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Autor
Blaupunkt Radio schlechter Empfang, Lautstärke schwank
Suche nach: blaupunkt (967) radio (5699)

    

BID = 1002570

Jabo

Neu hier



Beiträge: 20
Wohnort: Köln
 

  


Hallo alle zusammen,

seit vielen Jahren haben wir in der Küche eine Blaupunkt Musikbox stehen. Hat immer alles prima funktioniert doch seit einiger Zeit hört es sich so an als ob sie immer wieder den Empfang verlieren würde.
Für ein paar Sekunden ist der Empfang dann weg, es rauscht etwas und dann kommt er wieder. Manchmal wird der Ton auch für ein paar Sekunden ganz leise oder hört sich irgendwie verzerrt an.

Wenn man an dem Rad für die Sender dreht sind die Synthome direkt weg.
Das Problem tritt am meisten auf, wenn das Gerät erst vor kurzem angeschaltet wurde.
Läuft es dann einige Zeit wird es weniger und kommt schließlich fast garnicht mehr vor.

Kann mir vielleicht jemand einen Ratschlag geben woran das liegen könnte? Oder wie ich die Fehlerquellen eingrenzen könnte?

Hinten auf der Musikbox steht "Blaupunkt Colorado Typ 41100"

Ich bin über jeden Tipp dankbar,

Grüße, Jabo

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BID = 1002572

Mr.Ed

Moderator



Beiträge: 30345
Wohnort: Recklinghausen
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Blaupunkt hat nie Musikboxen gebaut. Unter dem angegebenen Typ finde ich eine kleinere Truhe mit Radio und Plattenwechsler. Eine Musikbox ist ein münzbetriebener Musikautomat, wie er bis Ende der 80er oft in Kneipen zu finden war.

Wurde das Gerät schonmal restauriert? Falls nein, dürfte da die Ursache liegen. Nach über 50 Jahren kommt dann so einiges als Ursache in Frage.

_________________
-=MR.ED=-

Anfragen bitte ins Forum, nicht per PM, Mail ICQ o.ä. So haben alle was davon und alle können helfen. Entsprechende Anfragen werden ignoriert.
Für Schäden und Folgeschäden an Geräten und/oder Personen übernehme ich keine Haftung.
Die Sicherheits- sowie die VDE Vorschriften sind zu beachten, im Zweifelsfalle grundsätzlich einen Fachmann fragen bzw. die Arbeiten von einer Fachfirma ausführen lassen.

 

  






BID = 1002574

Jabo

Neu hier



Beiträge: 20
Wohnort: Köln

Vielen Dank für die Antwort!

Sorry, ich meinte natürlich Musiktruhe.
Genau da ist ein Plattenspieler und ein Radio drin.
Restauriert wurde die noch nicht.
Ist eine Restauration aufwendig/teuer ?

Grüße

BID = 1002588

Maou-Sama

Schriftsteller



Beiträge: 681


Zitat :
Ist eine Restauration aufwendig
Nach heutigen wegwerf-Maßstäben eindeutig ja.

Zitat :
Ist eine Restauration teuer
Wenn du es machen lässt kannst du dir dafür bestimmt einen halben Container Chinaradios kaufen.
Die Ersatzteilkosten sind eher gering.

BID = 1002633

stego

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Servus!

Das ist ein Vollröhrengerät aus der Saison 1961/62, also knapp 55 Jahre alt. Es ist nicht auszuschließen, daß hier noch die anfälligen WIMA und ERO-Papierkondensatoren verbaut sind, diese waren schon Schrott, als sie noch relativ neu waren.

Auch die Röhren können schwach geworden sein, besonders die ECC85 kann nachlassen, weil die beiden kleinen Systeme doch eine recht hohe Leistung liefern müssen. Bei nachlassender Emission der ECC85 kann sich das in zeitweiligem Aussetzen des Empfanges äußern, weil der Oszillator nicht mehr schwingt.
Auch den Selengleichrichter sollte man überprüfen, die Anodenspannung checken, bricht diese zu weit ein, kann auch der Empfang abreißen.

