Hallo zusammen!
In einen Ford Transit BJ 06 soll in näherer Zukunft ein 12V => 230V Wechselrichter installiert werden. Es ist ein Modell vorgesehen, dass eine modifizierte Sinusspannung am Ausgang bereitstellt, 2kW auf Dauer bringt, eine Vorrangschaltung für externe 230V Einspeisung besitzt und ein 10A Batterieladegerät integriert hat. (Fraron SPW2000P12VCH)
Da im Fahrzeug zwei Batterien verbaut sind, ist in dem Auto ist bereits ein Ladestromverteiler (LEAB CDB 150 mit Notstartfktn) eingebaut. Aus diesem Grund habe ich mir von der Firma die diesen installiert hat den entsprechenden Stromlaufplan zukommen lassen, um die Einbauten an die neuen Erfordernisse anzupassen.
Kurz zum jetzigen Zustand: Aussen am Fahrzeug befindet sich eine 12V Ladesteckdose nach DIN 14690. Wird dort ein Ladegerät angeschlossen, muss im Fahrzeuginneren der Notstarttaster gedrückt werden, dann hört man ein Relais einschalten und eine rote Kontroll-LED in der Mittelkonsole blinkt.
Das Relais ist vermutlich für die Startverriegelung zuständig.
Mein erstes Problem bei der ganzen Geschichte ist jetzt, dass dieses Verhalten absolut nicht zum Stromlaufplan passt (Einscannen ist aus Urheberrechtsgründen nicht möglich, daher beschränke ich mich hier auf eine Beschreibung der relevanten Bereiche, die nun folgt).
1.) In der Plus-Leitung an der Ladesteckdose liegt eine Diode, wahrscheinlich als Verpolungsschutz. Das dürfte allerdings doch ein angeschlossenes Ladegerät mit IU0U Kennlinie verwirren, da durch den Spannungsabfall an der Diode der Anschein einer volleren Batterie entsteht, als es tatsächlich der Fall ist. Also kann ich hierüber meine Batterien nie voll aufladen, oder mache ich hier einen Denkfehler?
2.) Das Startunterbrecherrelais und die LED sollen direkt parallel zur Ladebuchse hängen. Allerdings verursacht das bloße Anschließen eines Ladegeräts weder das anziehen des Relais, noch leuchtet die LED (die entsprechend des Plans sowieso nie das oben genannte blinken zeigen dürfte). Der Ladestromverteiler hängt auch direkt dran, aber nimmt wie oben erwähnt seine Arbeit auch erst nach Knopfdruck auf.
Hier ist also definitiv etwas am Plan falsch. Ich werde bei nächster Gelegenheit die tatsächlichen Verhältnisse dokumentieren und hier ergänzen. Zwischenzeitlich wurde auch mal ein Batteriewächter eingebaut, dazu existieren überhaupt keine Unterlagen, also ist dieser Schritt sowieso nötig.
3) Im Plan ist ein "normales" Trennrelais vorhanden, das über die Lima (Kl61) geschaltet wird und die Plusleitungen beider Batterien verbindet. Damit wird also der Ladestromverteiler in seiner Funktion inklusive aller Vorteile ausgehebelt und ist in dieser Betriebsart nutzlos. Vermutlich ist das deswegen so gelöst, weil am Eingang des Verteilers (laut Plan)lediglich die Aussenladebuchse hängt und nicht die Lichtmaschine.
Meine Frage hierzu ist vor allem: gibt es irgendeinen vernünftigen Grund, soetwas zu tun? Ich sehe da nämlich beim besten Willen keinen.
4) laut Plan ist über eine rot-weisse Leitung vom Ladestromverteiler aus der Notstarttaster gegen Masse geschaltet. Ein rot-weisses Kabel soll es nach allem, was ich bis jetzt über den CDB150 Plus herausgefunden habe dort nicht geben, also muss ich mich auch hier erst noch direkt bis zum Ort des Geschehens vorkämpfen, um das CDB-seitige Kabel zu identifizieren. Ist es denn prinzipiell richtig, dass die Notstartfunktion so aktiviert wird?
Soviel erstmal zu den 'bestehenden' Problemen. Jetzt komme ich mal zu den zukünftigen...
5) Der einzubauende Wechselrichter verfügt über ein integriertes Batterieladegerät, dass aktiviert wird, wenn eine externe 230V Quelle erkannt wird. Nun wird es aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit so sein, dass der Ladestrom über die Anschlüsse abgegeben wird, über die sich der Kollege sonst selbst mit Saft versorgt. Das soll aus der Zweitbatterie geschehen. Wenn ich aber beide Batterien laden möchte, muss ich an den Input des Ladestromreglers gehen und sollte am besten die Plusverbindung zur Zweitbatterie trennen, damit der Verteiler auch wirklich verteilen kann.
Das Problem ist jetzt, dass der Wandler unter Volllast knappe 200A ziehen kann. Wie könnte ich so eine Trennung sinnvoll durchführen?
Ich hatte schon überlegt, in die Zuleitung zum Wandler eine Leistungsdiode einzusetzen.
In der Leistungsklasse habe ich bis jetzt allerdings fast nur Typen mit sehr hoher Durchlassspannung gefunden (um 1-1,4V). Das Optimum stellt im Moment ein Exemplar mit 590mV dar, wobei auch das schon eine gute Heizung ergibt. Ganz billig ist das ausserdem auch nicht. Also eher eine untaugliche Lösung.
Weiss vielleicht jemand, ob man dem Wandler (ungeachtet eventueller Garantiefragen) einen extra Ladeausgang verpassen kann? Oder arbeiten solche Geräte im Ladebetrieb einfach nur "rückwärts"?
6) Wenn ich die Lichtmaschine an den Ladestromverteiler anschließen möchte, dann werde ich ihn wie in der Beschreibung angemerkt wohl noch mit Klemme 50 (Startinformation am Starter - 12V während Anlasser aktiv) verbinden müssen. Dies soll auch bei CAN gesteuerten Fahrzeugen kein Problem sein. Aber wo kriege ich dieses Signal nun am besten her? kann ich ans Zündschloss, oder muss ich es mir vom Anlasser direkt holen? Vermutlich ist der Arbeitsaufwand ähnlich...
Ich hoffe sehr, dass mir jemand bei meinen Fragen behilflich sein kann

Insbesondere zu Punkt 5.
Ein richtiger Anschlussplan / Bedienungsanleitung zum o. g. Ladestromverteiler wäre natürlich auch super. Ich halte die jetzige Geschichte nämlich für ziemlichen Pfusch und möchte das gerne korrigieren. Wer weiss, was für eine Kreuzknüppelschaltung da fabriziert wurde...
Gruß und schönen Abend noch!
Timo
PS: nach nochmaligem Lesen der Boardregeln gehe ich davon aus, dass mein Beitrag regelkonform ist. Sollte jemand da andere Ansicht sein, bitte ich um ein kurze PM