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Autor
Amperemeter von 1907 (?)
Suche nach: amperemeter (611)

    

BID = 912931

Jörg67

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Beiträge: 74
Wohnort: Euskirchen
 

  


Hallo,

ich möchte euch mal meinen Neuzugang zeigen, dieses wunderschöne
DC Amperemeter. Die 1907 vom vergilbten Zettel könnte als Baujahr durchaus passen.

Es ist ein Drehspuleninstrument das gereinigt werden muß. Die Scheibe muß mal kaputt gewesen sein (wurde eindeutig ersetzt), der Magnet hat jede Menge Metallspänchen angezogen.

Was macht die links sichtbare Spule da? Dient sie der Erhöhung der Meßgenauigkeit? Vielleicht kann mir das jemand genauer erklären.

Warum der rechte Draht ab ist ist mir noch unklar, zu junges Lot verrät daß da jemand rumgelötet hat nur wozu. Als würde dort was fehlen, wenn man es zurechtbiegt paßt es aber auch zusammen















BID = 912933

perl

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Wohnort: Rheinbach


Zitat :
Was macht die links sichtbare Spule da?
Das ist der Vorwiderstand, mit dem die ganze Geschichte abgeglichen wird.
Der Innenwiderstand des Instruments und seine Empfindlichkeit dürfen deshalb mit ziemlich grossen Toleranzen behaftet sein, der Feinabgleich erfolgt über die Länge dieses Widerstandsdrahtes.

 

  






BID = 912950

Dreheisen

Schriftsteller



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Sehr schönes Gerät.
Der dicke Bügel über den Anschlußklemmen ist wohl ein Shunt?
Hast du dessen Widerstand schon bestimmt?

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Techniker/Management < 3/1 => Ein Land fährt an die Wand!!!

Es handelt sich bei obenstehendem um wohlgemeinte, private Tipps welche jedoch jegliche Haftung ausschliessen.

BID = 912978

Jörg67

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Beiträge: 74
Wohnort: Euskirchen

Ja, das ist der Shunt. Gemessen hab ich noch nichts, im Moment liegt es so da und ich guck es mir immer ganz verzückt an
Ein Kunde hat es mir geschenkt, Junge hab ich mich gefreut.

Widerstandsdraht. Danke perl, da stand ich ja auf dem Schlauch. Vielleicht hat dann jemand am anderen Anschluß mal Versuche mit Widerständen gemacht weil es zuviel anzeigte

Der Nullpunkt stimmt nicht mehr wenn man es senkrecht hält und als Erstes müssen diese ganzen Späne da raus, die sitzen überall und hemmen das Instrument, das dreht nur um den Nullpunkt frei.

Wird die Lagerung der Achse ein wenig geölt? Bin für jeden Tip dankbar, mit Meßinstrumenten hab ich mich noch nie befaßt.

BID = 913009

perl

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Wohnort: Rheinbach


Zitat :
Der Nullpunkt stimmt nicht mehr wenn man es senkrecht hält
Möglicherweise war es auch nicht dafür vorgesehen.
Spätere Instrumente für senkrechte Montage hatten auf der Skala das kopfstehende "T". Außerdem war oft noch eine Angabe wie "2mm Stahl" zu finden, weil der Einbau in eine eiserne Schalttafel das Magnetfeld verändert.

Ein so altes Instrument hatte ich noch nicht in der Hand, aber es sollte mich nicht wundern, wenn auch da schon Ausgleichsgewichte für den Zeiger an der Drehspule angebracht waren.
Vielleicht hat sich da etwas verbogen oder ist abhanden gekommen.



Zitat :
Wird die Lagerung der Achse ein wenig geölt?
Das würde ich keinesfalls machen.
Gewöhnlich erfolgte die Lagerung, ähnlich wie bei Uhren, durch Stahlspitzen in einer Schale aus Rubin.
Die Uhrmacher verwendeten zur Schmierung von Armbanduhren spezielles Hahnenklauenöl, aber vor der Verwendung handelsüblicher Schmierstoffe möchte ich warnen, weil viele nicht so dünnflüssig bleiben, wie sie daherkommen, sondern zäh wie Honig werden oder gar verharzen.


Zitat :
als Erstes müssen diese ganzen Späne da raus, die sitzen überall und hemmen das Instrument,
Es waren zwei Konstruktionsprinzipien üblich:
Erstens ein modifizierter Hufeisenmagnet mit einem Weicheisenkern in der Mitte, oder ein Kernmagnet, bei dem eine Weicheisenhülle um das Meßerk den magnetischen Rückschluß bildete.
Die erwähnten Spitzenlager konnten sich sowohl außerhalb der Drehspule befinden, wie auch innerhalb am Kern.
Darüberhinaus konnte die Drehspule die Spitzen tragen (bei Aussenlagerung) oder der Magnetkern (bei Innenlagerung).

Jedenfalls ist die Mechanik sehr delikat, und ich rate dir beim Auseinanderbauen mit größter Sorgfalt und Umsicht vorzugehen.


BID = 913061

Jörg67

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Beiträge: 74
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Vielen Dank soweit. Mir wird auch etwas blümerant beim Gedanken das Meßwerk zu zerlegen. Ich möchte das nicht, wenn nur diese Späne nicht wären. Werde das zunächst vorsichtig mit Druckluft und Staubsauger versuchen.