Am Besten von einem versierten Radiobastler von Grund auf überprüfen und überholen lassen, es ist auch für die Betriebssicherheit dienlich. Ein Radio/TV-Geschäft wird dieses Gerät gar nicht mehr für eine Überholung annehmen, die haben keine Ersatzteile für Röhrengeräte mehr auf Lager, außerdem kennt sich mit Röhrengeräten niemand mehr in den heutigen Werkstätten aus. Wie meine Vorredner schon erwähnten, der Materialaufwand ist überschaubar, aber der Arbeitsaufwand ist schon enorm für eine Komplett-Restauration. Ich hänge pro Gerät (mit Reinigung usw.) meist so 8-10 Stunden, manachmal auch länger, an der Restauration. Dann spielt der alte Knabe aber wieder wie neu und glänzt auch wieder!

Gruß
stego

_________________
Für die Umsetzung meiner Tipps übernehme ich keinerlei Verantwortung! Ich sitze ja schließlich nicht vor dem Gerät. Jeder der an einem elektronischen Gerät arbeitet, muß sich dessen bewußt sein, was er/sie tut!

BID = 1002719

Jabo

Neu hier



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Hallo zusammen,
Ich glaube das Gerät zur professionellen Restauration zu geben würde wohl meinen finanziellen Rahmen übersteigen.

Ich dachte mir, dass es am sinnvollsten wäre alle möglichen Fehlerquellen nach ihrer Wahrscheinlichkeit nacheinander zu tauschen beziehungsweise wenn möglich zu prüfen.

Selber kenne ich mich mit Röhren leider garnicht aus. Ich habe schon viel mit Microcontrollern gemacht und einfachen Schaltungen. Würdet ihr mir als Leihe sowas empfehlen oder ist das eher ein "Himmelfahrtskomando"? Brauche ich spezielle Messergäte (mehr als ein Multimeter)?

Nach deiner Antwort wären wohl die Kondensatoren recht anfällig.. Ist es kompliziert diese gegen neuere zu tauschen? Damit würde ich dann anfangen

Bei meinem Großvater habe ich noch eine Kiste mit alten Röhren gefunden, die werde ich nächstes Mall mitbringen und nach der ECC85 Röhre suchen.

Grüße,

Jabo


[ Diese Nachricht wurde geändert von: Jabo am 13 Okt 2016 11:48 ]

BID = 1002749

stego

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Servus!

Kompliziert ist das Wechseln der Kondensatoren nicht, nur zeitaufwendig, da mit Sicherheit mehr als eine Handvoll darin verbaut sind. Zunächst sollte man aber mal eine optische Inspektion machen, welche Kondis überhaupt verbaut sind. Es gab in dieser Zeit, Anfang der 60-er Jahre, noch häufig die "bösen" WIMA-Bonbons und ERO-Röllchen, die nach 55 Jahren einfach Schrott sind. Es wurden aber auch schon z.T. hochwertige Kondis verbaut, z.B. die roten WIMAs für Printmontage oder beige Philips in axialer Bauform, auch die meist transparenten "Styroflex"-Kondis sind heute noch bestens in Form.

Ein wenig Erfahrung wäre da schon nötig, damit man das richtige tut und nicht einfach "wild drauflos" tauscht. Erwischt man nämlich aus Versehen Bauteile, die genau spezifiziert sind (z.B. frequenzbestimmende Bauteile), kann nachher die ganze Kiste schlechter laufen als vorher.

Du kannst ja mal gute Fotos vom Innenleben machen, wo man die Bauteile erkennen kann, dann können wir hier schonmal sagen, ob "böse" oder "gute" Kondensatoren vorhanden sind.
Röhrentausch kannst Du mal machen, es sollte aber sicher sein, daß die Röhren vom Großvater nicht "ausgemusterte" Exemplare sind, die dann noch schlechter sind, als die im Gerät verbauten.

Außerdem, wenn Du noch nie an Röhrengeräten gearbeitet hast, hier ein wichtiger Hinweis:
Röhrengeräte arbeiten stets mit hohen, z.T. lebensgefährlichen Spannungen, bei Radios so 250-300 Volt (TV-Geräte z.T. um ein Vielfaches höher)! Daher sollte man schon wissen, was man tut. Während bei Halbleiterbauteilen ein "falscher Griff" meist das Bauteil in Mitleidenschaft zieht, sieht es bei Röhrenschaltungen anders aus, da kann der daran arbeitende gesundheitlich geschädigt werden.

