAX4466 Typical Application Circuit" auf Seite 8:
Datenblatt MAX4465-MAX4469
R1&R2 haben 2 kOhm anstelle von 1 kOhm. Der zweite Unterschied ist, dass R5 und C5 im Datenblatt 10 kOhm und 1 µF haben. Tau bzw. f
G bleibt aber gleich.
R6 und RV1 (2k2 + 0-100k) sind im Datenblatt nur ein Widerstand mit 100 kOhm.
Ich sehe da kein Problem, da es so äquivalent bzw. "besser" ist. (Dave vom EEVblog würde bestimmt "nothing to write home about" sagen.)
Bis auf R5 & C5 ist mir die Schaltung (hoffentlich) soweit klar:
C1 bildet mit den beiden Ferrit-Perlen L1 & L2 einen Eingangsfilter und "Bulk"-Kondensator.
R1 & R2 versorgen das Mikrofon. R2 & C3 bilden einen üblichen Tiefpassfilter mit f
G = ~1,6 kHz.
R3 und R4 ziehen den nichtinvertierenden Eingang vom MAX4466 auf VCC/2. C2 koppelt das Mikrofon wechselspannungsmäßig an den nichtinvertierenden Eingang. Mit einer Milchmädchenrechnung (10 nF und 1 MOhm) sollten Frequenzen größer als 16 Hz durchkommen.
C4 ist ein 0815-Abblockkondensator und der MAX4466 wird als nichtinvertierender Verstärker betrieben. Verstärkungsfaktor ist zwischen 3x und 103x einstellbar. (Verkäufer/Angebot sagte 25x-125x) Beim Rückkoppelnetzwerk aus R6, RV1 und C6 komme ich auf f
G = 15,6 kHz (bei 102 kOhm) und mehr bei kleineren Werten.
Mein Verständnisproblem habe ich mit dem Kondensator C5.
Wenn ich Gleichspannungen betrachte, dann hebt er R5 auf und der MAX ist nur noch ein Spannungsfolger/Transimpedanzwandler mit V = 1.
Ab ca. 16 Hz (10 µF * 1 kHz -> f
G = 15,9 Hz) sollte der R5 wechselspannungsmäßig mit Masse verbunden sein und V > 1 "aktiv" sein.
Ist das soweit korrekt? Oder übersehe ich ein Zusammenspiel von C6 mit C5? Hat die Schaltung einen speziellen Namen?