Ich habe mal noch ein Bild gemacht. Da haben wir ein justierbares Gegengewicht. Liegend ist der Nullpunkt wie zu sehen daneben, stehend fällt der Zeiger nochmals bis auf -2,5. Ich mutmaße er ist nicht richtig austariert, der Nullpunkt wäre dann über die Feder zu justieren?

Jemand hat die Justierschraube der Lagerung vermurkst




[ Diese Nachricht wurde geändert von: Jörg67 am 12 Jan 2014 20:38 ]

BID = 913101

perl

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Zitat :
Werde das zunächst vorsichtig mit Druckluft und Staubsauger versuchen.
Mit Druckluft sollte man vorsichtig sein. Unterschätze die Auftriebskräfte nicht, wenn man Luft durch einen engen Spalt jagt.


Zitat :
Ich mutmaße er ist nicht richtig austariert, der Nullpunkt wäre dann über die Feder zu justieren?
Ja, aber möglicherweise ist tatsächlich der Zeiger durch Oxidation (oder Schmutz) im Laufe der über 100 Jahre etwas schwerer geworden.


Zitat :
Mir wird auch etwas blümerant beim Gedanken das Meßwerk zu zerlegen.
Du wirst dir eine Montagehilfe bauen müssen, denn auf den gelockerten Kern wirken starke Magnetkräfte, durch welche die Spitzenlager oder sogar die Drehspule beschädigt werden könnten.
Außerdem muß später der Kern bei der Montage exakt zentriert werden. Abweichungen verursachen Linearitätsfehler des Meßsystems.


Zitat :
wenn nur diese Späne nicht wären.
Möglicherweise kannst du die mit einem kleinen NdFeB-Supermagnete, u.U. auch durch Zwischenschalten einer Spitze aus weichem(!) Eisen (Nagel) einsammeln.
Vorsicht, daß du wegen der starken Kräfte, die zwischen den beiden Magneten auftreten, nichts zerstörst.


Zitat :
Jemand hat die Justierschraube der Lagerung vermurkst
Das kann ich nicht erkennen. Gewöhnlich befindet sich auf der Rückseite noch einmal die gleiche Konstruktion.


Hast du schon einmal geprüft, ob das Meßsystem überhaupt noch elektrischen Durchgang hat?
Ich habe es schon öfter erlebt, daß der feine Draht der Drehspule an den Lötstellen abgefault war.

BID = 913124

Jörg67

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Die Idee mit dem Nagel ist gut. Magneten aus Festplatten sind da, damit kann ich viele Späne fischen. Noch ein ausreichend dünnes Blech zurechtgebogen, damit in dem Spalt auf Spänejagd gehen.

Wenn Du das Bild ganz groß machst siehst du daß der Schlitz in beide Richtungen vermurkst ist - als hätte jemand versucht sie mit zu kleinem Schraubendreher zu bewegen ohne die Nutmutter zu lösen. Fragt sich wozu. Macht aber wohl nichts, die Achse dreht leicht und hat kein Spiel.

Ich verkrümel mich mit dem Schätzchen heut Abend in meine Werkstatt, da ist Engelsgeduld gefragt. Mit der Spule hast Du auch Recht, die untersuche ich als erstes mal.

BID = 913176

Dreheisen

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Nullpunkt: Der Zeiger hat wohl auch nicht mehr ganz seine ursprüngliche Form?

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BID = 913228

Jörg67

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Ob der so windschief gehört halte ich auch für fraglich. Den Widerstand vom Shunt kann ich dir auch noch nicht verraten, der liegt im Milliohmbereich und müßte errechnet werden. Dazu brauch ich erstmal saubere Kontakte und definierten Strom

Die Spule hat Durchgang, 0,7 Ohm. Späne sind fast alle raus, ganz sachte gepustet und mit dem Magnet geangelt

Es hemmt aber immernoch. Das muß doch an der Lagerung liegen. Die hintere ist unberührt, um die vordere muß ich mich mal kümmern.

BID = 913233

perl

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Zitat :
Die Spule hat Durchgang, 0,7 Ohm
Das wäre sehr wenig.
ich hätte mit vielleicht 20 bis 100 Ohm gerechnet.
Du hast doch wohl nicht den Shunt mitgemessen?

[ Diese Nachricht wurde geändert von: perl am 13 Jan 2014 23:39 ]

BID = 913242

Jörg67

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Nein, der wurde ja freundlicherweise bereits abgelötet

Hm... Du hast ja Recht, das kann eigentlich nicht richtig sein. Ein Meßfehler war es nicht.

BID = 913367

Jörg67

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Wohnort: Euskirchen

Sooo.. die Widerstände sind mir jetzt mal allesamt egal, es funktioniert nämlich wieder, und das sehr gut

Lagerung justiert, Zeiger austariert, Nullpunkt paßt wieder, verschiedene Ströme wurden sehr genau angezeigt. Große Freude!

Und beim nächsten kaufe ich mir vorher eine Lupenbrille, die braucht man eigentlich unbedingt.


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