Ein Multimeter ist notwendig, ein Isolationsmeßgerät (für die Kondis) ist recht hübsch, ein Trenntrafo ist notwendig für die eigene Sicherheit. Gut, dieses Gerät hier ist zwar netzgetrennt, aber trotzdem sind berührbare Teile drin, die Netzspannung führen (z.B. Sicherungshalter, Netzschalter, Trafo).

Wenn man sich sicher ist, was man tut, ist das bestimmt kein "Himmelfahrtskommando". Sonst wären ja schon so einige Radiotechniker der früheren Jahrzehnte oder Bastler der heutigen Zeit "im Himmel".

Gruß
stego

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BID = 1002755

Elektro Freak

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Welch ein Zufall! Ich habe die gleiche Truhe hier stehen, allerdings in sehr schlechtem Zustand...

In der Colorado-Truhe dürfte ein recht einfaches Blaupunkt "Nizza" Chassis verbaut sein. Wima und Ero Kondensatoren gibt es nicht viele. Dafür jede Menge "Blaupunk eigene" mit 10 000pF, komplett Metallumhüllt.

Dann gibt es auch noch einige abgeschirmte Kondensatoren. Beim Tausch muss die Abschirmung wieder hergestellt werden, sonst kann es brummen.

Selbst restaurieren würde ich hier keinesfalls empfehlen. Man sollte schon erweiterte Lötkenntnisse, einen Trenntrafo und etwas "Ahnung" von der Röhrentechnik mitbringen.

Im Anhang ein Foto des Chassis von unten, mit den besagten Kondensatoren.





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BID = 1002814

stego

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Servus!

Danke, Freak, für die Bilder. Hier sieht man also, das Gerät ist noch in "Freihand-Verdrahtung" aufgebaut, keine Platinen (wie ich meine: zum Glück! Bei Platinen hat es nach meiner Erfahrung jede Menge gebrochene Lötstellen durch die Temperaturspannungen an den Röhrenfassungen).

Die paar WIMA-Bonbons sind gleich gewechselt, aber die Blaupunkt "Silberlinge" sind von ähnlich schlechter Qualität, siehe unter http://dampfradioforum.de/viewtopic.php?t=2700 unter Punkt F.

Also ist die Restauration eine Arbeit für einige ruhige Abende bzw. Wochenenden. Am Besten dafür jemanden suchen, der das als Hobby betreibt und die entsprechende Ausrüstung hat (Trenntrafo, Meßgeräte, evtl. Röhrenprüfgerät) und mit helfen - dabei kannst Du viel lernen!

Nach der Restauration macht das Gerät gleich wieder viel mehr Freude, es ist betriebssicher restauriert und die kaputten Kondensatoren können die (mittlerweile teuer gewordenen) Röhren nicht mehr in den Elektronikhimmel schicken.

Gruß
stego

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BID = 1002860

Jabo

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Hallöchen,

vielen Dank für die ganzen Antworten.
Ich habe eben mal die Verkleidung geöffnet und leider sind die Kondensatoren doch auf einer Platine verlötet. Ich würde mir aber zutrauen sie ab und wieder anzulöten.
Ich habe wirklich viele Kondensatoren entdeckt ( circa 20 Stück in diversen Größen) und 10 Röhren.
Stego, du hast natürlich recht. Nach den Röhren habe ich gerade im Internet mal geschaut, die Kosten ja geprüft wirklich nicht die Welt da würde ich dann direkt geprüfte nehmen bevor ich da alte einbaue und ewig den Fehler wo anders suche. Würde aber erstmal mit den Kondensatoren anfangen.

Bei den Kondensatoren habe ich im Grunde drei Sorten entdeckt:

- goldene mit einem schrumpfschlauch herum, hier kann man bei zweien sogar sehen, dass eine schwarze Masse Austritt

- silberne etwas dickere und kürzere (ist ein Symbol drauf, erinnert an ein Dreieck mit einem Kreis oben drauf)

- silberne länglichere und dünnere (genau die bei dampfradio unter Punkt F und recht viele davon)

Hinten im Gehäuse ist ein sehr großer Kondensator zu sehen (etwa 2cm Durchmesser) auf ihm steht ELKO.

Nach der Seite zu urteilen würd ich sie alle als "schlecht" einschätzen
Würdet ihr mit irgendwelchen besonderen anfangen und schauen oder direkt alle tauschen?

