Einige von euch werden ja auch sicher irgendwann an den Punkt gekommen sein,wo sie mit
Punkt/Streifenraster nicht mehr so richtig glücklich sind(grad wenn dann paar ICs mit im Spiel sind) oder auf Fädeldraht einfach keine Lust mehr haben .
Und wenn man dann wegen paar Platinen im Jahr sich nicht die Mühe machen kann/will,
die Sache professionell mit Photolackbeschichtetem Material und belichten,entwickeln etc.
durchzuführen,gibt es noch eine „Semi-professionelle“ Variante.
Die sogenannte „Bügelmethode“.Dabei macht man sich zunutze,das der Toner unter Wärme-
einwirkung wieder flüssig wird,aber in Wasser und Ätzmittel unlöslich ist.
Um es vorwegzunehmen:
Die Sache hat natürlich auch mindestens zwei Nachteile.
1.Für „Serienproduktionen“ nicht unbedingt geeignet,da nicht wirklich reproduzierbar.
2.Für Leute,die gern mit SMD-Fliegenschissen und Leiterbahnbreiten knapp überhalb der Wahrnehmungsgrenze arbeiten absolut unbrauchbar.
Aber wenn man (so wie ich) mit bedrahteten Bauteilen und ICs im DIL-Gehäuse arbeitet,
kann man damit durchaus nach etwas Übung brauchbare Ergebnisse mit geringem Aufwand erzielen.
Hierzu will ich nun mal meine Erfahrungen und Vorgehensweise darlegen.
Als erstes,was brauchen wir dazu?
1.einen S/W Laserdrucker,der noch halbwegs funktioniert.
(Ich hab dazu extra mal in der Bucht einen alten OKIpage für 45 Euronen geschossen)
2. einen Reicheltkatalog (wegen dem sehr gut geeignetem Papier selbigens)
3. ein altes,noch funktionsfähiges Bügeleisen.
4. eine „feuerfeste“ Unterlage.(ich benutze ne alte Badfliese)
5. Nitroverdünnung o.ä.
6. Scheuermilch o.ä. und einen Topfreinigerschwamm
7. Ein Spülbecken oder größere Schüssel
8. evtl. einen Edding 3000 und einen 780
9. wenigstens einen sauberen Arbeitshandschuh
10.und natürlich ein Layout,Basismaterial und Ätzmittel/Ätzschale
So,als erstes brauchen wir natürlich ein Layout.Über die Erstellung selbigens will ich mich jetzt hier nicht großartig auslassen,das ist Sache der Intelligenz des Einzelnen,ob er das hinbekommt(und mit welchem Programm) oder nicht.Wer daran schon scheitert,braucht sich um den Rest auch keine Gedanken mehr zu machen.
Ich persönlich nutze „Sprint-Layout 5.0“.
Dazu noch ein Hinweis:
Wer (so wie ich) mit „Masseflächen“ arbeitet,damit man nicht mehr wegätzen muß als draufbleibt,sollte den Standartmäßigen Abstand von 0,4mm zwischen Masse und Leiterbahn
auf 0,6mm erhöhen.Sonst läuft man Gefahr,das irgendein kaum sichtbares „Papierfitzelchen“
an einer /mehreren Stellen die Ätzung verhindert hat und die Platine nur so von Kurzschlüssen übersäht ist.Aber dazu komme ich später noch einmal.
Gehen wir ab jetzt mal davon aus,das auf dem Rechner ein brauchbares Layout vorliegt.
Jetzt trennen wir aus dem Reicheltkatalog eine Seite heraus,und kleben die auf ein normales
A4 Blatt für den Drucker.Das deshalb,weil die Katalogseiten der Tante Angelika ein etwas
unorthodoxes Format haben,was kein Drucker so annimmt.Außerdem ist das Zeug ziemlich dünn,aber genau das ist ja der Trick.
Im Prinzip eignet sich sicher auch noch anderes Trägermaterial,es muß nur zwei Bedingungen erfüllen:
1.den Toner gut anehmen
2.Leicht unter Wasser „abrubbelbar“ sein.
Wer also noch was besseres findet als das Werk der dunkelblauen Angelika,
der möge es mich bitte wissen lassen.
Und das wichtigste:
Die Katalogseite nur an der Seite mit dem A4-Blatt verkleben/fixieren,die der Drucker zuerst einzieht,bzw. die Seite dann auch richtigherum ins Papierfach einlegen.
Wer es falsch macht,hat mit 99%iger Sicherheit einen Papierstau im Drucker.
Und wer meint,das Blatt an allen Seiten fixieren zu müssen,braucht sich nicht zu wundern wenn hinterher nur Blasen/Falten/Wellen/Knicke rauskommen.
(das Versuchskaninchen hab ich nämlich schon für euch gespielt)
Sollte das Layout nicht allzu riesig sein,empfiehlt es sich,das gleich zwei oder dreimal auf die selbe Seite in einem Rutsch auszudrucken,damit man gleich „Reserven“ hat für den Fall, das mal was schief geht.
Grad am Anfang passiert das mit Sicherheit. Und zwar drucken wir auch nur das Layout, ohne Bauteilumrisse etc.,die wir jetzt nicht brauchen.(und auch nicht spiegelverkehrt)
(zumindest Sprint-Layout hat da entsprechende Optionen dafür)
Ganz wichtig ist noch,im Druckertreiber maximale Schwärzung einstellen,und alle Optionen
zum Tonersparen auszuschalten.
Lange Rede,kurzer Sinn.
Wenn alles geklappt hat,könnte das dann so aussehen:
So,das solls dazu erst mal gewesen sein.
-Bei Fragen fragen.
-Verbesserungen,Anregungen und eigene Erfahrungen bitte mitteilen.
-Kritik weglassen,nach der ewigen Tipperei vertrag ich die nächsten Tage keine mehr.
Und wer Rechschreib/Grammatikfehler findet,darf sie heut mal ausnahmsweise behalten.
[ Diese Nachricht wurde geändert von: Kleinspannung am 2 Dez 2009 23:43 ]
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Manche Männer bemühen sich lebenslang, das Wesen einer Frau zu verstehen. Andere befassen sich mit weniger schwierigen Dingen z.B. der Relativitätstheorie.
(Albert Einstein)