Könnt ihr mir sagen welche Kondensatoren wohl am ehesten zu tauschen sind?
Ich werde die Tage mal die ganze Platine ausbauen und eine Liste aller Kondensatoren machen. Ein Bekannter hilft mir, ist aber auch eher mit neuerer Technik vertraut.

Vielen Dank schonmal


[ Diese Nachricht wurde geändert von: Jabo am 14 Okt 2016 20:33 ]

BID = 1002861

Jabo

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Hier die Fotos
















BID = 1002881

Elektro Freak

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Moin,

so wie es scheint, hat es wohl verschiedene Ausführungen der Colorado-Truhe gegeben. Meine stammt aus Anfang der 50er Jahre. Deine dürfte in etwa Mitte der 60er produziert worden sein.

Getauscht werden müssen die silbrigen Blaupunktkondensatoren. Auf einem Bild ist einer gut zu sehen, dieser trägt die Aufschrift "4700pF".
Elkos können bleiben, sofern Sie nicht optisch defekt sind, auslaufen oder heiß werden.

Ist dir der Unterschied zwischen Kondensatoren und Elkos bekannt?
An solchen Platinen zu Löten erfordert übrigens etwas Umsicht und Vorsicht, sowie verbleites Lot und einen Lötkolben mit niedriger Temperatur.

Löten mit Bleifreilot, und entsprechend hoher Temperatur, ist der Tod, für solche Platinen und alte Bauteile!

Ich würde auf jeden Fall die ECC85 und die ECL86 gegen neue ersetzen. Diese sind nach so langer Zeit eigentlich immer ausgelaugt. Nach dem Austausch dieser wird man häufig mit starkem Empfang, sowie viel besserem Klang und höherer Lautstärke belohnt.

Wenn du magst und es dir auf die Optik ankommt, kannst du auch das Magische Auge (Meist EM80, EM85) oder das Magische Band (meist EM84, EM87) austauschen.

Obligatorisch ist der Austausch der Netzentstörkondensatoren! Diese können im Fehlerfall einen Brand verursachen, oder auch den Netztrafo zerstören. Beides keine wünschenswerten Zustände.


Offtopic :
Ich habe in der Zwischenzeit eine sehr interessante Entdeckung gemacht! Sofern in einem Radio keine WimaTropydur Kondensatoren verbaut sind, das Radio keinen starken Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit ausgesetzt ist und es tagtäglich benutzt worden ist, so kann es heute noch problemlos mit den "Problemkondensatoren" laufen. Ich habe in der Bekanntschaft 4 solcher Geräte am Laufen. Dort habe ich nur die Entstörkondensatoren und defekten Röhren getauscht. Ein Wunder, diese Geräte laufen auch 3 Jahre später noch Problemlos! Sogar ein TV-Gerät ist dabei.

Meine Geräte bekommen jedoch meist eine komplette "Kur", da ich nicht alle tagtäglich benutzen kann und auch ein Teil im Keller steht.


_________________

BID = 1002907

stego

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Servus!

Dann ist Deine Truhe mit der von Elektro-Freak nicht identisch. Die Platinenkisten aus den 60-er Jahren mag ich überhaupt nicht, eben wegen der häufigen gebrochenen Lötstellen, vor allem an den Röhrenfassungen (Temperaturspannung).


Offtopic :
@Freak: Das stimmt allerdings, ein Gerät, welches seit 50 Jahren nahezu täglich in Betrieb ist, läuft möglicherweise noch heute mit den originalen Kondensatoren, wenn die Umgebungsbedingungen optimal waren in all der Zeit. Solch ein Gerät steht weder auf dem Dachboden (heiß im Sommer, kalt im Winter) noch im Keller (feuchte Luft), da halten die Papierkondis länger durch. Ein Gerät dagegen, welches z.B. 30 Jahre auf dem Dachboden oder im Keller gestanden hat, brauchst Du nicht "einfach mal so" an die Steckdose anschließen - da ist die "Überraschung" bereits vorprogrammiert in Form von Rauch oder Knall.


Die Kondis austauschen kannst Du machen, es empfiehlt sich, axiale Typen mit entsprechender Spannungsfestigkeit (z.B. ERO/VISHAY MKT1813) zu verbauen, da diese einfacher einzusetzen sind, als Kondensatoren für Printmontage.

Wie "Freak" schon erwähnte: Den Unterschied zwischen Kondensatoren und Elkos (Elektrolyt-Kondensatoren) kennst Du schon? Elkos MÜSSEN richtig herum gepolt eingebaut werden, sonnst knallt es gewaltig beim Einschalten.
Übrigens sieht man Elkos nicht unbedingt an, daß sie defekt sind. Kapazitätsverlust läßt sich oft nur durch Messen bzw. probehalber Tausch herausfinden. So kann z.B. der Ratio-Elko bei Kapazitätsverlust auch für Einschränkungen im UKW-Empfang verantwortlich sein. Den würde ich prophylaktisch austauschen, Achtung: normalerweise PLUS an Masse!

Bei den anderen Rollkondensatoren wäre ein Isolationstester recht vorteilhaft, damit man zumindest stichpunktartig bei einigen Kondis den Iso-Widerstand messen kann. Alles, was unter 50 Megaohm liegt, ist auszutauschen, vor allem bei Koppelkondensatoren von der Anode einer Stufe zum Gitter der nächsten Stufe. Auch bei allen Kondis, die hohe Spannung vertragen müssen, ist ein Austausch recht sinnvoll (Abblock-C im Anodenkreis, usw.).

Die ECL86 kannst Du auch mal tauschen, die ist ein häufiger Kandidat für Fehler allerlei Art. Die war seinerzeit eine Fehlkonstruktion - Vorstufe und Endstufe nebeneinander in einem kleinen Noval-Glaskolben! Und wie schon erwähnt: die ECC85, die ist für die HF-Vorstufe und den Oszillator im FM-(UKW-)Teil zuständig.

Kommt alles drauf an, ob Du dir das zutraust. Machbar ist alles.

Gruß
stego

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BID = 1003027

Elektro Freak

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Offtopic :
Kaputte Elkos, die man nicht gleich gesehen hat, hatte ich bisher zum Glück noch nie

Ja, die liebe ECL86... Inzwischen versuche ich Geräte mit dieser Röhre komplett zu meiden. Die Röhre ist teuer und störanfällig!
Da gibts aber noch lustigere Kombinationen, die sogar in schweineteueren Geräten, in der "Röhrenendzeit", angewandt wurden.

So hat mein Grundig TK46 Stereo als Endröhre eine ELL80 und manches Saba "Flagschiff", wie z. B. das Freiburg 14 Automatic Stereo, hat 2x ECLL80 in der Endstufe sitzen.
ELL80: Endstufe für zwei Kanäle, ECLL80: Triode für die Phasenumkehr UND 1 Endstufe im Gegentaktbetrieb - wohlgemerkt in einem kleinen Kolben!
Grauenhaft! Da hab ich lieber EL84, EL92 und ECC83 mehrfach in den Geräten, bevor ich mich mit dem Kombimist herumärgern muss.


[ Diese Nachricht wurde geändert von: Elektro Freak am 16 Okt 2016 18:00 ]

BID = 1003032

der mit den kurzen Armen

Urgestein



Beiträge: 16411
Zur Homepage von der mit den kurzen Armen

Die E-Röhren werden mit 6,3 V geheizt und da sollte die Spannung nicht unnötig hoch sein, das verkürzt die Lebensdauer drastisch, besonders wenn der Spannungswahlschalter noch auf 220V steht den besser auf 230 oder 240V stellen. Die P-Röhren sind da toleranter den die 300mA Heizstrom bleiben relativ konstant auch wenn die Spannung da schwankt. Für die El86 gibt es übrigens noch russische Ersatzröhren die Robuster sind. Diese stammen aus militärischen Beständen bzw aus industrieller Anwendung.
Und knapp 10 € selbst beim blauen Klaus ist noch nicht teuer https://www.conrad.de/de/roehre-ele......html
Edit für die PCL 86 gibt es auch einen Umrüstsatz http://classic-tubeshop-kunisch.de/ECL86-/-PCL86-Umruest-Kit und die PCL86 gibt es auch noch billig ! http://www.voelkner.de/products/222.....moN5w

_________________
Tippfehler sind vom Umtausch ausgeschlossen.
Arbeiten an Verteilern gehören in fachkundige Hände!
Sei Dir immer bewusst, dass von Deiner Arbeit das Leben und die Gesundheit anderer abhängen!

[ Diese Nachricht wurde geändert von: der mit den kurzen Armen am 16 Okt 2016 18:54 ]


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